Baby und Hund

© Bernd Rohde / pixelio.de

Jeder kennt die Horrorgeschichten von Hunden, die kleine Kinder oder gar Babys gebissen oder sogar getötet haben. Verständlich, dass ich mir da als werdende Mutter zuvor schon viele Gedanken gemacht habe, wie wohl unsere Haustiere auf den Neuankömmling reagieren werden. Das Internet bietet dazu eine gute Möglichkeit, sich zu informieren.

Expertenstimmen

Experten sprechen davon, den Hund langsam an das neue Familienmitglied heranzuführen. Um Eifersucht zu vermeiden, sollten nötige Änderungen im Umgang mit dem Hund bereits während der Schwangerschaft in Angriff genommen werden. Dann bringt das Tier die Änderungen später nicht mit dem Baby in Verbindung. Ist das Baby erst da, sollte der Hund nicht mit dem Baby in Konkurrenz treten müssen.

Dazu gibt es folgende Grundsätze zu beachten:

  • Die Aufmerksamkeit darf nicht nur dem Baby gelten
    Wird der Hund ständig verjagt oder in einen anderen Raum abgeschoben, sieht er das Kind als Konkurrenz. Der Hund sollte von Anfang an mit dem Kind vertraut gemacht werden. Dazu kann er zum Beispiel während des Fütterns daneben liegen oder es als Teil des Spazierganges erleben.

  • Hunde und Kinder brauchen Regeln
    Dazu gehört auch, dass der jeweilige Platz des anderen verboten ist. Dem Hund sollte zum Beispiel das Babybett verboten werden und dem Baby der Hundekorb, damit das Tier sich zurückziehen kann. Spielzeuge sollten klar getrennt werden und genauso, wie der Hund nichts aus den Händen des Babys nehmen darf, darf das Baby nichts aus dem Maul des Hundes nehmen.

  • Das Baby nicht mit dem Hund alleine lassen
    Das ist auch eine wichtige und oft zitierte Regel, die vermutlich die meisten Tierbesitzer kennen.

Beachtet man das, sollte sich auch der Hund hervorragend mit dem neuen Familienmitglied zurechtkommen.

Wichtig ist aber dennoch: Treten Probleme auf und wird der Hund dem Baby gegenueber agressiv, sollte man sich auf jeden Fall professionelle Hilfe holen. Tieraerzte und Hundeschulen koennen die richtigen Kontakte vermitteln.

Zwei Hunde und ein Baby

Bei unserer jetzigen Hündin habe ich mir um ehrlich zu sein gar keine Gedanken gemacht bevor meine Tochter kam. Das hat einen Grund: Sie kennt die Situation, denn wir hatten sie schon, als unser Sohn geboren wurde. Damals jedoch hatte ich wirklich Sorge, denn einer unserer Hunde – meine Schwarze – neigte zu Angstaggressivität. Als sie jedoch mit dem Baby konfrontiert wurde, verhielt sie sich sehr zurückhaltend. Es dauerte einige Tage, bis sie sich herantraute und unseren Sohn beschnupperte.

Irgendwann stellte meine Schwarze fest, dass der sicherste Platz, den sie in der ganzen Wohnung finden konnte, möglichst nah bei dem Baby war. Wie bereits angemerkt, sie war ein ängstlicher Hund und wähnte sich bei dem Baby in Sicherheit. Das ging so weit, dass sie sich sogar neben unseren Sohn ins Babybett legte. Das war das einzige Mal, dass ich sie wegen des Babys zurechtweisen musste. Ein klares Nein tat seine Wirkung. Ihr neuer Lieblingsplatz wurde danach neben – später dann unter – dem Bett meines Sohnes.

Das war der Zeitpunkt, an dem ich mir sicher war: Wir haben alles richtig gemacht. Die Hunde akzeptierten unseren Nachwuchs ohne Vorbehalte. Meine Schwarze ließ sich sogar alles gefallen, vom Ohren ziehen bis hin zu Knuddelattakten. Beide Hunde hatten wir seit sie klein waren. Zwar hatten wir in der Erziehung versäumt, sie schon vorher mit Kindern bekannt zu machen und sie waren beide nicht die besterzogendsten Hunde, dennoch hatten sie immer ein so großes Vertrauen in uns, dass sie es sich auch alles von unserem Sohn gefallen ließen. Wichtig war nur, sie gehen zu lassen, wenn sie genug hatten.

Für unsere Hunde änderte sich mit der Ankunft unseres Sohnes nicht viel. Sie durften nach wie vor auf Bett und Couch, sie gingen nach wie vor spazieren, wurden regelmäßig gefüttert und bekamen ihre Zuwendung. Bei vielem war jetzt nur zusätzlich das Baby dabei.

Unsere jetzige Hündin hatte sich damals an meiner Schwarzen orientiert. Was diese über sich ergehen ließ, akzeptierte auch sie. Selbst jetzt, da wir meine Schwarze leider nicht mehr haben, kommt sie mit dem neuen Baby, meiner Tochter, wunderbar zurecht. Sie hat sich sogar schnell daran gewöhnt, dass es derzeit keine regelmäßigen Spaziergehzeiten gibt, ist aber nicht aufdringlich, wenn sie erst kurz vor dem Schlafengehen zum Zuge kommt – ganz vergessen wird sie nie.

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2 Kommentare zu “Baby und Hund

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