Rund um die Ernährung – kleines Essensprotokoll für die Stillzeit

Stillen ist eine Sache für sich. Einerseits tut es dem Baby natürlich gut, nicht nur vom medizinischen Standpunkt. Das Baby genießt die Nähe und ebenso die Mutter. Andererseits kann es auch sehr lästig sein. Was immer man auch gerade macht, man muss es unterbrechen und sitzen. Dennoch habe ich zwischen dem Alltagsstress begonnen die Zwangsruhe zu genießen; sich hinsetzten zu müssen, und seien es auch nur zwanzig oder dreißig Minuten, tut gut.

Rosenkohl
Rosenkohl © wrw / pixelio.de

In dem Maße, in dem mein Arbeitsleben näher rückt, kommt leider auch das Ende der Stillzeit auf mich zu. Ich hätte es nie für möglich gehalten, doch ich würde gerne weiter Stillen. Es hat seine guten Seiten, aber auch seine schlechten. Eine der schlechten Seiten ist: ich darf nicht alles essen.

Die meisten Säuglinge leiden in den ersten Monaten unter Blähungen, die schlimme Bauchschmerzen verursachen können. Während Kindern, die Flaschennahrung trinken, die Luft einfach schlucken, kann es bei stillenden Müttern noch eine andere Ursache haben. Die eigene Ernährung wirkt sich auf die Muttermilch aus.

Ursache von Blähungen

Blähungen entstehen durch natürliche Kohlenstoff- und Schwefelverbindungen. Diese entwickeln während der Verdauung Gase in Magen und Darm. Einige diese Verbindungen werden auch in die Muttermilch und damit in den Bauch des Babys transportiert. Da die Darmflora eines Neugeborenen noch nicht vollständig ausgereift ist, tut es sich mit der Verdauung generell schwerer. Eine zusätzliche Gasentwicklung verursacht zusätzliche Beschwerden. Bis das Gas endlich den Ausgang erreicht hat, kann viel Zeit vergehen, die dem Säugling nicht angenehm sind. Schon bei Erwachsenen können Blähungen sehr schmerzhaft sein und wer schon einmal den aufgeblähten Bauch eines Säuglings gesehen hat, kann sich vorstellen, wie diese drunter leiden.
Als Blähend gelten vor allem Hülsenfrüchte, Kohl und Zwiebeln, aber auch Eier und Wassermelonen sollen Blähungen verursachen können.

Zwischen Genuss und Leid

Wie bei so vielem, reagiert jeder Mensch anders. Eine Rolle dabei spielt natürlich unter anderem die Verdauung der Mutter oder wie häufig sie besagte Lebensmittel in ihrem Leben bereits zu sich genommen hat. Genauso aber auch, wie anfällig das Baby selbst ist. Jede Stillende muss also für sich selbst herausfinden, welche Lebensmittel ihrem Kind bekommen.

Ich für meinen Teil bin mit einem empfindlichen Töchterchen gesegnet. Ich konnte schnell feststellen, dass jedweder Kohl zu heftigen Bauchschmerzen meiner Tochter führte. Genauso empfindlich reagierte sie, wenn ich Erbsen aß. Die Konsequenz war: kohl- und erbsenfreies Essen, mitten im Winter. Nichteimal Blumenkohl oder Brokkoli durfte ich mir leisten.
Das Problem mit den Blähungen und Bauchschmerzen meiner Tochter war damit aber leider nicht erledigt. Bohnen oder Linsen konnten nicht die Ursache sein. Beides esse ich nicht gerne, koche sie also auch nur höchst selten. Was blieb also noch übrig? Zwiebeln und Lauch. Seither stehen zwei Pfannen auf dem Herd; eine mit Zwiebeln für meine Männer und eine für mich ohne Zwiebeln.

Die Bauchschmerzen meiner Tochter besserten sich, waren aber nicht ganz weg. Immer wieder litt sie zwei bis drei Tage unter Blähungen. Mögliche Ursachen wusste ich aber keine mehr. Eine Zeit lang versuchte ich es sogar ohne kohlensäurehaltige Getränkte – erfolglos.
Erst nach weiteren Wochen ging mir während des Kochens endlich ein Licht auf: Kohlrabi. Eines meiner Lieblingsgemüse. Und ja, es hat seinen Grund, weswegen das Wörtchen „Kohl“ darin steckt. Auf Wikipedia war die Antwort schnell gefunden: auch Kohlrabi enthält natürliche Schwefelverbindungen. Nachdem ich dann auch auf diese noch verzichtete, lösten sich die Bauchschmerzen endlich in Luft auf.

Zum Glück scheinen Eier keine Auswirkungen zu haben. Ebenso ist mir noch kein Obst untergekommen, mit dem ich meiner Tochter Probleme verschafft hätte. Ich hoffe, dabei bleibt es.

Alternative Lebensmittel

Es gibt so viel Gemüse und doch fiel es mir anfangs schwer, geeignete Alternativen zu finden. Als Vegetarierin bin ich was Gemüse angeht allerdings experimentierfreudig. Ein Blick auf die angebotenen Gemüse meines Gemüselieferanten, eine kurze Recherche auf Wikipedia und schon wird die Eintönigkeit ohne Kohl, Lauch und Kohlrabi wieder abwechslungsreicher.

Manchmal fällt das Einordnen der Gemüse allerdings schwer. Eine schöne Übersicht, welches Gemüse zu welcher Art gehört, habe ich auch bei Wikipedia entdeckt: Liste der Gemüse. Dort sind Kohlrabi, Brokkoli und Blumenkohl eindeutig den Kohlen zugeordnet. Alles an Frucht- und Wurzelgemüsen konnte ich bisher ohne Probleme verspeisen.
Jetzt sind im Risotto nicht mehr Erbsen und Paprika, sondern Pilzen, Zucchini, Karotten oder Mais; statt Kohlrabi gibt es Pastinaken und Rüben. Kartoffeln, Reis und Nudeln lassen sich mit so vielem kombinieren, da wird das Essen auch ohne meine bisherigen Favoriten nicht langweilig. Nur einen adäquaten Ersatz für meinen Kohl habe ich noch nicht gefunden.

Quellen:

Wikipedia-Artikel Flatulenz
Wikipedia-Artikel Kohlrabi
Wikipedia-Artikel Liste der Gemüse

Advertisements

Ein Kommentar zu “Rund um die Ernährung – kleines Essensprotokoll für die Stillzeit

  1. Pingback: Rund um die Ernährung: Babybrei-Erfahrungen im Urlaub « moechtegernsbabytagebuch

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s