Rund um die Ernaehrung: Die richtige Säuglungsmilch

Mit dem Wiedereinstieg in meinen Beruf und der Einsicht, dass es mit dem Stillen damit auch vorbei war, kam die Notwendigkeit unsere Tochter auf Flaschennahrung umzustellen. Aber welche Milch war die richtige? Worauf mussten wir achten? Sollten wir die Selbe nehmen, wie schon für unseren Sohn damals? Und was bedeutete Probiotik, Combiotik und dergleichen?
Säuglingsmilch gibt es wie Sand am Meer aber sind sie auch alle gleich?

Expertenstimmen

Unumstritten gilt Muttermilch als die beste Nahrungsquelle für Säuglinge. Dennoch gibt es seit Menschengedenken Kinder, die aus gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht gestillt sondern von Anfang an mit Brei oder Tiermilch gefüttert werden. Ende des 19 Jahrhunderts wurde in den Industrieländern dafür zum Beispiel Kuhmilch verdünnt mit Wasser, Fencheltee oder Haferschleim benutzt, die mit Milchzucker oder Natron angereichert wurde.
Die erste Fertignahrung für Säuglinge gab es bereits 1865 auf dem Markt, die Zubereitung war allerdings sehr zeitaufwendig. Auch enthielten sie noch nicht alle Nährstoffe, die ein Baby normalerweise aus der Muttermilch zieht.
Auf dem heutigen Stand sind industriell hergestellte Säuglingsnahrungen weitestgehend der Muttermilch angeglichen und qualitativ hochwertig.

Unter der Säuglingsmilchnahrung gibt es verschiedene Abstufungen.
Zu der sogenannten Anfangsmilch zählen Produkte mit der Kennzeichnung Pre und 1. Diese sind der Muttermilch am ähnlichsten und können Säuglingen von Geburt an gefüttert werden. Der einzige Unterschied besteht in den in der Milch enthaltenen Kohlehydraten. In Pre-Nahrung ist lediglich Milchzucker (Laktose), 1er-Nahrung wird mit Stärke angereichert und ist demnach sättigender.
Produkte, wie 2 und 3 sind Folgemilchnahrung. Auch sie müssen grundlegend den Ernährungsbedarf des Babys decken, können aber mit weiteren Kohlehydraten und ähnlichem angereichert werden.
Des Weiteren sind noch als Anfangsmilch und Folgemilch noch Spezialnahrung für Allergie-gefährdete Kinderauf dem Markt. Ebenso wie diverse sinnige und unsinnige Abstufungen – dazu zählen Bezeichnungen wie die „Combiotik“, „Probiotik“ und was sich die Hersteller der Säuglingsmilchnahrung noch alles haben einfallen lassen. Auch in Ratgebern wird darauf hingewiesen, dass es im Wesentlichen keinen Unterschied macht, wenn das Kind die Milch verträgt.

Kinderarzt

Auf der Suche nach der richtigen Säuglingsmilchnahrung wurde immer wieder darauf hingewiesen, man solle auch Rücksprache mit den Kinderarzt halten. Insbesondere dann, wenn ein Allergierisiko im Spiel sei.
Unsere Tochter ist zwar mit einem empfindlichen Verdauungssystem gesegnet, Allergierisiken hat sie allerdings nicht. Unsere Kinderärztin fragten wir trotzdem nach einer Auskunft und eventuellen Empfehlungen. Die Ärztin vertrat allerdings genau die Meinung, die ich nun auch schon mehrfach gelesen hatte: Es sei völlig egal, welche Säuglingsmilch wir nehmen. Sie hätte bereits von so gut wie allen Marken gute als auch schlechte Erfahrungen gehört und gerade Säuglingsmilch sei auch bei den billigen Anbietern qualitativ sehr hochwertig.
So lange es eine Pre-Milch sei, seien nur zwei Dinge wichtig:
1. Dass unsere Tochter sie vertrage und nach etwas vier Wochen keine Verdauungsbeschwerden mehr durch die Milch hat
2. Dass wir sie dort bekommen, wo wir regelmäßig einkaufen gehen

Die falsche Wahl

Da sich die Experten einig waren und es im Grunde keinen Unterschied machte, welche Säuglingsmilch fortan die Muttermilch ersetzten würde, machte ich die Entscheidung von zwei Faktoren abhängig:

1. Den in der Milch enthaltenen Zusatzstoffe
2. Wie gut die Milch in den Geschäften zu bekommen ist

Nachdem ich die Zusatzstoffe grob verglichen hatte und jegliche Milch mit Zusätzen von Zucker oder Zuckerersatzstoffen ausgeschlossen hatte, kam es nur noch auf die Erreichbarkeit an. Bei diesem Aspekt fiel leider die Milch raus, mit der wir vor sechs Jahren bereits unseren Sohn gefüttert hatten. Die Entscheidung fiel auf eine bekannte Marke, die ich in allen Geschäften fand. Von dieser Marke suchte ich die im Sortiment mit dem wenigsten Schnickschnack.
Die Wahl war zunächst gut. Unser Töchterchen vertrug die Milch ohne Probleme und brauchte nicht lange, sich an die Umstellung zur Flasche zu gewöhnen. Allerdings mussten wir bald feststellen, dass ich mich dennoch für die falsche Milch entschieden hatte. Denn: Vom Hersteller unserer Wahl gibt es diverse Produkte, dummerweise war gerade die Säuglingsmilch meiner Wahl nach einigen Wochen oft nicht mehr im Sortiment der Supermärkte und Discounter vertreten. Durch Hörensagen erfuhr ich, dass gerade diese Säuglingsmilch vom Markt genommen werden und eine neue Rezeptur dafür folgen sollte. So wurden die Vorräte der Supermärkte immer rarer und unsere Einkäufe immer länger.
Zuweilen mussten wir ganze Odysseen hinter uns bringen, um an die Milch zu kommen, bis wir endlich einen Laden fanden, der die Milch standardmäßig führte.
Zwischenzeitlich hatten wir auf Töchterchens Interesse hin schon begonnen den ersten Baby-Brei einzuführen und den Milchkonsum erfolgreich etwas eingedämmt. Als wir die richtige Drogerie ausfindig gemacht hatten, war unsere Tochter bereits bei zwei Breimahlzeiten am Tag.

Mittlerweile ist die Säuglingsmilch wirklich mit neuer Rezeptur auf dem Markt und wieder überall erhältlich. Leider sind wir mittlerweile auch auf eine sättigendere Stufe umgestiegen – von einer anderen Firma; eine, die wir wirklich bei unseren wöchentlichen Einkauf in mehreren naheliegenden Filialen von diversen Supermärkten und Drogerien erhalten.

Fazit

Teure und gängige Marken sind nicht immer die beste Lösung. Im Großen und Ganzen kommt es auf zwei Dinge an: Verträglichkeit und Angebot. Verträgt das Baby die Milch, kann man sie ihm bedenkenlos geben. Qualitativ hochwertig sind alle Produkte, von Markenprodukten bis Hausmarken.
Ich als Mensch, der nicht auf Marken schaut, habe dazu gelernt, dass man sich auch bei gängigen Marken nicht auf ständige Verfügbarkeit verlassen kann. Vielleicht wären wir mit einer Hausmarke besser bedient gewesen, denn diese scheinen in den Geschäften immer verfügbar zu sein.

Weitere Infos und Quellen:

Babyernährung / Dr. Astrid Limighofer; Reihe: GU Ratgeber Kinder; ISBN: 978-3-8338-1807-7, 2. Auflage 2010

das baby : Informationen für Eltern über das erste Lebensjahr / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Online unter: http://www.bzga.de/infomaterialien/kinder-und-jugendgesundheit/das-baby-ein-leitfaden-fuer-eltern/

Wikipedia: Säuglingsnahrung
Öko-Test: Testberichte „Babynahrung, Muttermilchersatz“
http://www.netmoms.de: Für alle die nicht stillen – Babynahrung

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2 Kommentare zu “Rund um die Ernaehrung: Die richtige Säuglungsmilch

    • Vielen lieben Dank für das Lob! 🙂 Das kann ich nur zurückgeben, nachdem ich ein wenig auf deinen Webseiten gestöbert habe. Ich muss dringend mal eine Liste mit anderen interessanten Baby-Blogs anlegen, da fände deiner auch einen Platz.

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