Rund um die Ernährung: Babybrei

Babybrei

Brei zur Abwechslung @ Helene Souza / pixelio.de

Irgendwann kommt er, der erste Brei für das Baby. Unweigerlich, denn auch das am längsten gestillte Kind braucht dennoch irgendwann auch andere Nahrung. Als Töchterchen anfing uns beim Essen zuzusehen und schmatzend ihr Interesse daran kund zu tun – und auch etwas haben wollte – war es soweit: Der erste Brei musste her.

Expertenstimmen

An Babynahrung scheiden sich die Geister. Steht unumstritten fest, dass Muttermilch für ein Neugeborenes die beste Nahrung ist, sind sich die Experten bei der Einführung von Breimahlzeiten nicht einig. Die Frage, wann der erste Brei eingeführt werden sollte ist genauso strittig, wie welche Lebensmittel ein Baby wirklich braucht.

Bei der Frage, wie alt das Kind sein sollte, schwanken die Meinungen zwischen den ersten und den letzten Lebensmonaten. Einige sprechen von dem vierten Monat, andere finden, Beikost sollte erst nach dem sechsten oder gar achten Monat eingeführt werden.

Ebenso strittig ist, was in den ersten Gemüsebrei hineingehört. Gängig ist es, mit leicht verträglichem Gemüse anzufangen; Karotten, Zucchini, Pastinake und Kürbis fallen unter die erste Wahl. Sie sorgen für möglichst wenige Verdauungsschwierigkeiten. Ich fand aber auch die Meinung vertreten, mit einem Kartoffel-Gemüse-Fleisch-Brei anzufangen.

Immerhin herrscht Einigkeit darüber, wie der erste Brei eingeführt werden soll:

  • Die Milchmahlzeit zur Mittagszeit nach und nach durch Brei ersetzten
  • Dabei mit wenigen Löffeln Brei beginnen und die Menge langsam steigert
  • Nach dem Essen darf sich das Baby mit Milch satt trinken
  • Dabei sollte der zeitliche Abstand zwischen Brei und Milch groß genug sein, dass das Baby sie als unterschiedliche Mahlzeiten wahrnimmt

Eine wichtige Regel ist jedoch: Das Baby niemals zum Breiessen zwingen!

Mein Baby und ich

Bei all diesen Meinungen fand ich eines sehr bedenklich: Sie vergessen völlig die Individualität jeden Kindes. Die Unterschiede liegen klar auf der Hand. Jeder, der zwei Kinder hat, dürfte wissen, dass jedes Kind anders ist. Und genauso ist die Zeit, wann der Säugling zum Breiesser werden kann, von Kind zu Kind verschieden.

Während wir bei Söhnchen einfach mit dem vierten Monat angefangen haben, ihm Brei zu geben – mit dem Ergebnis nun einen Schmalspuresser zu haben – haben wir bei Töchterchen auf ein Signal gewartet. Das Signal war da, als sie uns beim Essen interessiert zuschaute und begann dabei zu schmatzen. Ein kleiner Test zeigte, dass sie bereitwillig den Mund öffnete und auch kleine Keksstückchen nicht gleich wieder ausspuckte. Sie war mit etwas viereinhalb Monaten soweit!
Seit dem haben wir eine sehr gute Esserin.

Töchterchens erster Brei

Wenn eines für mich außer Frage stand, dann, dass ich den Brei selbst kochen würde. Da ich ohnehin so gut wie jeden Tag koche, kann ich auch die paar Minuten erübrigen, zusätzliches Gemüse zu schneiden und in einen weiteren Kochtopf zu werfen.
Allein die Wahl des Gemüses war etwas schwierig. Töchterchen hat während der Stillzeit schon auf vieles mit Bauchschmerzen und Blähungen reagiert. Also musste ich da etwas vorsichtiger sein. Typisches Einsteigergemüse sind Karotten. Aber der erste Löffel Karottenbrei hatte ein sehr verzerrtes Gesicht zur Folge – und die Erinnerung, Söhnchen hatte Karottenbrei ebenfalls nie gerne gemocht.
Also suchte ich gleich nach Alternativen: Zucchini und Pastinaken kamen in Frage.

Der zweite Brei, den Töchterchen essen dürfte, war Zucchini-Brei – und sie war begeistert!
Nach und nach kamen weitere Kombinationen dazu, bis sie heute schon von einer sehr guten Bandbreite an allem möglichen Gemüse profitiert.
Da ich Vegetarierin bin und vegetarisch koche, stellt sich die Fleischfrage bei mir nicht. Söhnchen hat es nicht geschadet, die ersten Jahre ohne Fleisch zu leben. Irgendwann wird auch Töchterchen Wurst und Fisch bekommen, doch das muss jetzt noch nicht sein.

Kleiner Brei-Tipp: Wer keine Ideen hat, welches Gemüse alles in Babybrei hinein darf oder einfach etwas variieren möchte um dem Baby nicht immer den gleichen schnöden Kartoffel-Karotten-Brei vorzusetzten, kann sich auch im Supermarkt ansehen, was in den industriell hergestellten Breien an Gemüse enthalten ist. Manchmal findet man dabei Anreize für eine schöne und schmackhafte Kombination.

Fazit

Am besten ist es, darauf zu warten bis das Baby von sich aus etwas essen möchte. Wer nicht ganz blind ist, wird sein Interesse an anderer Nahrung als Milch schon bemerken. Ist das Kind wirklich bereit, behält es das Essen auch im Mund und versucht es herunterzuschlucken. Zwar muss es erst lernen, den Brei mit der Zunge nach hinten zu schieben, doch das geht schneller, als man denkt.
Außerdem sollte man nach einem gescheiterten Versuch nicht gleich aufgeben. Man kann es nach ein oder zwei Wochen noch einmal ausprobieren – nach Möglichkeit mit einem anderen Brei, als dem ersten. Damit verhindert man, auf eine Barriere zu stoßen, die nur geschmacklicher Natur ist.
Vielleicht hätten wir bei Söhnchen noch etwas warten sollen, vielleicht äße er dann jetzt besser.

Quellen:

Babyernährung / Dr. Astrid Limighofer; Reihe: GU Ratgeber Kinder; ISBN: 978-3-8338-1807-7, 2. Auflage 2010

das baby : Informationen für Eltern über das erste Lebensjahr / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Online unter: http://www.bzga.de/infomaterialien/kinder-und-jugendgesundheit/das-baby-ein-leitfaden-fuer-eltern/

Eltern.de: Thema Babybrei
http://www.babybreie.de/
Forschungsinstituts für Kinderernährung Dortmund

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