Rund um die Ernährung: Babybrei-Erfahrungen im Urlaub

Dass es nicht so einfach ist, mit einem Baby in den Urlaub zu fahren, war mir klar, es war schließlich nicht das erste Mal. Söhnchens kam etwas in dem selben Alter in den Genuss seines ersten Urlaubs, wie nun seine Schwester. Mit einem großen Unterschied: Wir waren damals nicht im Ausland. Ein Breiproblem stellte sich gar nicht, ganz im Gegensatz zu jetzt.

Vom „bio“ und „nicht-bio“ *

Mehrfach hatte ich zuvor gelesen, im Urlaub solle man möglichst auf das selbst kochen des Babybreies verzichten und auf Gläschennahrung zurückgreifen. Der Grund dafür lag auf der Hand: In Deutschland sind die Bestimmungen für Bioprodukte strenger, als in den meisten anderen Ländern – selbst in anderen EU-Ländern. Auch im Ausland bekommt man natürlich Bioprodukte, doch kann man sich dennoch leider nicht sicher sein, wie „bio“ das wirklich ist. Immerhin gibt es auch in Deutschland diverse falsche Bio-Siegel, die rein gar nichts besagte, weil die Firmen sie selbst erfinden.
Die geprüften deutschen Biosiegel sind jedoch verlässlichen und den meisten Bio-Anhängern bekannt. Wer sich schon vor dem Urlaub über die Biosiegel des Urlaubslandes erkundigen kann, sollte dies auch tun; bevor die Entscheidung fällt, selbst zu kochen.

Die Empfehlung war also allgemein, im Urlaub lieber Gläschennahrung zu kaufen. Die Standards für Babynahrung sind zumindest EU weit vergleichbar, also mit Sicherheit möglichst Schadstoffarm.

Auf der Suche nach der Babynahrung

Dem guten Rat folgend, packte ich also ein paar Gläschen meiner liebsten Babyprodukt-Marke ein, um die ersten Tage zu überbrücken. Unsere Anreise war samstags, also ohnehin schlecht, um noch einen Supermarkt zu suchen und Babynahrng zu kaufen.
Samstag und Sonntag lief auch alles wunderbar. Töchterchen verspeiste ihren ersten Babybrei aus dem Gläschen ohne Probleme und war zufrieden. Montags mussten wir jedoch dringend einkaufen gehen. Wir suchten uns also eine der nächsten großen Städte (wobei „groß“ in dem Fall bestenfalls einer kleinen deutschen Kleinstadt gleich kam) und einen Supermarkt. Wie lange das dauern konnte, hatten wir kaum für möglich gehalten. Die ersten beiden Supermärkte, die wir fanden, waren auch in Deutschland bekannte Discounter – was in Sachen Babynahrung nicht weiter half. Auch in Holland gab es dort keine.

Irgendwann stießen wir endlich auf einen richtigen holländischen Supermarkt. Dort fanden wir auch Babynahrung – leider in sehr seltsamen Zusammenstellungen. Gibt es hier in Deutschland immerhin ein ansehnliches Repertoire an vegetarischen Kombinationen, fand ich dort fast nur Gläschen mit Fleisch. Die einzige Alternative waren noch zwei oder drei Breie mit Bohnen statt Fleisch, Spinat und natürlich Karotten.
Gerade über die Bohnen war ich nicht begeistert. Schon in der Stillzeit hat sich Töchterchen als empfindlich erwiesen, Bohnen in ihrem Brei hatte ich bisher gemieden. Dennoch nahm ich aus Mangel an Alternativen von allem etwas mit.

Das Ergebnis war: Töchterchen mochte Brei mit Bohnen überhaupt nicht. Die Variante mit Erbsen hat sie gegessen – und sich glücklicher Weise nicht über ihre Blähungen beschwert, da sie gerade dabei war das Krabbeln zu entdecken. Da Töchterchen reinen Karottenbrei nicht mag, musste ich diesen mit Kartoffeln strecken, die zwar nicht Bio aber immerhin vom Markt waren.

Nach drei Tagen fanden wir endlich einen Supermarkt, in dem es zumindest Gemüse mit dem europäischen Biosiegel gab. Von da an bekam mein Baby also endlich wieder ihren gewohnten Brei aus dem ihr bekannten Gemüse gekocht.

Fazit

Ich habe dabei zwei Dinge gelernt:

1. Offensichtlich gibt es nationale Vorlieben, was den Inhalt von Babynahrung angeht; selbst in unseren Nachbarländern.

2. Wer ein Baby hat, das nicht alle isst, sollte nach Möglichkeit für den ganzen Urlaub jede Menge Gläschennahrung einpacken, die das Kind auch wirklich mag.

3. Kennt man sich in der Urlaubsgegend aus und weiß, welche Bio-Möglichkeiten es gibt, ist es natrlich auch gestattet, den Brei weiterhin selbst zu kochen.

Schade, dass wir dieses Jahr keinen Urlaub mehr geplant haben und Töchterchen nächstes Mal sicherlich keine Sonderkost mehr brauchen wird.

Weitere Informationen:

Wikipedia: Biosiegel
kindergesundheit-info

* Kleiner Hinweis: Dieses Wissen basiert auf diversen Berichten und Dokumentationen, die ich in den letzten Jahren so zum Thema gesehen habe.
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