Das Ritual – oder: Wie Baby gut einschläft

Babybrei

Ich bin müde @ sternchengucker / pixelio.de

Schlafprobleme hat jedes Kind irgendwann in seinem Leben. Töchterchen befindet sich gerade in einer schwierigen Phase: Sie zahnt und fremdelt. Abends will sie nicht alleine schlafen und bleibt nur ruhig, wenn sie auf meinem Schoß eindösen darf. Erst dann kann ich sie vorsichtig in ihr Bett legen, damit sie richtig schläft.
Anfangs brauchte sie ein oder zwei Stunden um einzuschlafen, doch irgendwann gewöhnte sie sich an den Ablauf; er wurde zum Ritual.

Expertenstimmen

Rituale sind für Kinder wichtig. Manche brauchen weniger davon, andere hangeln sich an vielen durch den Tag. Denn Rituale geben Sicherheit. Sie sind ein Fixpunkt im noch neuen Alltag für die Kleinen.
Schon ganz zu Anfang haben Babys die Nähe der Eltern nötig, immerhin waren sie meistens über neun Monate niemals von der Mutter getrennt. Da hilft die Nähe, sich an die neue Lebenssituation zu gewöhnen. Kaum wird die Welt für sie interessant, passiert etwas anderes: Babys beginnen zu verstehen, dass ein Elternteil verloren gehen kann sobald es außer Sicht- und Reichweite gerät. Zudem bemerkenn sie, dass sie nicht alle Menchen kennen. Dann benötigen die Kleinen Sicherheit, die ihnen Rituale bieten können. Aber auch für die größeren Kinder sind regelmäßige Abläufe eine gute Art, sich geborgen zu fühlen. Sie mindern Verlustängste und stärken den Familienzusammenhalt.

Ein Abendritual kann demzufolge den kleinen wie den großen Kindern beim Einschlafen helfen. Ist das Baby durch einen Entwicklungsschub überdreht und möchte nicht schlafen, kann es durch den gewohnten Ablauf am Abend zur Ruhe gebracht werden. Ebenso wenn die größeren einen aufregenden Tag hinter sich haben.
Das Ritual kann ganz verschieden aussehen; eine kleine Geschichte vor dem Zubettgehen, ein Schlaflied, fünf Minuten Kuschelzeit mit den Eltern oder was auch immer Kindern und Eltern gefällt. Wichtig ist nur: Es sollte nach Möglichkeit zuhause jeden Abend der gleiche Ablauf sein!

Neues Kind, neue Situation

Es ist Jahre her, seit wir den letzten abendlichen Kampf während des Zubettgehens ausgetragen haben. Söhnchen ist schon lange darüber hinaus, uns abends noch möglichst lange zu belagern – dachte ich zumindest, bis Töchterchen alles durcheinander brachte.
Zuerst musste ich Töchterchen immer dann stillen, wenn Söhnchen ins Bett sollte. Mit dem Fläschen, als ich wieder arbeiten ging, stellte sich heraus, Baby schläft nicht bei ihrem Vater. Nein, sie will auf Mamas Schoß; wieder genau dann, wenn Söhnchens Bettzeit war.
Da mein Mann leider nicht sehr routiniert immer den gleichen Abendablauf vollzieht, dauerte es immer länger, bis Söhnchen endlich schlief. Über die Sommerferien wurde er schließlich nur noch ins Bett geschickt und durfte in seinem Zimmer noch spielen, bis es dunkel war. Geschlafen hat er dann dennoch nicht, sondern im Dunkeln weiter gespielt.
Zum Glück ist Söhnchen von sich aus so ordentlich, dass er Zähne putzen zumindest nie vergessen hat. Ganz im Gegensatz zu seinen Haustier-Pflichtaufgaben. Alle paar Tage sagten mir zwei große Hundeaugen vor der Couch, dass der Nampf noch leer war.

Also musste eine Änderung her. Beide Kinder wollen, dass ich sie ins Bett bringe, beide Kinder wollte ich auch ins Bett bringen. Und beide Kinder haben etwas zur selben Zeit Schlafenszeit.

Organisation ist alles

Nachdem ich mich versichert hatte, dass Töchterchens Anhänglichkeit in dem Alter normal sei und genauso ihr unruhiger Schlaf, konnte ich den Abendablauf überdenken.

Wie wichtig so ein Abendritual sein kann, habe ich durch Söhnchen bereits erfahren. Er war immer sehr Sicherheitsbedürftig, es musste immer alles stimmen. Zwar ist er mittlerweile alt genug, um auch mal ohne die Routine zu schlafen, dennoch fehlt ihm dann etwas. Jedes Mal, wenn es kurz abgehandet wird, steht er eine halbe Stunde später wieder bei mir im Wohnzimmer.
Die Lösung war: Meine Kinder bekommen ein gemeinsames Abendritual.

Nach dem Abendessen darf Töchterchen zuschauen, wie Söhnchen und ich die Tiere füttern. Dann geht es ersteinmal ins Schlafzimmer. Während Töchterchen in ihrem Bett die letzte Milchflasche alleine trinken darf, lese ich Söhnchen seine Geschichte vor. Danach geht es gemeinsam ins Bad Zähne putzen – auch für das Baby. Dieses wird dann noch gewickelt und umgezogen, während Söhnchen sich um das Katzenklo kümmert, dann geht es richtig ins Bett. Den Gute-Nacht-Kuss für Söhnchen gibt es schon im Bad.
Wenn ich Töchterchen in ihr Bett legen kann, schläft auch Söhnchen meistens schon, wenn ich ihn noch einmal zudecke.

Fazit

Ich kann die Expertenstimmen nur bestätigen: Zumindest meinen Kindern hilft ein geregelter Ablauf, selbst wenn Söhnchen dabei noch seine Pflichten erfüllen muss. Danach schlafen beide deutlich besser!

Quellen

das baby : Informationen für Eltern über das erste Lebensjahr / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Online unter: http://www.bzga.de/infomaterialien/kinder-und-jugendgesundheit/das-baby-ein-leitfaden-fuer-eltern/

Das erste Jahr mit dem Baby : Alles, was junge Eltern wissen müssen ; Orientierung – Entwicklung – Pflege – Ernährung / Weber, Monika – Falken, ISBN: 3-8068-4884-X

Internet:
http://www.rund-ums-baby.de: Entwicklungskalender fürs Baby
http://www.familie.de: Tagesablauf durch Rituale gestalten
http://www.elternwissen.com: Schlafprobleme bei Babys: So können alle wieder durchschlafen

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