Erziehungsfragen: Das Ding mit der Schokolade

Kind mit Schokocreme

Kind ist verschmiert @ Salih Ucar / pixelio.de

Die jüngeren Geschwister haben es immer besser, sie profitieren von den größeren. Nicht nur, was die Entwicklung angeht, auch beim Essen.

Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, wie lange wir Söhnchen hingehalten haben, bevor er Schokolade haben durfte. Aber ich bin mir sicher, er musste länger warten, als Töchterchen. Diese hatte ihre erste Schokoladenbegegnung Mitte August, mit zehn Monaten. Nachdem die große Hitze vorbei war und man wieder Schokolade verteilen konnte, ohne, dass sie in der Hand zerfloss, fand sie unversehens einen von Söhnchens Schokokeksen auf dem Wohnzimmertisch. Da Töchterchen sich alles erstmal in den Mund schiebt, merkte sie schnell: Das schmeckt gut! Und gab den Keks nicht wieder her.
Ein paar Tage später erlebte ich, dass sie sich zielstrebig einen der Schokoladenkekse stibitzte, obwohl auf Söhnchens Keksteller verschiedene Kekse lagen.

Expertenstimmen

Schokolade ist ein Genussmittel; es schmeckt gut, aber man sollte sich nicht nur davon ernähren. Laut Wikipedia sind wir Deutsche in der Menge, die jeder durchschnittlich pro Jahr isst, sogar ganz vorne mit dabei. Ob Schokolade dabei nun gesund ist, ob nur dunkle Schokolade dazu zählt oder nicht, ist strittig.
Überhaupt scheiden sich beim Thema Schokolade die Geister. Die einen behaupten felsenfest, sie mache dick, andere essen davon mehr als die Dicken und sind dennoch rank und schlank. Es gibt sogar eine Studien, die belegen, dass Dünne mehr Schokolade essen, als Dicke. Berichtet wurde darüber unter anderem auf Spiegel.de: Schokolade-Liebhaber sind schlanker.
Diskussionen gibt es auch viele darüber, ob Schokolade wegen des Kuhmilchgehaltes oder bestimmten Bitterstoffen für Kinder gefährlich sein kann. Eindeutige Ergebnisse habe ich aber ich aber nicht entdecken können. Also bleibt auch das eine Behauptung.
Im Grunde sind sich die Experten bei Schokolade nur über eines einig: Der Zuckergehalt schadet den Zähnen.

Die Handhabung in Schokoladenfragen bleibt also alleine Erziehungssache.

Ein gutes Vorbild

Was schmeckt und was nicht, lernt Töchterchen schnell. Bleibt nur die Frage, ob wir ihr die Schokolade noch verbieten sollen. Noch geht das, noch können wir ihr Sachen aus den Fingern nehmen. Sie protestiert zwar, doch nicht weil sie merkt, dass es unfair ist, wenn sie keine Schokolade essen darf. Spätestens dann kann ich ihr die Schokolade nicht mehr verweigern. Denn eine meiner Regeln in der Erziehung ist: Sei ein gutes Vorbild. Schokolade gehört bei mir nicht zu den Eltern-Privilegien wie Cola oder Kaffee, was beides allein des Koffeins schon nicht gerade sehr kinderfreundlich ist. Schokolade schmeckt gut und hat keine mir bekannten Nachteile, so lange man den Genuss in Grenzen hält.
Will ich also nicht, dass meine Kinder zu viel Schokolade essen, muss ich mich selbst einschränken und es so vormachen, wie ich es für richtig halte.

Es gilt also: Fragt Söhnchen mich nach Schokolade, darf er welche haben – vorausgesetzt, es ist nicht das dritte Mal am Tag. Mit den gleichen Voraussetzungen gebe ich ihm auch kommentarlos welche, sobald ich mir welche aus dem Schrank nehme.
Töchterchen bekommt aktiv noch keine zugesteckt. Aber grapscht sie sich ein Stück, weil wir nicht genug aufpassen, lasse ich es ihr. Besser sie steckt sich ein Stück Schokolade in den Mund, dass sie vom Tisch stibitzt hat, als dass sie sich als Alternative einen mit Dreck und Tierhaaren verklebten Apfelrest vom Frühstück genehmigt, den sie unter der Eckbank gefunden hat.

Keine Lügen

Ja, ich kenne Mütter, die ihre Kinder belügen und / oder hintergehen.
Manche verfolgen das Prinzip, dass sie nur Schokolade essen, wenn die Kinder schon im Bett sind. Die kleinen selbst dürfen aber keine essen. Ich habe sogar schon eine Mutter auf dem Spielplatz erzählen hören, dass ihre Tochter denke, die morgendliche Schokocreme auf dem Frühstückstisch sei scharf, weil die Mutter das ganz am Anfang behauptete. Das Resultat war natürlich, dass die Tochter besagter Mutter die Schokocreme nicht einmal probieren will.
Aber was passiert, wenn die Kinder rausfinden, dass ihre Eltern die ganze Zeit nicht ehrlich waren?

Meine Vorstellung von Erziehung ist das jedenfalls nicht. Auch da muss ich doch Vorbild sein und wenn ich von meinen Kindern erwarte, dass sie nicht lügen, darf ich das selbst auch nicht. Nicht einmal in solch kleinen Dingen, bei denen man denk, den Kindern etwas Gutes zu tun.
Besser ist es, den Kindern zu erklären, weswegen sie nicht zu viel Schokolade essen sollen. Söhnchen zumindest weiß schon, dass man von ungesunden Sachen nicht zu viel essen soll; und, dass Schokolade dazu zählt.

Fazit

Ich muss damit leben, dass es Schokolade auf der Welt gibt und ich auch nur ungerne selbst ganz darauf verzichten möchte. Ich esse Schokolade, also dürfen meine Kinder das auch. Allein auf die Menge müssen wir achten. Es wird noch früh genug kommen, dass Töchterchen beginnt, sich zu beschweren, wenn sie keine bekommt – aber ich hoffe darauf, dass es noch laaaaange dauert.

Quellen und Links

Wikipedia: Schokolade
unserbaby: Schokolade und Kindergesundheit – ein Ding der Unmöglichkeit?
Baby und Familie: Was darf mein Kind essen?
Portal Gesundheit: Ungeeignete und gefährliche Nahrungsmittel und Lebensmittelzusätze für Säuglinge und Kleinkinder

Nicht ganz mein Thema, aber schön zu lesen:
Pusteblumenbaby: Was Schokolade mit Schwangerschaft und glücklichen Babys zu tun hat – Eine wirklich wertvolle Entdeckung

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3 Kommentare zu “Erziehungsfragen: Das Ding mit der Schokolade

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