Sprachentwicklung

Kleine Künstlerin

Kleine Künstlerin @ Helene Souza / pixelio.de

Einer der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung eines Kindes ist das Sprechen. Neben dem Laufen ist es meines Erachtens der wichtigste Schritt in der Entwicklung vom Baby zum Kleinkind. Und: Welche Mutter ist nicht gespannt auf das erste Wort?

Expertenstimmen

Die Sprache ist ein wesentlicher Teil der Entwicklung eines Babys. Schon im Mutterleib kann es die Stimmen der Familie wahrnehmen, ist es auf der Welt, wirken die bekannten Stimmen beruhigend. Damit beginnt bereits das Verständnis für Sprache. Zunächst lernt das Kind die Emotionen aus dem Tonfall herauszuhören; Glück, Angst und Trauer sind nur einige Beispiele. Die grundlegenden Eigenheiten der Muttersprache, wie bestimmte Betonungen und Lautbildungen, begreift es bereits in den ersten Lebensmonaten. Später begreift es den Sinn der Worte selbst.

Wie auch das Laufen, verläuft die Sprachentwicklung sehr individuell. Dennoch können bestimmte Sprachetappen definiert werden:

Sprachentwicklung @ Broschüre: das baby / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Sprachentwicklung @ Broschüre: das baby / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Bis zum 18ten Lebensmonat können Kinder bereits einige Worte sprechen; die Menge aber ist sehr weit gedehnt. Dabei kann es zwischen wenigen Worten und einem ganzen Wortschatz schwanken. Grundlegend sind es Benennungen von Gegenständen und Personen. Das Verständnis ist jedoch breiter gefächert. Verbote zum Beispiel kann ein Kind auf eine Bestimmte Sache beziehen, auch ohne das Wort zu kennen.
Bis zum zweiten Lebensjahr ist die Sprachentwicklung zumeist so weit vorangeschritten, dass das Kind über einen großen Wortschatz verfügt und beginnt Zweiwortsätze zu bilden.

Das Sprechen lernen kann nicht beschleunigt werden. Jedes Kind hat seine Zeit und seinen eigenen Lernrhythmus. Eltern können dabei höchstens unterstützen, indem sie dem Kind möglichst viel in möglichst einfachen Sätzen erklären und auf es eingehen, wenn es etwas „wissen“ möchte.

Zwei so unterschiedliche Kinder

Ich erinnere mich noch genau an die ersten Worte meines Sohnes. Er war 13 Monate alt, als er „Auto“ sagte und damit zielgerichtet sein Spielzeug meinte. Nicht lange danach folgten auch „Mama“ und „Daddy“. Es war alles ganz klar und deutlich; Söhnchen hat eben von Anfang an nur etwas getan, wenn er sich sicher darin fühlte.
Aber wie das nun einmal so ist: Bei Töchterchen ist alles anders.

Uns wurde oft gesagt, Mädchen seien mehr darauf fixiert, Sprechen zu lernen als Laufen. Aber wenn die Mutter schon viele Frauen-Klischees nicht erfüllt, weswegen sollte es dann die Tochter? Nein, Töchterchen hat viel mehr Spaß an Bewegung, das habe ich in meinem Beitrag Mit großen Schritten vom Baby zum Kleinkind schon erzählt. Aber das Sprechen scheint sie nicht so sehr zu lieben.
War es bei Söhnchen immer sehr eindeutig, was gemeint war, scheint es bei Töchterchen doch eher schwammig – zumindest für uns. Sie scheint fest der Meinung zu sein, dass mein Mann und ich gleichwertig „Dada“ sind und unsere Haustiere, Katzen wie Hund, alle zusammen „Katze“. Genauso gibt es für alle Pflanzen und alles, was groß ist ein „Baum“. Manchmal kommt noch ein „Jaja“, was eventuell eine Bezeichnung für Söhnchen sein könnte. Aber wirklich eindeutig ist es nicht.

Sind ihre Worte selbst etwas diffus, bin ich zumindest sicher, dass sie bereits viel versteht. Frage ich sie nach Namen, kann sie mir zeigen, wer gemeint ist. Auch bestimmte Gegenstände deutet sie korrekt heraus. Zudem bekundet sie auch oft mit einem „Da“, dass sie wissen möchte, wie etwas heißt. Besonders gerne macht sie das auf den Spaziergängen, bei denen sie zu dem Objekt der Begierde auch gleich hinrennen kann. Aber die Freude an Bewegung überwiegt noch immer. Hier wird gerannt oder ein Deckel auf die leere Wasserflasche gedreht, dort getanzt oder ausprobiert, wie gut sie schon auf Zehenspitzen stehen kann. Dabei wird plappernder Weise auch viel erzählt, an richtigen Worten fehlt es aber noch. Sie verbringt doch lieber viel mehr Zeit damit, herauszufinden, wie sie auf ein Möbelstück hinaufklettern kann, als sich zum Beispiel mit einem Buch hinzusetzten und wissbegierig jemanden auszufragen.

Fazit

Töchterchen lässt sich mit dem Sprechen Zeit, so ist das nun einmal. Hat ihr Bruder gleichzeitig mit Laufen und Sprechen begonnen, übt sie sich lieber in divesen Bewegungsabläufen. Jedes Kind ist nunmal anders und meine Kinder lassen sich schonmal gar nicht in eine Schublade stecken. Während mein Sohn sehr sensibel ist und seine Stofftiere liebt, entwickelt sich Töchterchen eher zu einer kleinen Draufgängerin.

Quellen:

das baby : Informationen für Eltern über das erste Lebensjahr / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Online unter: http://www.bzga.de/infomaterialien/kinder-und-jugendgesundheit/das-baby-ein-leitfaden-fuer-eltern/

Knetfeders Kleinkindpädagogig: Sprachentwicklung

eltern.de: So lernen Babys sprechen

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