Sommerzeit …

Jedes Jahr wieder; jedes Jahr kommt sie unweigerlich, die Sommerzeit. Und mit ihr jedes Jahr das gleiche Chaos: man nimmt uns eine Stunde unserer Zeit weg und gibt sie uns erst im Herbst wieder. Und jedes Mal wieder frage ich mich, wer hatte eigentlich diese dumme Idee?
In meiner Vorstellung kann es nur jemand gewesen sein, der den ganzen Tag in einem fensterlosen Kellerraum saß, bei kaltem Lampenlicht, und der vor allem keine Kinder hat.

Laut Wikipedia ist der Ursprung der Sommerzeit die Idee eines William Willett, der schon 1907 seine „Daylight Saving Time“ umsetzte. Offiziell eingeführt wurde sie in Deutschland 1916.
Im Artikel Sommerzeit aufgeführt ist eine Liste von Vor- und Nachteilen sowie eine mit Problemen bei der Umstellung. Eine lange Liste von Problemen …

Selbst während meines Studiums – eine Zeit, in der ich die wenigsten Verpflichtungen in meinem bisherigen Leben hatte – hat mich die Zeitumstellung auf die Sommerzeit schon aus der Bahn geworfen. Eine Stunde früher aus dem Schlaf gerissen zu werden tut nicht gut, wenn sich der eigene Rhythmus so gut anpasst, dass man immer aufwacht, kurz bevor der Wecker klingelt. Schon von Haus aus brauche ich bis zu zwei Wochen, damit ich mich umstellen kann.
Doch ich bin ja schon lange nicht mehr alleine und ohne Verpflichtungen.

Wer schon einmal versucht hat, den Schlafrhythmus eines Babys oder Kleinkindes anzupassen, dürfte wissen, dass auch das seine Zeit braucht. Es war schon bei Söhnchen immer schwierig. Ausschlafen geht bei ihm nur selten. Muss er aber eine Stunde früher aufstehen, ist er den ganzen Tag totmüde – und das auch über Wochen hinweg. Früher schlafen gehen gestaltet sich auch schwierig, wenn er zu dem Zeitpunkt durch die Müdigkeit schon wieder überdreht ist und deswegen nicht einschläft. Ein Glück, dass es zur Zeitumstellung zumindest meistens Schulferien gibt.

Töchterchen ist zusätzlich ein Phänomen für sich. Hat sie sich die letzten Wochen um 5 Uhr morgens zu mir ins Bett gekuschelt, ist es dank Sommerzeit jetzt 6 Uhr. Dumm nur, dass ich eigentlich um sechs aufstehen möchte. Noch dümmer, dass Töchterchen sich nicht zu meinem Mann kuscheln möchte, sondern die Zeit genießen, die ich noch zuhause bin. Am dümmsten, dass sie mindestens eine halbe Stunde braucht, um wieder einzuschlafen und noch länger, damit ich unbemerkt aufstehen kann.
Das Resultat ist folgendes: Die Stunde, die mir dadurch morgens fehlen, sind eine halbe Stunde Zeit für mich und der Morgenspazierhang mit unserem Hund.

Statt morgens meine Ruhe zu haben, stehe ich also derweil mit zwei übermüdeten Kindern da und einem Hund, der mir ständig vor die Beine läuft, weil er raus will. Und das nur, weil irgendjemand meinte, längeres Tageslicht sei vorteilhaft.

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