Woran Mama sich die Zähne ausbeißt – oder: Zahnputzfrust

Kind putzt Zähne

Zähne putzen @ Benjamin Thorn / pixelio.de

Töchterchens Ambitionen, alles selbst machen zu wollen, haben ihre Vor- und Nachteile. Einen entscheidenden Nachteil hat es beim Zähneputzen. Während Söhnchen in dem Alter eher das andere Extrem bevorzugte und sich bedienen ließ, wehrt sich Töchterchen bei vielem mit Händen und Füßen dagegen; so leider auch zuweilen beim Zähneputzen.

Expertenstimmen

Die Experten sind sich einig: schon die ersten Milchzähnchen müssen geputzt werden. Und ich bin ganz ihrer Meinung. Von dem Polieren mit einfachen Wattestäbchen bis hin zu den ersten Zahnputzt-Sets, gibt es alles Erdenkliche an Möglichkeiten und Hilfsmitteln, womit die ersten Zähne schön sauber werden sollen.
Eine ultimative Methode, wie die Kinder sich die Zähne putzen lassen, hat allerdings niemand. Ideen gibt es dennoch sehr viele. Der Konsens läuft darauf hinaus, Zähneputzen muss Spaß machen. Denn, was Spaß macht, machen Kinder gerne.

Die gängigen Methoden für ein Zähneputzen ohne Zwang sind:

  • Während des Putzens ein Lied singen
  • Sich während des Putzens eine Geschichten ausdenken / erzählen
  • Ein Spiel daraus machen, z.B. „wer putzt besser“
  • Selbst ein gutes Vorbild sein und mitputzen
  • Das Zähneputzen zu einem festen Ritual machen
  • Ab einem gewissen Alter: vernünftig erklären, warum Zähne geputzt werden wollen

Im Internet gibt es viele Methoden und Vorschläge. Die umfangreichsten und schönsten Ideen habe ich bei netmoms.de gefunden.
Allem Expertenwissen zum Trotz, gab es aber auch genügend Funde, in denen ich erfuhr, dass Kinder eben doch nicht immer so wollen, wie die Eltern.

Vom machen und machen lassen

Denke ich zurück, war das Zähneputzen bei Söhnchen nie ein Problem. Ich nahm die Zahnbürste in die Hand, er sperrte den Mund auf und ich sang ein kleines Liedchen darüber, was er an dem Tag alles Schönes gemacht hatte, während ich seine Zähne schrubbte. War das Lied fertig, war auch das Zähneputzen vorbei. Das einzige Problem trat auf, als er selbst putzen sollte und das nicht wollte. Dank professioneller Anleitung im Kindergarten und elektrischer Zahnbürste hatte sich das jedoch schnell erledigt.

Die ersten richtigen Zahnputzprobleme kamen nun erst bei Töchterchen. Gebe ich ihr die Zahnbürste in die Hand, kaut sie darauf herum und lutscht die Zahnpaste ab. Sie freut sich über die Zahnbürste, wirklich. Sie imitiert sogar die Bewegungen, aber da hörte es lange Zeit schon wieder auf. Nahm ich ihr die Zahnbürste ab, kniff sie die Lippen zusammen.
Also packte ich meine Ideenkiste aus. Zuerst habe ich versucht, auch ihr ein Liedchen zu singen – ohne Erfolg. Dann habe ich gleichzeitig meine Zähne geputzt. Ein paar Mal konnte ich ihre Zähnchen schrubben, während sie das Selbe bei mir mit meiner Zahnbürste machen durfte. Bis sie das auch nicht mehr wollte und ihr Mund wieder zublieb.
Danach kam das Kitzeln an die Reihe, aber auch da hatte sie schnell herausgefunden, wie sie kichert, ohne den Mund dabei aufzumachen. Zeitweilen ging es, wenn sie im Spiegel zuschauen konnte, wie ich putze oder wenn mein Mann die Zahnbürste führte. Danach mussten plötzlich wir beide anwesend sein, damit sie den Mund aufmachte. Irgendwann hatten wir drei Zahnbürsten für sie, damit sie in jeder Hand eine haben konnte, während ich die dritte hatte. Ihre Beißerchen bekamen wir dadurch trotzdem nicht zu sehen.
Kurzum: Es war ein ständiges hin und her. Wir haben so ziemlich alle ausprobiert, was man bei einem Kind in dem Alter probieren kann, ohne sie zum Schreien bringen zu müssen; nach wie vor erfolglos. Länger als eine Woche kamen wir mit keiner Methode an ihre Zähne.
Mein nächster Versuch wäre die elektrische Zahnbürste gewesen. Söhnchen ist ihr großes Vorbild, alles, was er tut, will sie auch. Aber soweit musste ich plötzlich nicht mehr gehen.

Wodurch genau vor gut zwei Wochen Töchterchens Sinneswandel kam, weiß ich beim besten Willen nicht. Vielleicht war es meine Hartnäckigkeit, vielleicht findet sie es plötzlich auch gut und ändert ihre Meinung morgen wieder. Was immer es war: Endlich macht Töchterchen freiwillig den Mund auf. Noch immer kaut sie zuerst auf der Zahnbürste herum, lutscht die Zahnpasta ab und imitiert die Zahnputzbewegungen. Aber jetzt darf ich die Zahnbürste danach endlich übernehmen und putzen.
Wir mussten nur etwa ein Jahr Geduld haben. Ich hoffe, ihre Zähne werden es ihr danken.

Quellen:

Rund ums Baby: Keine Chance für Karies – die erste Zahnpflege
netmoms.de: 10 Tipps: So macht Kindern das Zähneputzen Spaß
Babycenter.de: So wird Zähneputzen zum Kinderspiel
123 windelfrei.de: Zähneputzen beim Kleinkind – Problem gelöst!!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s