Pseudokrupp

Rettungswagen

Rettungswagen @ S. Fries / pixelio.de

Kinderkrankheiten sind so eine Sache. In den meisten Fällen braucht man sich keine Sorgen machen, Kinder werden nun einmal krank. Nicht jede Erkältung ist es wert, wegen ihr gleich zum Arzt zu rennen. Hin und wieder muss jedoch sogar mitten in der Nacht die Notaufnahme der Kinderstation im Krankenhaus herhalten, so beunruhigend kann eine plötzliche Erkrankung sein. Darunter fällt auch der sogenannte Pseudokrupp.

Expertenstimmen

Eigentlich handelt es sich bei dem Pseudokrupp lediglich um eine Entzündung der oberen Atemwege und des Kehlkopfs. Im Zuge dessen kann es bei Säuglingen und Kleinkindern zu schweren Hustenanfällen und Atemnot kommen.
Die Ursache dafür ist das Anschwellen der Schleimhäute des Kehlkopfs und unterhalb der Stimmbänder. Der geringere Durchmesser kann schneller, als bei Erwachsenen für Atmennot sorgen.

Ein Pseudokrupp-Anfall tritt meistens nachts auf und äußert sich durch einen bellenden, trockenen Husten sowie einem pfeifendem Geräusch beim Einatmen. Meistens führt all das dazu, dass das Kind nicht mehr richtig Atmen kann. Ein Anzeichen vor dem Anfall kann Heiserkeit sein, eventuell Fieber. Oft ist es aber so, dass die Kinder nicht ernsthaft krank wirken.

Abhilfe kann ein Cortisonzäpfchen schaffen. Das Cortison lässt sie Schleimhäute abschwellen und sorgt dafür, dass das Kind wieder freier atmen kann.
Vorbeugend kann auch kalte und / oder feuchte Luft helfen, einem Pseudokrupp-Anfall aus dem Weg zu gehen.

Neben dem Pseudokrupp gibt es noch den „echten Krupp“, der bei Diphterie auftreten kann. Da in Europa allerdings gegen Dyphterie geimpft werden kann, tritt ein „echter Krupp“ hier kaum noch auf.

Der erste Schreck

Ich weiß nicht mehr, wie alt Söhnchen war, als er seinen ersten Pseudokrupp-Anfall hatte. Ich weiß lediglich, es war vor Töchterchens Ankunft in der Familie.
Söhnchen wachte mitten in der Nacht auf und hustete und hustete. Weil er deswegen nicht mehr schlafen konnte, kam er ins Schlafzimmer und kuschelte sich dazu. Nur Minuten später fiel ihm plötzlich das Atmen schwerer und er bekam irgendwann kaum noch Luft. Es war Winter und instinktiv öffneten wir das Fenster um frische Luft herein zu lassen. Der Anfalls wurde kaum besser, nicht zuletzt, weil Söhnchen weinte.
Das war der Moment, in dem wir entschieden ins Krankenhaus zu fahren. Kaum waren wir aus dem Haus und im kühlen Auto, besserte sich der Husten – und wie wir später erfuhren, nicht nur deswegen, weil es Söhnchen beruhigten, ins Krankenhaus gebracht zu werden.

Vielleicht fünf Minuten später platzen wir in die Ambulanz der Kinderstation. In anbetracht der spätens Stunde mussten wir nicht lange warten. Eine Krankenschwester wieß uns einen Behandlungsraum zu, kurz darauf erschien eine zweite Krankenschwester; eine sehr erfahrene Krankenschwester, denn kaum hatte mein Mann einen Satz der Erklärung abgegeben und Söhnchen einmal gehustst, wusste sie, was Sache war. Sie brachte uns schnell einen Apparat mit Atemmaske zum Inhalieren für Söhnchen, der sich die Maske sogar bereitwillig aufsetzen ließ, sobald er merkte, dass der Dampf daraus half. Erklären tat die gute Frau uns freilich nicht viel. Stattdessen drückte sie uns ein Cortisonzäpfchen in die Hand und schickte uns samt Kind wieder nach Hause.

Wissen ist Macht

Unsere Kinderärztin erkklärte uns am Nächsten Tag etwas genauer, was Söhnchen da für einen Anfall gehabt hatte – und auch, welche vorbeugenden Maßnahmen helfen konnten, einen weiteren Anfall zu verhindern.
Ich für meinen Teil habe das ganze Söhnchen erklärt. Seit dem schläft er nur noch mit offenem Festern, sobald er an Husten oder Heiserkeit leidet. Besser noch: er weiß, was bei einem solchen Anfall passiert und trifft selbst Vorkehrungen. Da heißt es manchmal morgens: „Wer hat das Fenster zu gemacht?!“

Zwar heißt es, wenn ein Kind einen Pseudokrupp-Anfall hatte, kommt er in der Regel nicht wieder. Söhnchen bildet jedoch gleich die Ausnahme der Regel. Im Großen und ganzen hatte Söhnchen seit dem etwa einmal im Jahr einen Anfall. Selbst jetzt, als Zweitklässer hat es ihn jetzt noch einmal erwischt.
Aber nachdem der erste Schock beim ersten Pseudokrupp-Anfall überwunden war, wussten wir, was zu tun war. Dank Vorbeugung endeten auch nicht alle mit einem Cortisonzäpfen.

Fazit

Seit wir wissen, worum es geht und was zu tun ist, sitzt uns der Schreck nicht mehr in den Knorchen, wenn Söhnchen wieder anfängt zu husten und nach Luft zu ringen. Dennoch war das erste Mal ein Schock, denn selbst wenn man schon einmal davon gelesen hat, wer kann es denn gleich einordnen?
Manche Kinder haben es eben leider oft, andere garicht. Ich hoffe, Töchterchen wird zu letztem gehören.

Und auch bei Töchterchen bin ich zufrieden damit, ein Zäpfen für den Notfall im Haus zu haben. Noch hatte sie keinen Anfall, doch der soll nur kommen. Dem werden wir was Husten!

Quellen

pseudokrupp.net
Wikipedia: Pseudokrupp

Das Baby : Ein Leitfaden für Eltern / Broschüre der Bundesentrale für gesundheitliche aufklärung (BZgA), Köln

Advertisements

3 Kommentare zu “Pseudokrupp

  1. Um genau über solche Themen Bescheid zu wissen, bin ich zum Erste Hilfe Kurs mit Kind gegangen. Einen Artikel dazu findest du auf meinem neuen Blog zum Thema Studentenalltag mit Kind. Ich freue mich über deinen Besuch!

    • Generell sicherlich eine sehr gute Idee 🙂 So ein Erste Hilfe Kurs ist niemals für die Katz.

      Die Frage ist nur, ob man sich auch nach zwei oder drei Jahren, wenn der Pseudokrupp dann wirklich auftritt, wirklich noch daran erinnert, wie dieser aussieht, wie die Symptome sind und was man dabei zu tun hat.
      Mir wäre das sicherlich genauso entfallen, wie alles, was ich zu Söhnchens Babyzeiten darüber gelesen hatte.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s