Blogparade: Wie man sich bettet, so lügt man

Da ich just vor ein paar Wochen die Idee hatte, etwas über das hin und her beim Schlafen zu schreiben, nehme ich nun die Blogparade: Wie man sich bettet, so lügt man. Eure Geschichten zur guten Nacht. von Teilzeitmutter als Anlass, mich dazu auch endlich zu äußern.
In ihren Blogbeitrag spricht sie davon, dass viel zum Thema Schlaf unter Müttern gelogen oder beschönigt wird. Stimmt das denn? Vielleicht kenne ich für solche Dinge, die falschen Mütter. Meine eigenen Erfahrungen würde ich nie beschönigen, was sicherlich auch ein Grund ist, weswegen ich einfach erwarte, dass andere Mütter das auch nicht tun. Eine Mutter ist auch nur ein Mensch und auch, wenn die Kinder schnell durchschlafen, das Thema Schlafen gehen, Rituale und alles weitere, was damit zusammenhängt kommt bei jedem Kind irgendwann wieder auf, sei es bei einer üblen Krankheit, die das Kind durchstehen muss oder dem Monster, das unter dem Bett lauert. Manchmal muss man einfach kreativ sein und zum Beispiel kurzerhand einen Hund in das Kinderzimmer einquartieren, weil dann sicherlich kein Monster im Zimmer sein kann. Das Thema schlafen geht bei uns zumindest niemals zu Ende. Beide Kinder haben ihre Phasen. Manchmal hilft dagegenhalten, manchmal einfach ein paar Nächte zu viert im Familienbett aushalten. Ja, wir haben ein Familienbett, seit Töchterchen auf der Welt ist.

Was das Schlafverhalten angeht haben wir zwei sehr unterschiedliche Kinder. Während Sohnemann (vermutlich bedingt durch seinen einmonatigen Aufenthalt auf der Frühchenstation) immer nur in seinem Bett geschlafen hat und auch nie eine Hand brauchte damit er einschlafen konnte, war Töchterchen von Anfang an der anhängliche Typ. Wo wir bei Sohnemann froh waren, dass er mit etwa drei oder vier Jahren dann auch endlich mal zu uns ins Bett kam und bei uns schlafen wollte, ist Töchterchen eher nicht aus unserem Bett zu vertreiben.

Töchterchen schlief von Anfang an am liebsten an meiner Brust ein, ließ sich die ersten Wochen (oder Monate?) nicht ablegen, wenn sie schlief und war auch nicht in ihr Kinderbett zu verbannen, obgleich es bei uns im Schlafzimmer stand. Das Resultat war: sie schlief bei uns im Bett. Immerhin schlief sie sehr schnell auch die Nächte durch, wenn sie nicht gerade massive Probleme mit Blähungen und Zähnen hatte.
Irgendwann schaffte ich es dann, sie, wenn ich ins Bett ging, in ihr eigenes Bett umzuquartieren. Anfangs mit Händchenhalten, später auch ohne. Das änderte aber nichts daran, dass sie dennoch jede Nacht aus ihrem Bett zu uns kletterte und sich unter meine Decke kuschelte. Auch da war und ist sie eigenen. Ihr Daddy ist dabei nur selten gefragt, lange Zeit wollte sie immer nur zu mir. Es war also sogar schon ein Fortschritt, wenn sie nicht unter meine Decke rutschte.
Letzten Sommer bekam Töchterchen dann ihr eigenes Kinderzimmer, mit ihrem Gitterbett und sogar noch einem Hochbett ausgestattet. Wir erwarteten zwar nicht, dass sie in diesem schon schlafen würde, aber was stand, das stand. Geschlafen hat sie die erste Hälfte der Nacht nach wie vor in ihrem Gitterbett, die andere Hälfte kam sie wieder bevorzugt unter meine Decke gehuscht.
Dann kam ein Umbruch. Mein Mann war letzten Herbst länger krank, irgendetwas grippiges. Fast zeitgleich hatte Sohnemann Anwandlungen nicht alleine in seinem Zimmer schlafen zu wollen. Damit die Kinder sich nicht ansteckten, verbannte ich sie beide in Töchterchens Zimmer. Ich las im Hochbett wie gewöhnlich beiden etwas vor und da Töchterchen nicht in ihr Gitterbett wechseln wollte, sondern mit ihren Bruder im Hochbett bleiben, blieb auch ich so lange dort liegen, wie möglich. Leider ist das Bett nicht groß genug, damit ein Kindergartenkind und ein Schulkind bequem mit der Mutter darin liegen können. Irgendwann tat mir alles weh und Töchterchen schliefen noch nicht. Dazu kam, Sohnemann liest nach dem Vorlesen selbst gerne noch weiter. Töchterchen konnte also nicht schlafen, blieb wach, bis Sohnemann genug gelesen hatte und dann … hielten sie sich gegenseitig weiterhin wach. Ein paar Tage hatten wir also völlig übermüdete Kinder, dann flatterte die nächste Krankheit ins Haus – oder besser: in Töchterchens Ohr. Also wanderte Töchterchen wieder ins Familienbett und blieb dort.

Unsere derzeitige Situation sieht wie folgt aus: Töchterchen schläft mit ihren Drei Jahren (wieder) bei uns im Bett. Dafür hat Sohnemann ihr Hochbett besetzt, weil seines nach eigener Aussage zu wackelig ist – und ja, das ist es leider wirklich.
Eine Sache aber hat sich geändert: ich brauche nicht mehr warten, bis Töchterchen eingeschlafen ist. Ich darf gehen, denn unsere Kleine hat die Gewissheit, dass ich mich später dazu kuschle. Zwar darf ich sie dann nicht in eines ihrer Betten bringen, aber das macht nichts. Der Zeitpunkt wird kommen, in dem sie es selbst möchte.

Was ich im übrigens zum Thema Schlaf niemals zurate gezogen habe, war irgendwelche Ratgeberliteratur. Ich erinnere mich an ein einzige Mals, wo ich mich nach Ideen erkundigt habe, wie ich ein Schlafproblem lösen könnte, doch letztlich habe ich immer meine Intuition entscheiden lassen. Jedes Kind ist anders. Allein meine beiden unterscheiden sich schon unglaublich. Meine Kuschelmaus ist nun einmal sehr Nähebedürftig, wie könnte ich sie dann einfach so dazu zwingen alleine in ihrem Bett zu schlafen? Zudem ist sie mittlerweile in einem Alter, in dem sie verständig ist. Verständig genug, dass sie weiß, auch wenn sie alleine einschläft, später kommt Mama dazu. Mit dieser Sicherheit lässt es sich wohl am besten Schlafen.

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3 Kommentare zu “Blogparade: Wie man sich bettet, so lügt man

  1. Vielen Dank fürs Mitmachen. Schön zu sehen, dass doch jedes Kind seinen ganz eigenen Charakter hat – auch was das Schlafverhalten angeht. Da lässt sich nicht viel „anerziehen“, nur individuell reagieren. Das entnehme ich jedenfalls deiner Geschichte. Finde, du hast das prima gelöst.
    Liebe Grüße!

  2. Ich glaube, manche Mütter sind verunsichert, wenn sie ihrem selbst gesteckten Ideal nicht entsprechen…..und dann wird halt geflunkert 😉

  3. Pingback: Intuition vs. Verstand – oder: warum meine Kinder und ich ein Team sind | moechtegernsbabytagebuch

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