Asylkritiker, Fremdenhass, Rassismuss.

Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gar nicht äußern. Thematisch passt es nicht in diesen Blog, schließlich soll es hier ja um Kinder gehen. Jedoch muss ich feststellen, dass sich meine Meinung aus meinen sonstigen Beiträgen nicht wirklich ergibt. Meine Einstellung dazu ist mir aber wichtig. Also sage ich es ganz deutlich. Es gibt diverse Dinge, zu denen ich aus Mangel an Information einfach keine Meinung habe. Fremdenhass gehört eindeutig nicht dazu. Ich brauche keine Informtionen um mir dazu eine Meinung zu bilden, ich brauche nur gesunden Menschenverstand:

Fremdenhass, Rassismus – oder wie immer ihr es mittlerweile nennen wollte – ist dämlich!

Ich habe in den letzten Wochen so viele Begriffe dafür gelesen, dass ich langsam auch nicht mehr weiß, wie ich es nennen soll. Mittlerweile gibt es sogar schickere und modernere Bezeichnungen als nur „Rassismus“ der „Fremdenhass“; Bezeichnungen, die verschleiern sollen was dahinter steckt. Aber es bleibt der gleiche Hintergrund: Es ist die Angst vor den Fremden, die Angst selbst Abstriche machen zu müssen, wo es einem hier in Deutschland doch so gut geht. Es ist die Angst sich vielleicht selbst einmal damit auseinandersetzten zu müssen, warum man so denkt, in sein eigenes Selbst zu blicken und herauszufinden, dass man klein und selbstsüchtig ist. Es ist eine nicht rationale Angst, wie die vor dem Monster unter dem Bett.

Obgleich ich meinen Urlaub genossen habe, so ist mir nicht entgangen, dass sich die Lage langsam jedoch stetig zugespitzt hat. Es werden Menschen angefeindet, es brennen Unterkünfte. Und so hatte mein ganzer Urlaub einen faden Beigeschmack.
Es tauchten Erinnerungen aus meiner Kindheit auf. Ich war schon immer ein Nachrichtenmuffel, dennoch gab es Dinge, die nicht an mir vorbeigingen. Brennende Flüchtlingsunterkünfte zum Beispiel, Menschen, die dabei gestorben sind und Menschen, die deswegen jubelten – und die Frage, warum jemand so etwas macht. Warum zündet jemand ein Haus an, in dem sich Menschen befinden? Vielleicht sogar Kinder, wie ich damals eines war?

Die Frage stelle ich mir noch immer. Genauso, wie einige andere. Mensch ist Mensch, egal ob schwarz oder weiß, grün oder pink. Äußerlichkeiten und Herkunft interessieren mich nicht. Mich interessiert, wie sich ein Mensch verhält. Und jeder Flüchtling, mit dem man normal als Mensch umgehen kann, ist mir lieber, als jemand, der diesem stumpfsinnig irgendwelche kriminellen Motive unterstellt ohne ihn zu kennen. Und mal ehrlich? Wie müssen sich die Menschen fühlen, die nach Deutschland kommen, die ihre Heimat aus welchen Gründen auch immer verlassen haben und nun mit Nichts in einem Land stehen, dessen Kultur sie nicht kennen und dessen Sprache sie nicht können? Meint ihr nicht, die haben auch Angst vor den Fremden hier? Noch mehr, wenn sie derart „herzlich“ empfangen werden?

Ich für meinen Teil bin nicht stolz eine Deutsche zu sein. Ich bin stolz, dass einer meiner Großväter aus Ungarn kam. Auch wenn ich weder mit der Kultur noch der Sprache irgendetwas am Hut habe, auch wenn ich ihn sogar niemals kennenlernen konnte, mit dem Gedanken fühle ich mich wohler, als nur deutsch zu sein.
Ich bin stolz auf meine Tante, die vor ich weiß nicht wie vielen Jahren einen dunkelhäutigen Mann heiratete und mit diesem drei Kinder bekam. Sie erzählte mir einmal, sie sei hier in Deutschland öfter gefragt worden, ob sie die Kinder adoptert habe.
Ich bin stolz auf meine Cousine, die zwar eine deutsche Mutter hat und wieder in Deutschland lebt, aber eben nicht auf den ersten Blick als Deutsche zu erkennen ist. Dennoch hat sie sich entschieden, hier zu leben und nicht in Amerika zu bleiben.
Ich bin stolz auf meine beste Freundin, die aus Asien kommt und trotzdem ihre Heimat hier in Deutschland hat. Eine besser Freundin könnte ich mir gar nicht wünschen!
Ich bin stolz, dass auch in der Familie meines Mannes nicht zählt, woher jemand kommt und zwei Brasilianerinnen und ein Engländer dazuzählen.
Und ich bin stolz auf meine Kinder, denen Aussehen und Herkunft auch völlig egal ist. Es zählt, dass jemand nett ist. Ich bin stolz auf meine Tochter, die sich konsequent drei zurückhaltenden Mädchen aus ihrer Kindergartengruppe ausgesucht hat um mit ihnen zu spielen; drei Mädchen, die noch an der sprachlichen Barriere hängen. Sie hat die Initiative ergriffen, nun sind es vier dicke Freundinnen.
An unseren Kindern sieht man es immer wieder: man muss ihnen die Vorurteile erst beibringen. Von alleine haben sie keine.

Noch habe ich ein paar Tage Urlaub. Die werde ich nutzen, herauszufinden, wo wir Sachspenden abgeben können. Denn: auch in unserer Stadt wurden Flüchtlinge aufgenommen. Und ich möchte keiner von den Menschen sein, die zwar ihr Mitleid bekunden, die jedoch trotzdem auf dem Hintern sitzen bleiben. Es mag nicht allzu viel sein, was ich tun kann. Aber wir haben aussortierte Kleidung und Spielsachen. Immerhin ist es ein bisschen.

Interessante Beiträge zum Thema

Da mir das Thema wichtig ist, habe ich euch noch zusammengesucht, was ich im Urlaub so an interessanten Kommentaren gelesen habe.
Zusätzlich weise ich gesondert und ausdrücklich auf #Bloggerfuerfluechtlinge hin:

Logo #Bloggerfuerfluechtlinge

Es ist eine wunderbare Aktion und ich hoffe, es beteldigen sich noch sehr viele weitere daran!

Blog-Beiträge dazu:
Zoës Zuhause: Tolleranzgrenze

Zweifachmama: #Bloggerfuerfluechtlinge: „Mama, warum ist da ein Feuer?“

Grosse Köpfe: Ich sage MÖP zur Masse der Gesellschaft #Bloggerfuerfluechtlinge

Glucke und so: Wenn morgen nichts mehr da wäre …

Bunt und farbenfroh: Ich kann’s nicht mehr hören …

Super Mom Blog: #bloggerfuerfluechtlinge // Was wir tun können

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3 Kommentare zu “Asylkritiker, Fremdenhass, Rassismuss.

  1. Ich bin stolz auf meinen kleinen Neffen, drei Monate alt, der mit seiner Mutter aus Kenia unsere Familie jeden Tag aufs neue bereichert, die zwei Kontinente verbinden und ein Gewinn für jede bunte Gesellschaft sind. Ein sehr schöner Artikel und ich freu mich sehr über die Erwähnung! Herzlichen Dank!

  2. Pingback: Wenn es nicht funktioniert … « Möchtegerns Autorenblog

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