Ein Kichern in der Nacht – oder: Windelentwöhnung

Seit Töchterchen im letzten Jahr in den Kindergarten gekommen ist, stand im Raum: wann lernt sie selbstständig auf die Toilette zu gehen? Zwar sind wir – anders als bei Sohnemann damals – nicht von Seiten des Kindergartens darauf angesprochen worden, doch man hat im Hinterkopf, dass es langsam so weit sein müsste.
Also versuchten wir gegen Töchterchens Dickkopf anzukommen, fragten sie öfter, ob sie auf Toilette gehen wolle, ob sie mal müsse und und und. Meistens schüttelte sie den Kopf und ob mit oder ohne Toiletensitz oder Töpfchen, es kam nie etwas. Doch all das war eher nebenbei und inkonsequent.

Versuch Nummer 1.

Der erste Versuch fand Anfang des Jahres statt, als Töchterchen von sich aus sagte, sie wolle keine Windel mehr tragen. Da beschlossen wir, das ganze nun konsequent anzugehen.
Also zog ich los und kaufte Unterhosen; was keine leichte Aufgabe war, da Töchterchen ein schmales Kind ist und es in ihrer Größe kaum Auswahl gab. Dennoch, ich fand welche, die passten. In schnödem Weiß. Nachdem es einmal daneben ging und Töchterchen in ihrer eigenen Pipi dastand, weigerte sie sich, Unterhosen zu tragen und bestand auf ihre Windel.
Auch die Unterhosen mit ihren Lieblingsmotiven, die ich danach noch mitbrachte, halfen bei dem Dickkopf nicht mehr. Zwar ließ sie sich ab und zu noch einmal dazu überreden, eine Unterhose anzuziehen, allerdings wollte sie immer nur eine bestimmte und keine andere – keine gute Ausgangssituation, wenn man diese dann doch öfter vollpinkelt.

Versuch Nummer 2.

Der zweite Versuch begann diesen Frühling. Wir hatten den Hintergedanken, dass es einfacher für sie sei, je weniger sie sonst noch anhaben musste. Außerdem versprachen wir ihr eine Belohnung, wenn sie endlich keine Windeln mehr brauchte. Das war immerhin ein guter Ansporn.

Die ersten paar Male gingen wieder schief, doch wir blieben hartnäckig. Beim Abendessen dann rutschte Töchterchen unruhig auf ihrem Stuhl hin und her. Die Frage, ob sie denn auf Toilette müsse, verneinte sie. Trotzdem griff ich sie mir, setzte sie auf die Toilette und erzählte ihr Hundegeschichten, um sie abzulenken. Und siehe da: Irgendwann hörten wir es Plätschern.
Töchterchens Freude war groß! Und es war genau der richtige Zeitpunkt, denn damit hatte es Klick gemacht. Plötzlich wusste sie, wann sie Pipi machen musste und es ging wirklich nur noch wenige Male schief.

Innerhalb von vielleicht einer Woche war es dann schon geschafft. Töchterchen hatte es sehr schnell raus, wann sie auf Toilette musste. Ob Groß oder Klein, alles landete dort, wo es hingehörte.
Windeln brauchte Töchterchen sehr bald nur noch nachts und somit hatte sie sich ihre Belohnung verdient:

Das Fahrrad mit Lila mit Stützrädern und Korb

Das Fahrrad mit Lila mit Stützrädern und Korb

Und ja, sie liebt ihr Fahrrad! 😉

Das Kichern in der Nacht

Es kam der Tag, an dem ich vergaß Töchterchen abends eine Windel anzuziehen. Erst als ich Töchterchen morgens für den Kindergarten anzog bemerkten wir beide, dass sie noch immer eine Unterhose trug. Zu meiner Freude war mein Bett trocken geblieben.
Fortan bestand Töchterchen darauf, auch ohne Windel zu schlafen. Ein wenig Magengrummeln hatte ich schon noch. In ihrer Windel war morgens oft nichts drin gewesen, doch es hatte immer diese wenigen Nächte gegeben, in denen sie eben doch im Schlaf gepinkelt hatte. Und es kam, wie es kommen musste.

Es begann mit einem Kichern. Ich wurde wach, weil Töchterchen neben mir im Bett lag und kicherte. Dann folgte ein: „Mama, ich muss Toilette.“ Leider war es da schon passiert; Töchterchen hatte ins Bett gemacht.
Ich hatte es ja quasi schon erwartet. Ich hatte erwartet, dass sie nachts weinend aufwachen würde, weil sie nass war. Ich hatte erwartet, dass ich sie beruhigen musste, dass wir ihr erklären müssten, dass es nicht schlimm war und manchmal einfach passierte, auch wenn man schon auf Toilette gehen konnte. Ich hatte ziemlich viel erwartet, nur nicht, dass sie kichern und es völlig ruhig hinnehmen würde. Ich wischte sie ab und zog sie um, während mein Mann das Bett soweit sauber machte, die Matratze umdrehte und die Bettwäsche wechselte. Dann legte sich Töchterchen seelenruhig wieder hin und schlief weiter.

Das Problem, das keines war

Ein paar Mal passierte es noch, dass Töchterchen ins Bett machte. Dann stellte sich heraus, dass es im Grunde sehr einfach zu lösen war: sie musste einfach vor dem Zubettgehen noch einmal Pipi machen.
Auch da stellte ich mich darauf ein, dass es schwierig werden würde, ihr beizbringen, dann zu pinkeln, wenn sie es wollte und nicht nur, wenn musste. Den Trick hat Sohnemann noch immer nicht drauf (aber der hat niemals ins Bett gemacht, er ging immer brav auf die Toilette, auch mitten in der Nacht). Doch schon bei der ersten Aufforderung ging Töchterchen nach dem Zähneputzen Pipimachen, einfach so. Sie wollte keine Windel mehr tragen. Und sie konnte sich ganz offensichtlich dann erleichtern, wenn sie es wollte. Und schon war das Problem vom Tisch.

Natürlich passiert es noch ab und zu, dass sie im Schlaf Pipi machte. Wenn sie abends viel trinkt, nutzt es auch nichts, vor dem Schlafengehen noch einmal auf Toilette zu gehen. Doch nachdem es nun noch ein paar Mal daneben ging, wacht sie nun auf wenn sie muss – und erfüllt jetzt meine Erwartungen. Sie weint, scheint aber nicht richtig wach zu werden. Fragen nutzt in dem Fall nichts. Aber setzten wir sie dann auf Toilette, macht sie etwas und schläft hinterher im Bett seelenruhig weiter.

Jetzt warte ich nun also nur noch auf die nächste Überraschung: dass Töchterchen nachts einfach aufsteht, Pipimacht und wir dann von einem „Kannst du mir helfen?“ aus dem Bad geweckt werden, anstatt von einem weinenden Kind 😉

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