Archiv

Von gesundem Menschenverstand im Wahlnachgang

Die Bundestagswahl ist um, wir haben gewählt. Und wieder saß ich in meiner kleinen Filterblase und glaubte an die Vernunft der Menschen – bis ich die ersten Hochrechnungen sah.

Kurz vorweg: Ja, ich bin links-grün-versifft. Ich halte soziale Berufe für die Wichtigsten, ich finde alle – vor allem alle Kinder – sollten die gleichen Chancen erhalten, ich mag keine Autos, keine Rassisten und keine gedankenlosen Mitläufer und bin voll für die Energiewende. Kurzum: Ich mache mir Sorgen um Menschen, Tiere und überhaupt alles Lebendige auf dieser Welt.
Und ich hoffe immer noch darauf, dass sich endlich Einiges zum Guten wendet und Menschen zeigen können, dass sie auch vernünftig sein können, statt sich in „Sicherheit“ zu wiegen und einfach jemand anderem die Schuld an all dem zu geben, was gerade schief läuft. Denn in dem Moment gibt man seine eigene Meinung ab.

 

Es beginnt im Kindergarten …

Meine Kinder denken nach. Über ziemlich vieles. Sohnemann hat sich schon immer tiefgehende Gedanken gemacht; über Gott und die Welt. Und ja, auch er bekommt vieles mit und fragt nach. Er fragt, warum manche Menschen die Flüchtlinge nicht hier haben wollen. Er fragt, warum sich die Jungs in der Schule darüber lustig machen, wenn er „Mädchenkram“ mag oder eine Wuschelfrisur haben möchte. Und er denkt intensiv darüber nach.
Töchterchen ist da sogar noch fixer. Während Sohnemann erst in der Schule anfing, Dinge kritisch zu hinterfragen, macht Töchterchen das jetzt schon. Sie glaubt nicht einfach alles, was ihr andere erzählen. Nein, sie fragt lieber noch einmal ihre Eltern. Und das ist gut so! Es zeigt, dass sie sich Gedanken macht. Es zeigt, dass sie schon jetzt eine eigene Meinung entwickelt. Und ja, sie darf natürlich anderer Meinung sein, als ich oder der Mann!

Aber dann sind da die anderen Kinder. Die, die meinen, nur ihre Meinung sei richtig, nur sie hätten das sagen und denen es egal ist, ob sie andere Kinder verletzten. Und auch deren Eltern ist es egal. Die sehen das „als nicht so schlimm“ an. Kinder von Eltern, die kein Einfühlungsvermögen haben, werden selbst schwerlich eines entwickeln – und die werden rücksichtslos.
Aber unsere Gesellschaft ist eine Ellenbogengesellschaft. Menschen, die auf andere Menschen achten, gehen im Egoismus anderer allzu leicht unter. Vielleicht sind es auch diese Kinder, die im Egoismus ihrer Eltern untergehen und so unbesehen einfach das tun, was diese für das Beste halten.

 

Für mehr Toleranz und weniger Vorurteile

Vorurteilen begegnen wir immer wieder. Selbst ich ertappe mich immer mal wieder bei vorurteilbehafteten Gedanken; insbesondere dann, wenn ich andere Eltern mit ihren Kindern beobachte. Aber ich ertappe mich und ich reflektiere darüber. Letzteres fehlt leider vielen Menschen.
Und doch ist es die Selbstrefelektion, die dazu führt, seine eigene Meinung bilden zu können. Wer seine eigenen Gedanken, sein eigenes Reden und sein eigenes Handeln nicht überdenken kann, wird niemals verstehen, weswegen Menschen anderer Meinung sein können. Toleranz hängt mit Verständnis zusammen – und mit Offenheit. Ohne Offenheit keine eigene Meinung und keine Toleranz.
Und das beginnt bereits im Kindergartenalter. Kinder wollen Dinge verstehen. Kinder wollen toleriert werden, wollen so sein können, wie sie sind. Wird das von den Eltern unterbunden, weswegen sollten sie dann tolerieren, wenn andere Kinder anders sind? Wie sollen sie so einen gesunden Menschenverstand entwickeln? Denn auf den kommt es doch an, oder nicht? Der gesunde Menschenverstand allein verbietet es doch, anderem Menschen wissentlich zu schaden. Der gesunde Menschenverstand muss doch dafür sorgen, dass man über sich selbst und die Welt nachdenkt. Und über die Konsequenzen des eigenen Handelns.

Ich stelle mir mittlerweile die Frage, ob es eine Seltenheit ist, wie ich aufgewachsen bin; mit politisch engagierten Eltern und Großeltern. Mit einer Familie, die sich auch schon früher nicht zu fein war, eine Flüchtlingsfamilie aus Afrika bei uns im Haus aufzunehmen. Mit einer Familie, die sich mit Sachverhalten auseinandersetzt, umsich eine Meinung bilden zu können.
Eigenständiges Denken und Selbstständigkeit ist es, was hoch geschätzt wird und was zum Glück auch meine Kinder mitgenommen haben. Und ich wünsche mir, dass alle Eltern ihr eigenes Verhalten, ihr eigenes Handeln reflektieren lernen – vielleicht erlangen wir dadurch wieder mehr soziale Kompetenz, Eigenständigkeit und Verständnis für andere. Die Welt ist nicht schwarzweiß. Sie ist bunt. Leider wird das oft durch Angst, Egoismus und Ignoranz verschleiert.

 

#wirschreibenDemokratie

Im Rahmen meines Autorendaseins hat sich bezüglich der Wahlergebnisse auch sofort etwas getan. Das Nornennetzwerk brachte den Hashtag #wirschreibenDemokratie auf, zu dem sich bereits einige Beiträge gesammelt haben. Wer sich generell für das Thema interessiert, einige Links gibt es auf den Webseiten Katherina Ushachov. Oder ihr stöbert nach dem #wirschreibenDemokratie auf Twitter.
Meinen Beitrag findet ihr auf in meinem Autorenblog: #WirschreibenDemokratie – ein paar Gedanken.

Advertisements

Das fünfte Jahr

Meine Tochter. Mittlerweile habe ich schon so viele Worte über sie verloren, dass ich fürchte, mich zu wiederholen. Denn auch das fünfte Jahr mit ihr war unendlich schön! Die Freude über ihr Regenbogenkleid, die Freude am Spielen und natürlich auch die Diskussionen und ihre Uneinsichtigkeit, wenn sie nicht ihren Willen bekommt. Sie ist ein kleiner Wirbelwind und sie ist so unendlich eigensinnig! Ich lasse ihr ihren Raum, wo immer ich kann. Besonders in Sachen Kleidung hat sie ihre Eigenheiten. Kaum wurde es wärmer, wurden die Hosen weggepackt und nur noch Leggins zu ihren Kleidern getragen. Kaum stiegen die Temperaturen weiter, wollte sie nur noch kurzärmlige Kleider tragen und keine Leggins mehr. Nur eines änderte sich das ganze Jahr nicht: Kleider. Neue Kleider, Lieblingskleider, aber keine, die nicht bequem sind. Da wurden schöne Kleider so lange aussortiert, weil sie Knöpfe hatten oder weil der Gummizug im Brustbereich zu eng saß, bis sie sie doch wieder ausprobierte.
Und ich liebe es, wie sie sich morgens ihre Kleidung zusammensucht, wie sie einfach zwei verschiedene Sochen anzieht, weil es gerne möchte, wie sie Muster und farben kombiniert. Ich liebe es, am Wochenende im Bett zu lauschen, wie sie in ihrem Zimmer spielt und singt, obwohl es ihr peinlich ist, sobald sie merkt, dass jemand zuhört. Ich liebe es, wie sie noch immer darauf besteht nur in Mamas Arm einzuschlafen, obwohl sie jetzt mit Fünf doch alles alleine kann – außer einschlafen natürlich. Ich liebe es sogar, wie sie schmollt.

Das schönste Ereignis in diesem Jahr mit ihr kann ich dieses Mal sogar benennen: Das Spiel im Urlaub! Wir begannen zu spielen und wir spielen noch! Auch Sohnemann macht mit, denn auch Sohnemann spielt liebend gerne. Es gibt nichts Schöneres, als mit meinen Kindern zu spielen und mit ihnen zu lachen. Und es gilt immer noch: Ich habe die süßesten, tollsten, liebsten, schönsten, herzlichsten, mutigsten Kinder in allen bekannten Universen!

 

Kinderblog_das5teJahr.JPG

 

 

Über Leichen in die Bibliothek – oder: Beitrag zur Blogparade „Was mache ich eigentlich beruflich?“ #workingblogger

Da stolpert man über eine interessante Blogparade mit einem Thema, zu dem man ohnehin schon mal etwas schreiben wollte und hat dann sogar noch zwei Wochen Zeit, selbst einen Artikel zu verfassen. Zwei Wochen heißt bei mir etwas 4 bis 5 Stunden verteilt auf zwei Wochenenden. Viel mehr Zeit für meine Blogs bleibt mir einfach nicht.
Und genau darum geht es auch in der Blogparade: »Was mache ich eigentlich beruflich?« von Großstadtküste (#workingblogger). Denn, wenn ich etwas schon öfter erwähnt habe, dann dass ich berufstätig bin.

Familie, Beruf und Hobby – all diese Dinge muss ich unter einen Hut bekommen. Leider wird es einem dabei oft nicht ganz einfach gemacht. Ich bin Pendlerin und habe noch dazu nur einen Führerschein für mein Fahrrad, nicht aber für irgendetwas, dass einen richtigen Motor hätte. Die größte Tageshürde ist derzeit der Kindergarten, der leider im falschen Stadtteil liegt.
Nachdem ich also zwischen 5:30 bis etwas 8:30 erst einmal alles erledige, was ich so zu erledigen habe (das umfasst mich fertig machen, schreiben, den Hundespaziergang, die Kinder fertig machen und wegbringen), schlage ich dann täglich gegen 9:30 endlich auf der Arbeit auf. In »meiner« Bibliothek nämlich. Ja, ihr lest richtg: Ich bin Bibliothekarin.

Und wie kommt man zu sowas?

Meine Antwort darauf ist: Berufsberatung. Nach meinem Abitur stand nur fest, dass ich etwas mit Büchern studieren wollte. Da gab es nur zwei Möglichkeiten. Das eine war ein Studium in Bibliotheks- und Informationswissenschaften das andere war ein Kunststudium für Buchkunst. Da ich trotz einem Leistungskurs in Kunst einfach nicht gut genug war, habe ich dann einfach das andere gemacht.
Schon im Studium habe ich mich gerne mit Webdesign beschäftigt. Das traf meine künstlerische Ader und vor allem auch meinen Hang zum Perfektionismus. Schon pixelkleine Verschiebungen stechen mir ins Auge und sind im Code so einfach zu beheben! Leider saß ich, mit meinem Diplom in der Hand, nach dem Abschluss trotzdem erst einmal auf der Straße, völlig ohne Job. Und was macht Frau dann, wenn sie es nicht leiden kann, gar nichts zu tun? Genau: Sich bewerben. Neben den üblichen Bewerbungen im Bibliothekswesen hatte ich aber noch die grandiose Idee, mich auch für ein Zweitstudium zu bewerben. Dumm herumsitzen liegt mir nicht. Ich wollte also etwas Sinnvolles machen und mich gleichzeitig bewerben. Ein halbes Jahr hing ich rum ohne, dass meine Bewerbungen einen Erfolg gebracht hätten – zumindest nicht die als Bibliothekarin. Aber eine Uni nahm mich mit offenen Armen zwei Wochen vor Semesterbeginn in meinem Wahlstudiengang Humanmedizin auf.

Die Leichen sezierenende Bibliothekarin

Zur Erklärung für alle, die sich nun wundern: Ich habe eine medizinische Vorprägung. Ich bin Ärztinnentochter und habe somit auch schon immer einen Hang zur Medizin gehabt. Es war also nicht ganz so abwegig Medizin zu studieren, wie es im ersten Moment klingt.
Zwei Wochen waren nun aber nicht viel Zeit, um umzuziehen. Ein Glück nur, dass mich gerade die Uni aufgenommen hatte, die in erreichbarer Nähe zu meinen Eltern liegt. Mein Mann war zur gleichen Zeit mit seiner ersten Ausbildung fertig und so schafften wir es wirklich innerhalb dieser zwei Wochen vor Studienbeginn in eine Wohnung zu ziehen, die ungenutzt im Haus meines Vaters zur Verfügung stand. Und dann begann das erste Mal in meinem Leben richtig Stress. Das Medizinstudium war Stress pur. Ich paukte zum zweiten Mal in meinem Leben sämtliche Naturwissenschaften durch und die Anatomie des Menschen. Ohne den Anatomiekurs hätte ich wahrscheinlich noch weniger als nicht ganz zwei Semester durchgehalten. Doch da ich dabei meinen ursprünglichen Plan, mich während des Studiums weiterzubewerben, nicht durchhalten konnte und auch nicht ernsthaft vor hatte, Ärztin zu werden, sondern viel mehr darüber in einer medizinischen Bibliothek hatte Fuß fassen wollen, gab ich das Studium auf und landete in meinem ersten Minijob.

Führerscheinlos in der Autowerkstatt

Letztlich fand ich mich, dank meines Vaters, in dem Büro seiner Werkstatt wieder. Es war die Zeit meiner ersten Schwangerschaft und er brauchte dringend eine Bürokraft; jemanden, der mitdenken konnte und der sich seine Arbeit am besten auch noch selbst suchte.
Und das tat ich. Ich bastelte an der Werkstatthomepage und baute mein Wissen im Webdesign aus. Nachdem mein Sohnemann auf der Welt war und ich mich von der Geburt erholt hatte, begann ich auch wieder, mich zu bewerben.

Endlich in der Bibliothek

Nach mehreren Bewerbungsanläufen landete ich schließlich in »meiner« Bibliothek. Der Zufall wollte es, dass auch diese ohne Umzug für mich erreichbar war. Die simple Tatsache, dass ich autodidaktisch arbeitete und mir einfach selbst die nötigen Kenntnisse im Webdesign erworben hatte, qualifizierte mich für den Job, den ich heute noch mache.
Leider hat sich meine Vorgabe »etwas mit Büchern« zu machen in meinem Beruf nicht gänzlich erfüllt. Ich habe nämlich für gewöhnlich keine Bücher in der Hand, sondern sitze am PC und programmiere mit Javascript, schreibe News oder Anleitungen und gestalte diverse Kleinigkeiten. Systembibliothekar nennt sich so etwas heute. Und nein, ich hätte mir zu Schulzeiten niemals träumen lassen, dass ich einmal programmieren würde. Auch nicht während meines Studiums. Aber mir gefällt es.

Und wie ist das mit der Vereinbarkeit?

Tja, was meinen Beruf angeht, hatte ich bis letzten September zum Glück wenig Probleme mit der Vereinbarkeit. Der einfache Grund dafür hieß: Hausmann.
Nachdem ich das Medizinstudium aufgegeben hatte, hing es nur noch davon ab, wer zuerst einen Job findet, um zu entscheiden, wer bei Sohnemann zuhause blieb. Ich fand zuerst den Job – und mein Mann hatte fortan all die Probleme, die man als Elternteil hat, wenn man ein Kind zuhause hat und vielleicht doch irgendwo einen Fuß in die Tür der Arbeitswelt bekommen will. Außerdem hatte mein Mann schlicht die falsche Ausbildung gemacht und wenig Motivation in seinem Beruf letztlich auch zu arbeiten. Mir fiel also die Ernährerolle zu. Und ich kann nur sagen: Ich hasse sie! Sein eigenes Geld zu verdienen ist eine Sache. Es fühlt sich auch gut an. Aber alleine das Geld zu verdienen und abwägen zu müssen, wie viele Stunden ich unbedingt arbeiten muss, um unseren Lebensstandard aufrechtzuhalten und dabei aber trotzdem noch genug Zeit für die Kinder zu haben, ist nochmal etwas anderes. Denn auch wenn ich gerne arbeite, meine Kinder sind mir einfach wichtiger. Als Hausfrau würde ich mich allerdings sicherlich auch nicht wohl fühlen. Ich brauche einfach ein gutes Mittelmaß.

Dass es hier läuft, hängt jedoch auch mit großem Glück in vielen Dingen zusammen. Von der Wohnung über verständnisvolle Chefs und Kollegen, bis hin zu meinen Verwandten, die uns immer so wunderbar unterstützt haben. Ohne all das wäre ich wahrscheinlich schon lange am Boden zwischen all dem, was ich will und was ich muss. Denn die Unterstützung von Seiten des Staates hält sich jetzt, wo mein Mann eine zweite Ausbildung macht, leider in Grenzen. Zwar bekommt er einen Bildungsgutschein, doch dieser deckt vielleicht gerade Mal die Hälfte der Kosten. Trotzdem ginge es ohne diesen gar nicht, denn die ersten zwei Jahre als angehender Erzieher verdient mein Mann nichts, kann aber nicht wie vorher die ganze Zeit für die Kinder da sein. Die müssen in der Nachmittagsbetreuung untergebracht werden und die gibt es ja bekanntlich nicht umsonst.

Das größte Problem: Der falsche Kindergarten

Töchterchen ist nicht in unserem Wunschkindergarten gelandet. Stattdessen geht sie im Nachbarstadtteil in den Kindergarten. Nun habe ich ja bereits schon geschildert, dass ich nicht Auto fahre. Bis letzten September hat es mir nichts ausgemacht. Bis selbst ich Autohasserin begriff, für wie selbstverständlich es gilt, ein Auto zu haben, selbst in einer doch recht großen Stadt wie unserer mit eigentlich guten Verkehrsanbindungen.
Aber die Verkehrsanbindungen sind nicht gut genug. Eine halbe Stunde brauche ich morgens, bis ich Töchterchen im Kindergarten abliefern kann. Da macht es wenig Unterschied, ob wir mit dem Bus fahren oder mit dem Rad. Als Pendlerin muss ich dann rennen, um am Bahnhof meinen Zug zu bekommen. Und das ist noch weit einfacher, als die Situation, wenn ich Töchterchen abholen muss. Denn ja, auch mein Mann muss in die entgegengesetzte Richtung. Nun ist es aber leider nicht so einfach, von unserem Hauptbahnhof oder von der Schule meines Mannes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad pünktlich am Kindergarten zu sein. Nicht, wenn man bedenkt, dass weder ich – und trotz all der Flexibilität, die ich glücklicherweise in meinem Job habe – einfach weniger arbeiten kann, als ich wöchentlich muss, noch mein Mann seinen Unterricht versäumen sollte. Eine Verlängerung der Kindergartenzeit können wir uns allerdings nicht leisten. Wir werden schon ein Problem bekommen, wenn die Betreuungskosten im nächsten Jahr, wie angekündigt, steigen werden.
Für einen Kindergartenwechsel haben wir bisher jedoch eine Abfuhr erhalten. Dabei wäre unser Wunschkindergarten sogar von der Verkehrsanbindung ideal. Aber es zählt eben nur, dass all das möglich wäre, hätten wir ein Auto. Und so steht mittlerweile auch wieder eines vor der Wohnung auf der Straße – und selbst ich muss zugeben, dass ein Auto entlasten ist.

Und wo bleiben da die Kinder?

Tja, das frage ich mich in der letzten Zeit oft. Ich habe doch nicht zwei Kinder in die Welt gesetzt, um am Ende kaum noch etwas mit ihnen zu tun zuhaben?
Unser Tagesablauf hat sich im letzten Jahr radikal geändert. Ich kochte unter der Woche nicht mehr abends. Die Kinder Essen in der Betreuung warm, dann brauche ich mir nicht mehr Mühe machen, als Abends noch Brote zu schmieren und Obst zu schneiden. Kleinigkeiten für mich sind schnell zubereitet. Wir essen also noch zusammen und dann ist der Tag quasi auch schon gelaufen. Ich bin abends einfach nur noch fertig und meinem Mann geht es nicht besser. Alles, was ich mit meinen Kindern mache, verlagert sich auf das Wochenende; einen Tag, an dem ich mir die Kinder schnappe und einfach irgendetwas mit ihnen unternehme und wenn es nur ein langer Spielplatzausflug ist.
Irgendwie zwischendurch wird dann auch noch ein ganz klein wenig Hausarbeit erledigt.

Fällt noch irgendwem auf, dass an diesem Konzept irgendwas nicht so ganz stimmen kann? Die große Frage, die ich mir da stelle, ist: geht das nur uns so? Sind nur wir so unfähig, den ganzen Alltag zu meistern? Geht es nur uns so, dass keiner von uns am Ende mehr die Energie hat, mit den Kindern zu reden oder auch nur zuzuhören, was sie zu sagen haben? Geht es nur uns so, dass die ganze Woche einfach nicht genug Zeit ist, sich wirklich mit den Kindern zu beschäftigen?

Der Wunschtraum Autorin

Es gibt in all dem Tagesstress noch eine kleine Zeitspanne, die mir so wichtig ist, dass ich versuche sie im (fast) jeden Preis zu halten. Mein Name Möchtegernautorin kommt nicht von irgendetwas. Ich habe so viele Hobbys zwischenzeitlich aufgegeben, doch das Schreiben hat sich gehalten. Es war sogar so wichtig, dass ich während meiner Schwangerschaft mit Sohnemann beschloss, es wirklich ernst zu nehmen und zu lernen. Denn dieses Hobby, dass ich im Moment wirklich in den geringsten Zeitfenstern ausübe, die ich mir im Laufe des Tages schaffen kann, ist das, was ich eigentlich wirklich will. Ich will schreiben! Ich will mein Buch in der Buchhandlung stehen sehen! Oder besser noch meine Bücher?
Dreißig Minuten habe ich dazu täglich. Dreißig Minuten am frühen Morgen, in denen ich versuche, mir etwas aufzubauen, dass veröffentlichungswürdig ist und das ich an einen Verlag schicken kann. Ich mache mir nicht die Illusion davon leben zu können. Ich weiß, dass ich auch weiterhin werde arbeiten gehen müssen; dass ich weiterhin arbeiten gehen möchte! Aber mein erklärtes Ziel ist es, etwas in einem guten Verlag zu veröffentlichen.

Und ganz vielleicht klappt es ja doch. Vielleicht werde ich ja doch Bestsellerautorin und kann mir ein kleines Schreibbüro leisten, in der Nähe von Töchterchens zukünftiger Schule. Dann wäre ich so flexibel, wie man nur sein kann, könnt schreiben so viel ich will und hätte all die Zeit, die ich wirklich haben will für meine Kinder. Wäre das nicht toll?

 

Zuletzt

Ja, das bin also ich: Vollzeitmutter, Teilzeitbibliothekarin und Möchtegernautorin 🙂 Dies sind die drei wichtigsten Eckpfeiler meines Lebens und meines Alltags – und fragt bloß nicht, wo ich da noch das Stricken unterbringe.

 

Liebster Award

icon_LiebsterBlogAwardVor einiger Zeit – im August, um genau zu sein – hat Nora Dora von Mutterkiste mich für den Liebster Award nominiert. Nun, ich fühle mich nach wie vor geehrte, auch wenn meine Reaktionszeiten denen eines Faultieres gleichen. Es heißt immerhin, dass ich zumindest eine brave Leserin habe 😉 Vielen Dank also für die Nominierung!

Es hat gedauert, bis ich dazu kam, mich den Fragen zu widmen, aber einige Antworten waren gar nicht so einfach – auch wenn das wohl dann doch meiner Unwissenheit in solchen Dingen geschuldet ist. Aber der Wille zählt!

Hier nun also die Fragen und Antworten:

1. Erde oder Luft?
Erde. Ich laufe gerne, am allerliebsten mit meinem Hund. Oder ich fahre Rad. Jedenfalls gefällt es mir mit beiden Beinen auf der Erde am besten. Obwohl die Luft sicherlich auch seine Vorzüge hätte, wenn ich meine Phantasie spielen lasse. Zum Beispiel auf dem Rücken eines Drachen …

2. An welchen Dingen erfreust du dich?
Ich schätze, ich kann mich an vielen Dingen erfreuen. In erster Linie natürlich an meinen Kindern, deren Lachen, deren Spielen, deren Umarmungen oder wenn sie mir irgendetwas erzählen, dass sie ganz toll fanden. Ich erfreue mich auch an (guten) Büchern und meiner Schreibzeit mit Tee morgens. Und ich kann mich auch an vielen Kleinigkeiten erfreuen und sei es nur ein schönes Strickmuster einer Jacke, die ich in der U-Bahn flüchtig sehe, einem Vogel der morgens vor unserem Fenster zwitschert oder dem Wind, der mir ins Gesicht bläst.
Es gibt eben vieles, woran ich mich erfreuen kann.

3. Ironie oder Ernsthaftigkeit?
Ich liebe Ironie. Ich fürchte nur, ich bin vor allem schreibereisch nicht gut darin, sie umzusetzen.

4. Welches ist deine Traumstadt?
Es gibt da drei Städt in dieser Welt, die ich in Gedanken unheimlich faszinierend, romantisch und sehenswert finde: London, New York und Paris. Leider gibt es da diese kleine Fünkchen Realität, das mir jedes Mal zuflüstert: »Es sind Großstädte!« Und ich mag keine Großstädte.

5. Traum oder Wirklichkeit?
Ich gebe es freimütig zu: Ich bin Escapist! Ich liebe es, mich in Fantasy-Traumwelten zu verlieren, seien es Bücher, Serien oder meine eigenen Geschichten. Ich liebe es mit meinen Kindern herumzuspinnen und Unsinn zu erzählen, denn das ist meine Zuflucht. Tief in meinem Inneren bin ich eine ausgemachte Realistin. Ich bin manchmal naiv, aber letztlich weiß ich genau, wie die Dinge stehen und mache mir nichts vor. Und es gibt Dinge in dieser Welt, von denen ich nichts wissen möchte. Es gibt Dinge, die mich kaputtmachen würden. Deswegen tauche ich lieber ab.

6. Wodurch zeichnet sich für dich ein perfekter Tag aus?
Gemütlich frühstücken, schreiben, spazieren gehen, Zeit mit meinen Kindern und am Abend vielleicht noch etwas Fernsehen und stricken, bevor man todmüde aber glücklich ins Bett fällt 🙂 Und ja, das bekomme ich manchmal wirklich hin!

7. Matratze oder Hängematte?
Ähm, ich gestehen, ich habe noch nie in einer Hängematte geschlafen. Die Frage kann ich also nicht guten Gewissens beantworten.

8. Was bedeutet dir das Bloggen?
Es ist die perfekte Möglichkeit meine Gedanken zu ordnen, zu allen Themen, die mich interessieren. In meinem Babytagebuch kann ich meine Meinung sagen und von sämtlichen Erfahrungen aus dem Familienleben schreiben, auf meinem Autorenblog kann ich all das niederschreiben, was mich beim Schreiben beschäftigt und in meinem Strickeckchen versuche ich meine wirren Strick- und Häkelmethoden einfach mal deutlich zu machen.
Kurzum: Das Bloggen ist einerseits die Ergänzung zu meinen Hobbys, andererseits eine Möglichkeit mich auch mit anderen auszutauschen. Insbesondere für mein Mutterdasein hat es seinen unschätzbaren Wert!

9. Für welche Wohnung würdest du dich entscheiden: Parterre oder Attika?
Dank Google weiß ich nun immerhin, dass »Parterre« eine Erdgeschosswohnung meint. Bei »Attika« bin ich mir immer noch nicht sicher.
Meine Traumvorstellung ist jedenfalls ein kleines Häuschen am Waldrand, von mir aus auch mit Obergeschoss und weit ab vom Stadttrubel – aber am besten mit Bushaltestelle um die Ecke 😉

10. Segeln oder Fliegen?
Ich war noch nie segeln. Und Fliegen kann ich in Flugzeugen nicht leiden (es müsste eben schon der Rücken eines Drachen sein, ihr erinnert euch?).

11. Wollt ihr von mir noch was wissen?
Ja. Wie kommst du nur auf solche Fragen? 😉

 

Was ich von euch wissen will

So, das war mein Senf soweit erstmal. Und nun kommt der schwierigste Teil für mich: Mir Fragen ausdenken und auch noch die richtigen Blogs finden, um sie zu nominieren. Da ich eigentlich nicht besonders neugierig bin, ist das mit den Fragen ein großes Problem. Aber die Fragen einfach weitergeben möchte ich auch nicht, denn weder Segeln noch, in welchem Stockwerk eure Wohnung zu liegen hat, interessiert mich wirklich. Dann jongliere ich doch einfach mal mit dem was mich selbst reizt.

1. Wie bist du zum bloggen gekommen?

2. Hast du noch weitere Blogs?

3. Hast du Haustiere?

4. Woher kommt deine Inspiration?

5. Hast du ein Lieblingsbuch? Und wenn ja, warum ist es dein Lieblingsbuch?

6. Gibt es einen Gegenstand, der dich seit deiner Kindheit begleitet?

7. Wie sieht dein Schreibtisch / Arbeitsplatz aus? Herrscht organisiertes Chaos oder ist alles penibel an seinem Platz?

8. Sitzt du gut?

9. Bist du immer und überall erreichbar?

10. Wann beginnt dein Tag und wann endet er?

11. Wenn du alleine auf einer einsamen Insel wärst, wie würdest du dort wieder wegkommen?

 

Und nominierte sind …

Man siehe und staune, ich habe wirklich fünf Blogs gefunden, die ich gerne lese und die – so hoffe ich – noch unter 300 Followern haben 🙂 Ich nominiere:

Kinder Unlimited
Glucke und so
Teilzeitmutter

Schreiben ist Tanzen mit Worten
Schreibkasten

 

Weiteres

Hier noch die Anleitung, die offensichtlich jedem Post noch anhängt:

  • Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
  • Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat.
  • Füge eines der Liebster-Blog-Award Buttons in deinem Post ein
  • Beantworte die Dir gestellten Fragen
  • Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst.
  • Nominiere 5 oder mehr Blogs, die weniger als 300 Follower haben.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß!

 

Das vierte Jahr

Es ist schon wieder ein Jahr um. Für dich ist nun das vierte Lebensjahr angebrochen. Und mit jedem Jahr entwickelst du dich deutlich weiter, entwickelst deine eigene Persönlichkeit und doch bleibt einiges beim Alten.

Innerhalb dieses Jahres bist du endlich trocken geworden. Du verstehst so viel mehr an Zusammenhägen und erzählst mir jeden Abend, was dich so bewegt. Manchmal bist du sogar nachdenklich. Dann sprichst du über Kinder, die dich in der KiTa geärgert haben, über Dinge, die du zusammen mit deinem Bruder im Fernsehen gesehen hast oder sogar den Verlust unseres alten Hundes vor mittlerweile fast einem Jahr. Doch meistens spielst du mit deinen Puppen Familie oder Abenteuer mit viel Zauber und Kampf, singst und tanzt fröhlich – und ich liebe es dir dabei zuzusehen!
Deine Lieblingsfarbe steht so fest, dass du am liebsten dein ganzes Zimmer nur in dunkellila hättest und du würdest immer nur Kleider und Röcke mit Leggins tragen, wären da nicht die kalten Morgende, an denen ich Einspruch dagegen erhebe. Aber egal was du anhast, mit deinen Freundinnen im Kindergarten bist du am liebsten auf dem Spielplatz und kletterst.

Doch trotz allem bist du immer noch sehr nähebedürftig. Du sitzt immer noch am liebsten auf meinen Schoß und schläfst am liebsten noch immer ganz nah an mich gekuschelt. Selbst mit unsrem neuen Hund und den beiden Katzen kuschelst du sehr gerne. Wenn dein Bruder dich ließe, würdest du wahrscheinlich auch mit ihm kuscheln, denn er ist noch immer dein Star.

Ich wünsche mir so sehr, dass du dich weiterhin so wunderbar entwickelst und dass auch dein Verhältnis zu deinem Bruder so wunderbar bleibt – denn es gibt nichts Wertvolleres und Wichtigeres in meinem Leben, als euch beide!

Vier Jahre rocken! - Mädchen mit e-Gitarre

Vier Jahre rocken!

Asylkritiker, Fremdenhass, Rassismuss.

Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gar nicht äußern. Thematisch passt es nicht in diesen Blog, schließlich soll es hier ja um Kinder gehen. Jedoch muss ich feststellen, dass sich meine Meinung aus meinen sonstigen Beiträgen nicht wirklich ergibt. Meine Einstellung dazu ist mir aber wichtig. Also sage ich es ganz deutlich. Es gibt diverse Dinge, zu denen ich aus Mangel an Information einfach keine Meinung habe. Fremdenhass gehört eindeutig nicht dazu. Ich brauche keine Informtionen um mir dazu eine Meinung zu bilden, ich brauche nur gesunden Menschenverstand:

Fremdenhass, Rassismus – oder wie immer ihr es mittlerweile nennen wollte – ist dämlich!

Ich habe in den letzten Wochen so viele Begriffe dafür gelesen, dass ich langsam auch nicht mehr weiß, wie ich es nennen soll. Mittlerweile gibt es sogar schickere und modernere Bezeichnungen als nur „Rassismus“ der „Fremdenhass“; Bezeichnungen, die verschleiern sollen was dahinter steckt. Aber es bleibt der gleiche Hintergrund: Es ist die Angst vor den Fremden, die Angst selbst Abstriche machen zu müssen, wo es einem hier in Deutschland doch so gut geht. Es ist die Angst sich vielleicht selbst einmal damit auseinandersetzten zu müssen, warum man so denkt, in sein eigenes Selbst zu blicken und herauszufinden, dass man klein und selbstsüchtig ist. Es ist eine nicht rationale Angst, wie die vor dem Monster unter dem Bett.

Obgleich ich meinen Urlaub genossen habe, so ist mir nicht entgangen, dass sich die Lage langsam jedoch stetig zugespitzt hat. Es werden Menschen angefeindet, es brennen Unterkünfte. Und so hatte mein ganzer Urlaub einen faden Beigeschmack.
Es tauchten Erinnerungen aus meiner Kindheit auf. Ich war schon immer ein Nachrichtenmuffel, dennoch gab es Dinge, die nicht an mir vorbeigingen. Brennende Flüchtlingsunterkünfte zum Beispiel, Menschen, die dabei gestorben sind und Menschen, die deswegen jubelten – und die Frage, warum jemand so etwas macht. Warum zündet jemand ein Haus an, in dem sich Menschen befinden? Vielleicht sogar Kinder, wie ich damals eines war?

Die Frage stelle ich mir noch immer. Genauso, wie einige andere. Mensch ist Mensch, egal ob schwarz oder weiß, grün oder pink. Äußerlichkeiten und Herkunft interessieren mich nicht. Mich interessiert, wie sich ein Mensch verhält. Und jeder Flüchtling, mit dem man normal als Mensch umgehen kann, ist mir lieber, als jemand, der diesem stumpfsinnig irgendwelche kriminellen Motive unterstellt ohne ihn zu kennen. Und mal ehrlich? Wie müssen sich die Menschen fühlen, die nach Deutschland kommen, die ihre Heimat aus welchen Gründen auch immer verlassen haben und nun mit Nichts in einem Land stehen, dessen Kultur sie nicht kennen und dessen Sprache sie nicht können? Meint ihr nicht, die haben auch Angst vor den Fremden hier? Noch mehr, wenn sie derart „herzlich“ empfangen werden?

Ich für meinen Teil bin nicht stolz eine Deutsche zu sein. Ich bin stolz, dass einer meiner Großväter aus Ungarn kam. Auch wenn ich weder mit der Kultur noch der Sprache irgendetwas am Hut habe, auch wenn ich ihn sogar niemals kennenlernen konnte, mit dem Gedanken fühle ich mich wohler, als nur deutsch zu sein.
Ich bin stolz auf meine Tante, die vor ich weiß nicht wie vielen Jahren einen dunkelhäutigen Mann heiratete und mit diesem drei Kinder bekam. Sie erzählte mir einmal, sie sei hier in Deutschland öfter gefragt worden, ob sie die Kinder adoptert habe.
Ich bin stolz auf meine Cousine, die zwar eine deutsche Mutter hat und wieder in Deutschland lebt, aber eben nicht auf den ersten Blick als Deutsche zu erkennen ist. Dennoch hat sie sich entschieden, hier zu leben und nicht in Amerika zu bleiben.
Ich bin stolz auf meine beste Freundin, die aus Asien kommt und trotzdem ihre Heimat hier in Deutschland hat. Eine besser Freundin könnte ich mir gar nicht wünschen!
Ich bin stolz, dass auch in der Familie meines Mannes nicht zählt, woher jemand kommt und zwei Brasilianerinnen und ein Engländer dazuzählen.
Und ich bin stolz auf meine Kinder, denen Aussehen und Herkunft auch völlig egal ist. Es zählt, dass jemand nett ist. Ich bin stolz auf meine Tochter, die sich konsequent drei zurückhaltenden Mädchen aus ihrer Kindergartengruppe ausgesucht hat um mit ihnen zu spielen; drei Mädchen, die noch an der sprachlichen Barriere hängen. Sie hat die Initiative ergriffen, nun sind es vier dicke Freundinnen.
An unseren Kindern sieht man es immer wieder: man muss ihnen die Vorurteile erst beibringen. Von alleine haben sie keine.

Noch habe ich ein paar Tage Urlaub. Die werde ich nutzen, herauszufinden, wo wir Sachspenden abgeben können. Denn: auch in unserer Stadt wurden Flüchtlinge aufgenommen. Und ich möchte keiner von den Menschen sein, die zwar ihr Mitleid bekunden, die jedoch trotzdem auf dem Hintern sitzen bleiben. Es mag nicht allzu viel sein, was ich tun kann. Aber wir haben aussortierte Kleidung und Spielsachen. Immerhin ist es ein bisschen.

Interessante Beiträge zum Thema

Da mir das Thema wichtig ist, habe ich euch noch zusammengesucht, was ich im Urlaub so an interessanten Kommentaren gelesen habe.
Zusätzlich weise ich gesondert und ausdrücklich auf #Bloggerfuerfluechtlinge hin:

Logo #Bloggerfuerfluechtlinge

Es ist eine wunderbare Aktion und ich hoffe, es beteldigen sich noch sehr viele weitere daran!

Blog-Beiträge dazu:
Zoës Zuhause: Tolleranzgrenze

Zweifachmama: #Bloggerfuerfluechtlinge: „Mama, warum ist da ein Feuer?“

Grosse Köpfe: Ich sage MÖP zur Masse der Gesellschaft #Bloggerfuerfluechtlinge

Glucke und so: Wenn morgen nichts mehr da wäre …

Bunt und farbenfroh: Ich kann’s nicht mehr hören …

Super Mom Blog: #bloggerfuerfluechtlinge // Was wir tun können

Das dritte Jahr.

Jedes Mal, wenn eines meiner Kinder ein Jahr älter wird, frage ich mich, wo die Zeit geblieben ist. Nun bist du schon drei Jahre alt, ein Kindergartenkind.

Noch vor einem Jahr wolltest du dich auf deinem neuen Dreirad nur schieben lassen, noch vor einem Jahr mussten wir noch überlegen, was genau du sagen willst, wenn du mit uns gesprochen hast, noch vor einem Jahr hast du nirgendwo anders geschlafen, als bei uns im Bett.
Jetzt fährst du schon ganz alleine, sprichst verständlich in ganzen Sätzen und lässt dich immerhin bereitwillig in dein eigenes Bett bringen, sobald du schläfst.
Von Anfang an bist du gerne in deine Kindergruppe gegangen und auch der Wechsel in den richtigen Kindergarten war kein Problem. Du hast ein paar Tage gebraucht, um wirklich zu begreifen, dass du nun dein eigenes Zimmer hast, doch jetzt bist du darüber sehr glücklich. Du bist selbstständig, wie eh und je, und doch bist du etwas vorsichtiger im Umgang mit anderen Menschen geworden. Auch deine Art zu Spielen hat sich verändert. Ich schaue dir zu und kann ein Grinsen dabei nicht lassen, denn nun verstehe ich, was du spielst. Du begreifst viel mehr und hast nun sogar schon deine eigenen Vorlesewünsche. Du hast so oft deinen eigenen Kopf, ein Kind wie dich gibt es kein zweites Mal.

Doch manche Dinge ändern sich auch innerhalb eines Jahres nicht. Noch immer bist du sehr schmusebedürftig, noch immer kommst du mitten in der Nacht zurück zu uns ins Bett und kuschelst dich unter meine Decke; nicht zu deinem Daddy, nur zu mir. Und ich würde es nicht anders haben wollen.
Du und dein Bruder, ihr seid das Wichtigste auf der Welt, das Schönste und das Beste, das mir jemals passieren konnte.

Kleines Mädchen mit großem Teddy-Bär

Kleines Mädchen mit großem Bär

Ein Ende der Eiszeit

Als ich Anfang des Jahres den Blog auf Eis legte, hatte ich die Befürchtung, er würde eingefroren bleiben. Zeitmangel, Kinderkram, Berufs- und Familienleben; all das macht es einem nicht gerade einfach, abends noch einen Kopf zu haben, um auch noch einen vernünftigen Blogbeitrag zu schreiben. Aber in den letzten Wochen hat es sich wieder etwas entspannt und ich das Konzept für mein Baby-Tagebuch noch einmal überdacht, denn: Töchterchen ist bei weitem kein Baby mehr und auch kein unbeholfenes Kleinkind. Sie ist bereits Kindergartenreif.

Neben dem neuen Design habe ich also noch ein paar kleine Richtungsänderungen für mein Baby-Tagebuch beschlossen:

Regelmäßigkeit
Ein springender Punkt, wegen dem ich diesen Blog auf Eis gelegt habe, war die bisherige Regelmäßigkeit, mit der ich versucht habe, etwas zu posten. Das hat nicht hingehauen und ich habe mich selbst unter Druck gesetzt.
Die neue Devise für mein Baby-Tagebuch heißt also: ihr könnt nicht mehr regelmäßig alle zwei Wochen oder auch nur einmal im Monat einen neuen Beitrag erwarten, leider. Aber mit weniger Druck werden wieder bessere und ausführlichere Beiträge entstehen können.
Und natürlich bleibe ich auch bei meinen kleinen Schnappschüssen und Annekdoten 😉

Thematisch
Auch wenn dieser Blog weiterhin Baby-Tagebuch heißt, wird es voraussichtlich keine nur Baby-bezogenen Beiträge mehr geben. Zwar habe ich bisher wegen meinem Sohnemann natürlich auch allgemeine Kinderbezogene Beiträge gehabt, doch Schwerpunkt war Töchterchen.
Nun wird es also eine Schwerpunktverschiebung geben: Kinder; im Alltag, im Einklang mit dem Beruf, Elternfreuden und Elternärgernisse und und und. Eben rund ums Familienleben mit Kindern.

Sachlichkeit
Bei vielen Themen hatte ich mich immer bemüht, vor allem sachlich zusammenzustellen, wie man mit diesem und jenem umgehen kann. Dabei hatte ich bereits festgestellt, dass es vielfach schwierig ist, für mich genügend Quellen aufzutun, damit ich die Aussagen vergleichen und zusammenfassen kann. Kein Kind gleicht dem anderen und Meinungen sind ohnehin verschieden.
Natürlich werde ich immer auch weiterführende Links angeben. Aber ob ich selbst die sachlichen Teile noch zusammenfassen kann, in all ihren Facetten, wird themenabhängig sein.

In dem Sinne hoffe ich, dass ich euch noch viele Informationen, Gedanken und Freude bieten kann! Der nächste Beitrag folgt 🙂

Auf Eis

Dem ein oder anderen ist es vielleicht schon aufgefallen: Meine Beiträge in diesem Blog wurden immer seltener, der Inhalt immer weniger recherchiert.
Grund dafür ist die fehlende Zeit. Schweren Herzens habe ich mich dazu entschieden, diesen Blog ersteinmal auf Eis zu legen. Mir fehlt die Zeit, mich eingehend mit Dingen Rund ums Kind zu beschäftigen, die mich einfach interessieren. Und die Dinge, die ich nachlesen muss, weil sie akut wichtig sind, schaffe ich nicht hinterher noch einmal zusammenzufassen.
Also lege ich in diesem Blog eine Pause ein, in der Hoffnung, dass sich der allzu turbulente Alltag bald wieder legt und mir erneut die Zeit schenkt, die mir fehlt. Derzeit muss ich sie in andere Dinge investieren. Statt einem Beitrag über Staubmilben zu schreiben, muss ich die Wohnung eben von jenen Milben sauber halten. Statt einem Beitrag über das Leben ohne Auto zu schreiben, bringe ich Söhnchen mit dem Bus zum Sport und freue mich an einer Stunde in der Stadt mit Töchterchen. Statt einen Beitrag über Sinn und Unsinn von Babysprache zu schreiben, beschäftige ich mich mit Söhnchens Hausaufgaben.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – das hoffe ich zumindest. Irgendwann kann Söhnchen sein Zimmer alleine sauber halten, irgendwann kann er auch alleine mit dem Bus zum Sport fahren und seine Hausaufgaben machen, ohne uns an der Nase herumzuführen. Spätestens dann taue ich den Blog wieder auf!

Mein schlechtes Gewissen – oder: Man kann nicht alles richtig machen

Rettungswagen

Rind @ Uschi Dreiucker, Fleich @ Peter Smola / pixelio.de

An so manchen Stellen, wenn es hier in meinem Blog um das Thema Ernährung ging, habe ich bereits erwähnt, dass ich Vegetariern bin. Ich bin Vegetariern aus Überzeugung. Kein Tier sollte Leiden müssen, nur damit ich billig ein Schnitzel oder ähnliches Essen kann. Oft finde ich allein die Vorstellung etwas zu essen, dass nicht einmal erwachsen war, einfach widerlich. Bei der Erwähnung von Lammfleisch muss ich mich jedes Mal schütteln.

Nun ist es aber so, dass ich meinen Kindern die Entscheidung nicht aufzwinge. Ich koche vegetarisch, reichere ein oder zwei Mal die Woche die Gerichte mit Tofu- oder Sojaprodukten an und mache meinen Kindern auch Wurstbrote, wenn sie sie haben wollen. Fleisch selbst aber koche ich nicht, das übernimmt – wenn überhaupt – mein Mann.

Es ist aber nichteinmal der Konflikt zwischen Fleisch und kein-Fleisch, der mir aufstößt. Söhnchen weiß, dass ich kein Fleisch esse, er weiß auch warum. Und weswegen ich seine geliebte Gelbwurst über unseren Bio-Lieferanten bestelle. Wenn schon, dann wenigstens Schweine, die sich glücklich im Schlamm suhlen durften, bis sie getötet wurden.
Ich bin auch zufrieden damit, dass meine Kinder vielfach meinen veggi-Fleischersatz lieber mögen, als das echte Fleisch. Trotzdem, dieser innerliche Konflikt ist viel weittragender und gibt mir bei so vielem ein schlechtes Gewissen.

Abbildungen glücklicher Tiere

In Spielzeugläden, Buchhandlungen und Fernsehsendungen stapeln sich Szenen von Bauernhöfe. Man kann sich viele grüne Weiden ansehen, mit glückliche Kühen, glücklichen Schafen, glücklichen Hühnern und so weiter. Es ist immer ein Hund auf dem Hof und vielleicht eine Hand voll Katzen. Aber macht man sich mal im realen Leben auf die Suche nach diesen glücklichen Kühen, sieht es schon wieder ganz anders aus. Unser Städtchen hat so etwas nicht. Echte Kühe kennt Töchterchen nur aus diversen Medien. Mit Mühe habe ich in unserer Umgebung eine kleine Koppel mit einem Pferd und einem Pony ausfindig gemacht; in einem Schrebergarten steht noch ein einzelnes Schaf. Aber ob das glücklich ist?
In keinem der Bücher, die mir untergekommen sind, wird auch nur ansatzweise erwähnt, dass die Tiere getötet werden, damit man sie essen kann. Häufig wissen die Kinder nichteinmal, dass sie tote Tiere essen. Nicht alle Eltern sind so ehrlich zu ihrem Nachwuchs, wie ich es bin. Dazu kommt, Töchterchen versteht das alles ohnehin noch nicht.

Bilderbücher von Massentierhaltungen will aber sicherlich niemand haben; selbst ich nicht. Es will auch niemand wissen, dass Kühe nur Milch geben, wenn sie ein Kalb gehabt haben – das auch getötet wird. Schließlich kann man das ja auch essen.

Da lobe ich mir zumindest die Bücher von Astrid Lindgren. Zu den Zeiten von Michel aus Lönneberger gab es zwar noch keine Massentierhaltung, aber Schlachten, die Wurst und alles, was man aus toten Tieren so machen kann, ist durchaus ein Thema. Und ich war zufrieden damit, dass Michel ein Herz für Tiere hat und sehr wütend wird, als sein Schwein geschlachtet werden soll.

Die Stofftierparade

Ein weiterer Konfliktpunkt sind diverse Stofftiere. Erst seit Töchterchen mache ich mir sogar darüber Gedanken. Söhnchen liebt zwar seine Stofftiere, aber er hat vornehmlich Hunde und Katzen. Ein sogenanntes Nutztier findet sich bei ihm nur selten.
Nun hat Töchterchen aber gleich zwei Stofftiere, an denen sie hängt, die in unserer Gesellschaft gegessen werden. Und da meldet sich wieder mein Gewissen. Wie kann ihr guten Gewissens eine Kuh als Stofftier besorgen, dass sie kuschelt, dass sie liebt und nicht mehr hergeben will, in dem Wissen, dass dieses Tier von ihr auch gegessen wird? Ist das nicht absurd? Aber: hätte ich ihr lieber ein Pferd besorgen sollen? Über Pferdefleisch wird sich schließlich tüchtig aufgeregt.

Es wird eine Zeit kommen, in der auch Töchterchen begreift, wie all das läuft. Und dann? Derzeit fürchtet sie jedes Mal, wenn eine unserer Katzen, unsere Jägerin, auf dem Balkon um Einlass miauzt. Sie könnte ja eine Maus oder einen Vogel dabei haben und davor scheint Töchterchen wirklich Angst zu haben.

Aber unserem Essen sieht man nicht an, was es einmal war. Andernfalls würde Söhnchen es nicht essen, soweit ist auch sein Gewissen ob seiner Tierliebe schon angewachsen.

Fazit

Was ich möchte, um ein wirklich gutes Gewissen zu haben, ist für mich als Mittelstands-Mutter einfach unerschwinglich. Wir sind jetzt finanziell mit unserem Haushaltsgeld schon hart an der Grenze, allein dadurch, dass ich nicht auf meine Bio-Obst und –Gemüse verzichten möchte. Fleisch-Ersatzprodukte tun ihr Übriges dazu.
Wollte ich nun, dass in meinem Haushalt wirklich nur noch Fleisch von „glücklichen“ Tieren gegessen würde, müsste ich wesentlich mehr arbeiten. Die Bezahlung einer Akademikerin im Öffentlichen Dienst reicht nicht aus, um alle Kosten zu decken. Dazu kommt, dass unser Konsum an Milchprodukten auch nicht gerade gering ist – diese besorgen wir jedoch in einem Discounter. Milch und Käse aus Massentierhaltung; das, was ich eigentlich nicht möchte. Und das sind nur die Tiere. An die Ausbeutung von Menschen darf ich dabei nicht einmal denken. Billiger Reis, Nudeln und all diese Dinge, für deren Herstellung Menschen leiden, dürfte ich auch nicht kaufen. Und das alles betrifft nicht nur die Nahrung.

In dieser Gesellschaft läuft grundlegend etwas schief, wenn ich bei jedem Einkauf ein schlechtes Gewissen haben muss. Wenn ich immer nur eine Auswahl treffen kann, wenn ich mich entscheiden muss, welches Produkt ich kaufe. Das ohne Massentierhaltung? Oder lieber mit Fair Trade? Warum kann ich nicht einfach alles fair kaufen? Fair für Menschen und Tiere, fair für die Umwelt und ohne Scheinheiligkeit meinen Kindern gegenüber? Wäre es nicht schön, meinem Sohn nicht erklären zu müssen, dass seine Kleidung von Kindern genäht wurde, die nicht in die Schule gehen dürfen? Wäre es nicht schön, Töchterchens nicht irgendwann eingestehen zu müssen, dass die wenigsten Kühe glücklich auf der Weide stehen, bevor sie gegessen werden; Kühe, wie ihre geliebte Stoffkuh?

Es wäre schön, aber es geht nicht. Irgendwo muss ich Abstriche machen. Ich kann nicht einfach gar nichts mehr essen oder auch noch selbst einen kleinen Bauernhof führen. Ich muss mich mit dem enragieren, was diese Gesellschaft vorgibt. Und dazu gehört ein permanentes schlechtes Gewissen.