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Anekdote: Erste Hilfe einer 5-Jährigen

Auf dem Spielplatz traf Töchterchen eine Freundin aus dem Kindergarten. Sie spielten, ich las – bis Töchterchen mit ihrer Freundin zu mir kam und mich nach einem Pflaster fragte. Ihre Freundin habe sich beim Spielen den Fuß aufgeschürft, ein kleiner Kratzer, der aber ein sehr leidendes Gesicht verursachte. Leider konnte ich weder mit einem Taschentuch noch mit einem Pflaster oder Ähnlichem dienen.
Aber Töchterchen half trotzdem. Sie nahm meine Wasserflasche und meinte: „Mit Wasser kann man sie sauber machen!“ Und das tat sie dann. Allein diese kleine Geste half ihrer Freundin bereits und beide gingen wieder spielen.

Mama-Kinder-Tage in Bildern

Leider sind meine „Kindertage“ in der letzten Zeit immer seltener geworden. Ich hatte vor einer Weile einmal über meine Mama-Söhnchen-Tage berichtet. Mittlerweile sind es zwei Kinder, die gerne einen Mamatag haben möchten; einen Tag eben, an dem Mama nur für das eine Kind da ist. Und wer bin ich, ihnen das zu verweigern? 😉 Meinen Urlaub habe ich also genutzt und für beide Kinder einen Tag eingeschoben.
Hier meine Impressionen:

 

Das fünfte Jahr

Meine Tochter. Mittlerweile habe ich schon so viele Worte über sie verloren, dass ich fürchte, mich zu wiederholen. Denn auch das fünfte Jahr mit ihr war unendlich schön! Die Freude über ihr Regenbogenkleid, die Freude am Spielen und natürlich auch die Diskussionen und ihre Uneinsichtigkeit, wenn sie nicht ihren Willen bekommt. Sie ist ein kleiner Wirbelwind und sie ist so unendlich eigensinnig! Ich lasse ihr ihren Raum, wo immer ich kann. Besonders in Sachen Kleidung hat sie ihre Eigenheiten. Kaum wurde es wärmer, wurden die Hosen weggepackt und nur noch Leggins zu ihren Kleidern getragen. Kaum stiegen die Temperaturen weiter, wollte sie nur noch kurzärmlige Kleider tragen und keine Leggins mehr. Nur eines änderte sich das ganze Jahr nicht: Kleider. Neue Kleider, Lieblingskleider, aber keine, die nicht bequem sind. Da wurden schöne Kleider so lange aussortiert, weil sie Knöpfe hatten oder weil der Gummizug im Brustbereich zu eng saß, bis sie sie doch wieder ausprobierte.
Und ich liebe es, wie sie sich morgens ihre Kleidung zusammensucht, wie sie einfach zwei verschiedene Sochen anzieht, weil es gerne möchte, wie sie Muster und farben kombiniert. Ich liebe es, am Wochenende im Bett zu lauschen, wie sie in ihrem Zimmer spielt und singt, obwohl es ihr peinlich ist, sobald sie merkt, dass jemand zuhört. Ich liebe es, wie sie noch immer darauf besteht nur in Mamas Arm einzuschlafen, obwohl sie jetzt mit Fünf doch alles alleine kann – außer einschlafen natürlich. Ich liebe es sogar, wie sie schmollt.

Das schönste Ereignis in diesem Jahr mit ihr kann ich dieses Mal sogar benennen: Das Spiel im Urlaub! Wir begannen zu spielen und wir spielen noch! Auch Sohnemann macht mit, denn auch Sohnemann spielt liebend gerne. Es gibt nichts Schöneres, als mit meinen Kindern zu spielen und mit ihnen zu lachen. Und es gilt immer noch: Ich habe die süßesten, tollsten, liebsten, schönsten, herzlichsten, mutigsten Kinder in allen bekannten Universen!

 

Kinderblog_das5teJahr.JPG

 

 

Die Monsterhöhle – oder: Zeit zum Spielen

Noch Anfang des Jahres machte ich mir viele Vorwürfe. Ich schaffte es einfach nicht, mit meinen Kindern zu spielen. Ich spreche hier nicht von Brettspielen wie „Mensch Ärgere dich nicht“ oder Memory. Nein, ich spreche von den Spielen, für die ich mich konzentrieren und ein Mindestmaß an Phantasie aufbringen muss; für die ich nachdenken muss. Es erschien mir schier unmöglich mich auf ein Spiel mit Puppen, Stofftieren oder Ähnliches zu konzentrieren.
Die Lösung kam mir dann einfach zugeflogen.

Hundevorteil

Es gibt eine Sache, die ich jeden Tag tun muss: Mit unserem Hund spazieren gehen. Und weil meine Kinder allzu gerne fernsehen und Computer spielen, gibt es eine Regel für Wochenenden und Ferientage:

Erst nach dem Spaziergang dürfen die Kinder an den Fernseher.

Ob sie mich auf den Spaziergang begleiten, war immer ihre Entscheidung. Besonders am Wochenende haben haben sie sich jedoch gerne angeschlossen.
Dieses eine Mal nahm Sohnemann eines seiner Holzschwerter mit und Töchterchen, mit ihrer unerschöpflichen Phantasie, begann von Zombies und Monstern zu sprechen, kaum dass wir aus dem Haus waren. Ich habe die Spaziergehzeit mit den Kindern immer genossen. Es ist immerhin Zeit, die ich mit ihnen verbringen konnte. Es war ein schöner Sommertag, nicht zu heiß und ich ging auf ihr Spiel ein.

Monster, Helden und Superheldinnenfeen

Wir spielten auf diesem Spaziergang Monsterjagen. Es hat viel Spaß gemacht! Sohnemann und Töchterchen bekämpften die Monster, sammelten Utensilien für Zaubertränke, die im Labor hergestellt wurden und ich war die „Besucherin“ mit ihrem Schutzhund, die all das dokumentieren sollte. Es war das erste Mal, dass wir so spielten.
Das zweite Mal spielten wir, als wir im Urlaub waren. Dort gab es einen wunderbaren Waldspielplatz, zu dem man jedoch erst hinlaufen musste. Ich nutzte die Gelegenheit und wieder spielten wir. Ich war Mel, die Beschützerin des Waldes, Sohnemann der Doktor und Töchterchen eine Fee. Ws soll ich sagen? Es machte einfach super viel Spaß! Den ganzen Urlaub ging es so, die ganze Woche schafften wir es, täglich zu spielen. Doch leider geht jeder Urlaub zu Ende.

Qualitätszeit

Was von diesem Urlaub blieb: Töchterchen und auch Sohnemann nutzten nun die Gelegenheiten und begleiten mich jetzt oft auf den kurzen Abendspaziergängen unter der Woche oder auch auf den längeren am Wochenende. Und auch, wenn ich befürchtet hatte, im Alltag wieder keine Konzentration für solche Spiele aufbringen zu können, es geht! Es macht Spaß, sich zu überlegen, wer ich heute sein möchte. Es macht Spaß zu sehen, wie Töchterchen „ihre“ Lilly spielt und wie Sohnemann sich wunderbar in die Spiele mit einbringt.
Ich kann wieder mit meinen Kindern spielen, es braucht nur alles die richtige Zeit!

Anekdote: Konflikte und Mutterstolz

Neulich erzählte mein Sohnemann, ein Junge in der Schule habe ihn geärgert und ihn ins Gesicht geschlagen. Es war nicht richtig fest, doch fest genug, dass ein Wackelzahn herausfiel. Ich fragte ihn, was er dann gemacht habe und er sagte, er habe sich bei einem Lehrer der Pausenaufsicht beschwert. Danach sei er dem Jungen gefolgt, um zu sehen, in welche Klasse er ging, und habe sich noch einmal bei der Klassenlehrerin beschwert. Von dieser habe der Junge nochmal richtig Ärger bekommen – und Sohnemann ein »Idiot« hinterhergeworfen.
Ich kann schwer beschreiben, was bei dieser Geschichte in mir vorging. Ich weiß, mein Sohnemann ist kein Rabauke und er würde nicht zurückschlagen. Doch als ich über diese Geschichte nachdachte, füllte sich meine Brust zunehmend mit Stolz. Mein Sohn hat dem Jungen gezeigt, dass er sich nicht herumschupsen lässt und er hat es ihm gezeigt, indem er den richtigen Weg gewählt hat. Er hat nicht etwa zurückgeschlagen, er war nicht außer sich oder in Tränen aufgelöst. Er war sicherlich wütend, doch er hat das getan, was bei Kindern, die unbedingt dazugehören wollen, verpönt ist: petzen. Und es ist gut so! Es ist gut, dass er sich nicht davon scheut, es Erwachsenen zu sagen! Es ist gut, dass er nicht den Kopf einzieht und sich herumschupsen lässt!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich in der Schule damals so gehandelt habe, ob es mir eingefallen ist, den Lehrern bescheid zu geben, wenn ich geärgert wurde. Allerdings wurde ich als Mädchen nie geschlagen. Aber ich bin stolz darauf, dass mein Sohnemann von ganz alleine den meines Erachtens richtigen Weg gewählt hat um dem Jungen zu zeigen, dass er sich nicht herumschuppsen lässt!

Das vierte Jahr

Es ist schon wieder ein Jahr um. Für dich ist nun das vierte Lebensjahr angebrochen. Und mit jedem Jahr entwickelst du dich deutlich weiter, entwickelst deine eigene Persönlichkeit und doch bleibt einiges beim Alten.

Innerhalb dieses Jahres bist du endlich trocken geworden. Du verstehst so viel mehr an Zusammenhägen und erzählst mir jeden Abend, was dich so bewegt. Manchmal bist du sogar nachdenklich. Dann sprichst du über Kinder, die dich in der KiTa geärgert haben, über Dinge, die du zusammen mit deinem Bruder im Fernsehen gesehen hast oder sogar den Verlust unseres alten Hundes vor mittlerweile fast einem Jahr. Doch meistens spielst du mit deinen Puppen Familie oder Abenteuer mit viel Zauber und Kampf, singst und tanzt fröhlich – und ich liebe es dir dabei zuzusehen!
Deine Lieblingsfarbe steht so fest, dass du am liebsten dein ganzes Zimmer nur in dunkellila hättest und du würdest immer nur Kleider und Röcke mit Leggins tragen, wären da nicht die kalten Morgende, an denen ich Einspruch dagegen erhebe. Aber egal was du anhast, mit deinen Freundinnen im Kindergarten bist du am liebsten auf dem Spielplatz und kletterst.

Doch trotz allem bist du immer noch sehr nähebedürftig. Du sitzt immer noch am liebsten auf meinen Schoß und schläfst am liebsten noch immer ganz nah an mich gekuschelt. Selbst mit unsrem neuen Hund und den beiden Katzen kuschelst du sehr gerne. Wenn dein Bruder dich ließe, würdest du wahrscheinlich auch mit ihm kuscheln, denn er ist noch immer dein Star.

Ich wünsche mir so sehr, dass du dich weiterhin so wunderbar entwickelst und dass auch dein Verhältnis zu deinem Bruder so wunderbar bleibt – denn es gibt nichts Wertvolleres und Wichtigeres in meinem Leben, als euch beide!

Vier Jahre rocken! - Mädchen mit e-Gitarre

Vier Jahre rocken!

Anekdote: Die Achtsamkeit eines Neunjährigen

Neulich brachte Sohnemann ein Bild von der Schule mit nach Hause. Er hatte seine ganze Familie gemalt, samt Haustieren. Ich schaute das Bild an und war ganz baff: er hatte mir rote Haare gemalt. Schon seit einigen Jahren habe ich sie mir nicht mehr gefärbt und bin mit meinem Naturbraun unterwegs.
Auf meine Frage, warum er mir trotzdem rote Haare gemalt hatte, antwortete er: „Du hättest doch gerne rote Haare.“

Familienbild

Familienbild

Das dritte Jahr.

Jedes Mal, wenn eines meiner Kinder ein Jahr älter wird, frage ich mich, wo die Zeit geblieben ist. Nun bist du schon drei Jahre alt, ein Kindergartenkind.

Noch vor einem Jahr wolltest du dich auf deinem neuen Dreirad nur schieben lassen, noch vor einem Jahr mussten wir noch überlegen, was genau du sagen willst, wenn du mit uns gesprochen hast, noch vor einem Jahr hast du nirgendwo anders geschlafen, als bei uns im Bett.
Jetzt fährst du schon ganz alleine, sprichst verständlich in ganzen Sätzen und lässt dich immerhin bereitwillig in dein eigenes Bett bringen, sobald du schläfst.
Von Anfang an bist du gerne in deine Kindergruppe gegangen und auch der Wechsel in den richtigen Kindergarten war kein Problem. Du hast ein paar Tage gebraucht, um wirklich zu begreifen, dass du nun dein eigenes Zimmer hast, doch jetzt bist du darüber sehr glücklich. Du bist selbstständig, wie eh und je, und doch bist du etwas vorsichtiger im Umgang mit anderen Menschen geworden. Auch deine Art zu Spielen hat sich verändert. Ich schaue dir zu und kann ein Grinsen dabei nicht lassen, denn nun verstehe ich, was du spielst. Du begreifst viel mehr und hast nun sogar schon deine eigenen Vorlesewünsche. Du hast so oft deinen eigenen Kopf, ein Kind wie dich gibt es kein zweites Mal.

Doch manche Dinge ändern sich auch innerhalb eines Jahres nicht. Noch immer bist du sehr schmusebedürftig, noch immer kommst du mitten in der Nacht zurück zu uns ins Bett und kuschelst dich unter meine Decke; nicht zu deinem Daddy, nur zu mir. Und ich würde es nicht anders haben wollen.
Du und dein Bruder, ihr seid das Wichtigste auf der Welt, das Schönste und das Beste, das mir jemals passieren konnte.

Kleines Mädchen mit großem Teddy-Bär

Kleines Mädchen mit großem Bär

Anekdote: Ganz großer Bruder

Neulich war ich mit einer Freundin in der Stadt verabredet. Weil es mit unserem Mama-Söhnchen-Tag in der letzten Zeit nicht so recht geklappt hatte, durfte Söhnchen mitkommen. Als es auf dem Spielplatz dann zu kalt und zu dunkel wurde, wanderten wir in einen bekannten Elektronik-Großmarkt, in dem es immer irgendwelche Konsolen und Videospiele zum Ausprobieren gibt. Perfekt, um Söhnchen für sein an dem Tag wirklich unproblematisches Verhalten zu belohnen und noch etwas in Ruhe zu plaudern.
Während ich mit meiner Freundin dort saß und Söhnchen irgendwo in einem Nebengang spielte, kam eine Durchsage: „Der Zweijährige XYZ würde seine Eltern suchen und warte beim Sicherheitsdienst auf seine Abholung.“ Etwas zehn Minuten später folgte diese Durchsage noch einmal. Mutter die ich bin fragte ich mich natürlich, was da los sei und unterhielt mich auch mit meiner Freundin darüber; Söhnchen war derweil schwer beschäftigt.

Als sich der Nachmittag dann auch dem Ende zuneigte und wir beschlossen noch irgendwo eine Kleinigkeit zu essen, kamen wir auf der Suche nach einem Café an einem kleinen Jungen vorbei, der seelenruhig an einem (kleinkindersicheren) Geländer stand und dem Treiben unter ihm zuschaute. Einige Meter entfernt waren noch mehr Mütter mit Kleinkindern und ich nahm an, der Junge gehöre dazu. Söhnchen aber blieb stehen, sah sich nach der Mutter des Jungen um und fragte: „Mama, ist das vielleicht der Junge, der vorhin seine Eltern gesucht hat?“
Die Mutter des Jungen hatte derweil auch bemerkt, dass wir stehen geblieben waren und kam herüber. Da war Söhnchen beruhigt – und ich unheimlich stolz auf meinen Jungen. Er ist eben wirklich ganz der große Bruder, auch wenn seine kleine Schwester gar nicht da ist!