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Die KiTas streiken und keinen interessiert es?

Zumindest ist genau das der Eindruck, den ich in den letzten Wochen gewonnen habe.

Seit dem 8. Mai streikt unsere Kindertagesstätte bereits. Sie streiken, weil sie für ihre Aufgaben, ihre Verantwortung und den täglichen Stress besser bezahlt werden wollen. Eine Forderung, die ich als Mutter nachempfinden kann. Alle Eltern sollten das, denn alle Eltern wissen, wie stressig Kindergartenkinder sein können. Dazu kommen allerhand Pädagogische Aufgaben, die Erzieher mittlerweile erledigen. Und wer will sein Kind schon bei inkompetenten Betreuern abgeben?
Nein, der Grund des Streiks ist mir sehr einleuchtend. Und hier ist es ein Glück, dass mein Mann arbeitslos zuhause sitzt und ich nicht auf unabsehbare Zeit Urlaub nehmen oder auf die Elterninitiativen zurückgreifen muss – denn das ist über Wochen hinweg ein organisatorischer Kampf.

Was mich aber an dem ganzen Kita-Streik stört ist eine Sache: Wo sind die Medien? Bin ich einfach zu blind, um zu sehen, wie darüber berichtet wird? Bin ich zu verwöhnt vom vorangegangenen Bahnstreik, der in allen Mündern und Medien auftauchte? Oder interessiert es die Presse wirklich nicht, dass viele Eltern von diesem Streik betroffen sind?

Diese Fragen kann ich nicht beantworten. Aber eines weiß ich: Der Job, den Erzieher machen empfinde ich als weit wichtiger, als meinen eigenen. Er ist noch dazu stressiger und von Personalmangel betroffen. Erzieher singen und musizieren, basteln und malen, spielen und fördern. Sie sind Vertrauenspersonen und machen noch so viel mehr. Trotzdem verdienen sie weit weniger als ich es tue. Wo bleibt denn da die Gerechtigkeit?

Mehr noch: Es geht doch hier um unsere Kinder! Auch ich hatte natürlich schon den Gedanken, dass die Eltern ihre Kinder doch einfach bei den Entscheidungsträgern absetzten sollten, damit diese einmal live erleben könnten, wie viel wirklich im Beruf der Erzieher steckt. Aber ganz ehrlich? Welche Eltern würden es wagen, die eigenen Kinder bei Wildfremden abzugeben, die sicherlich nicht in der Lage sind für eine kompetente Betreuung zu sorgen? Vermutlich gibt es keine Eltern, die das wirklich tun würden.

Die richtigen Leidtragenden sind im Moment jedenfalls vor allem die Kinder. Kinder, die nicht in den Kindergarten gehen dürfen, die nicht mit anderen Kindern spielen können, auch wenn sie es wollten, die in den Elterninitiativen täglich von jemand anderem betreut werden, die aus ihren Gewohnheiten herausgerissen werden. Aber wenn interessiert es schon, wenn Kinder nicht vernünftig betreut werden, so lange es doch offensichtlich dank der Eltern auch ohne Kindertagesstätten geht? Für unsere Kinder ist kein Geld mehr da, das wurde ja schon alles in die Banken investiert.

Interessante Infos:

Zeit: Das müssen Eltern über den Kita-Streik wissen

tagesschau.de: Den letzten beißen die Hunde

Draußen nur Kännchen: KiTastreik