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Kampf den Blähungen

schlafendes Baby

© Meltis / pixelio.de

So ziemlich jede Mutter dürfte in den ersten Lebenswochen und -monaten mit den Bauchschmerzen des Kindes konfrontiert werden. Dank zwei sehr empfindsamer Kinder konnte ich so einiges über den Kampf gegen Blähungen und Bauchschmerzen lernen. Nicht alle Methoden haben geholfen, aber ausprobieren schadet für gewöhnlich nicht.

Bäuerchen

Eine der wichtigsten Präventionen für die Blähungen ist das Bäuerchen. Die geschluckte Luft wird dabei gleich wieder aus dem Magen hinaus befördert, ohne erst ernstliche Probleme bereiten zu können.
Je nach Baby hilft ein Bäuerchen mehr oder weniger gegen spätere Bauchschmerzen. In jedem Fall schadet es nicht, selbst wenn dabei etwas Milch ebenfalls wieder nach oben kommt.

Position wechseln

Ganz simpel, aber manchmal sehr effektiv bei lästigen Blähungen: Das Baby muss in eine andere Liege- oder Sitzposition gebracht werden. Ob man es nun vom Bauch auf den Rücken legt, in eine halb aufrechte Position setzt oder es aufrecht auf dem Schoß hat, die Änderung reicht manchmal schon aus, um es dem Baby angenehmer zu machen rauszulassen, was raus muss.

Ablenkung

Sind die Blähungen nicht so schlimm und vornehmlich ärgerlich für das Baby, kann die reine Ablenkung helfen. Für Ablenkung sorgt zum Beispiel:

  • auf- und abgehen und mit dem Baby reden (wahlweise auch ein Spaziergang)
  • ein einfachen Spiel oder Spielzeug
  • ein kurzes Bad

Damit lassen sich so manche kleinen Problemchen entlüften, ohne Schmerzhaft zu sein.
Die richtige Ablenkung kann sogar noch in mittelschweren Fällen helfen.

Bauch Massieren

Helfen Positionswechsel und Ablenkung nichts, kann eine Bauchmassage Wunder wirken. Dabei wird sanft um den Bauchnabel herum gestreichelt und massiert. Mit der Zeit kann man die Bewegungen mit sanftem Druck verstärken, je nachdem wie es dem Baby angenehm ist und hilft.
Die Nähe der Eltern spielt ebenfalls eine Rolle, reden oder singen, denn das vermittelt Geborgenheit.

Blähungen herausmassieren kann seine Zeit dauern. Dem Baby allerdings tut dabei auch die Aufmerksamkeit gut. Es genießt es und wird sanft die Schmerzen los.

Kirschkernkissen/ Wärmflasche

Ein Mittel, dass jedem geläufig sein sollte, ist den Bauch zu wärmen. Es gibt kleine Wärmflaschen, die für Babys geeignet sind; viel effektiver finde ich jedoch ein Kirschkernkissen. Das hat drei Gründe:

  • Kirschkernkissen lassen sich in der Mikrowelle schneller aufwärmen, als das Wasser im Wasserkocher, Topf oder sonstigen Gerätschaften
  • Man kann mit Kirschkernkissen die Wärme besser kontrollieren, da sie schnell wieder abkühlen
  • Kirschkernkissen sind nicht so schwer, wie eine Wärmflasche. Letztere können durch das vergleichsweise schwere Wasser sehr unangenehm auf so einem kleinen Babybauch lasten

Das Kirschkernkissen schnell abkühle hat leider auch seinen Nachteil. So können sie zwar gut beim Einschlafen helfen, aber nicht über längere Zeit den Bauch warmhalten und müssen notfalls öfter aufgewärmt werden.

Fliegergriff

Beim sogenannten „Fliegergriff“ wird das Baby bäuchlings auf den eigenen unterarm gelegt. Durch die Bauchlage des Babys und die Nähe zum Elternteil ist er nicht nur sehr angenehm für den Säugling, er kann auch mehrere Möglichleiten im Kampf gegen die Blähungen vereinen:

  • Er sorgt für Ablenkung
  • Er lässt dabei die Möglichkeit den Bauch zu massieren oder warm zu halten

Leider mögen es nicht alle Babys, dass man sich dabei sich hinsetzt. Das Wiegen im Sitzen ist eben doch anders, als das im Stehen

Eigene Ernährung während des Stillens

Während der ersten paar Monate kann bei stillenden Müttern auch ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel die Bauchschmerzen des Baby lindern.
Mehr dazu habe ich bereits in meinem Artikel Rund um die Ernährung – kleines Essensprotokoll für die Stillzeit geschrieben.

Zu große Sauglöcher

Für Falschenkinder gilt darauf zu achten, dass sie während des Trinkens nicht zu viel Luft schlucken. Um das zu verhindern sollte das Baby richtig sitzen und nicht im Liegen gefüttert werden. Eventuell spielen auch die Flaschensauger eine Rolle dabei. Je größer die Löcher und je mehr Löcher, desto mehr Luft.

Es kann helfen auf Sauger mit einem Loch weniger anzupassen. Manche Flaschenhersteller bieten auch spezielle Anti-Kolik-Sauger und -Flaschen an.

Bauchwehtee in Milch

Bekommt das Baby die Flasche kann es helfen die Milch mit Tee anzurichten. In Apotheken gibt es entsprechenden Baby-Tee, meistens mit Kümmel, Fenchel und/ oder Anis. Alles hilft, den Babybauch zu beruhigen.
Vorsicht ist geboten, wenn es sich nicht um Teebeutel, sondern Granulat handelt. Diese sind in vielen Fällen zusätzlich gesüßt. Das schmeckt dem Baby natürlich gut, ist aber den ersten Zähnen leider nicht zuträglich.

Simeticon/ Entschäumer

Auch in Apotheken erhältlich ist Entschäumer wie Lefax oder Sab Simplex. Sie sind geeignet für Flasche oder können auch nach dem Stillen gegeben werden, und lösen kleine Luftbläschen bereits auf, bevor sie dem Baby Probleme bereiten.
In der Flasche können sie auch Problemlos mit der Tee-Milch-Variante kombiniert werden.

Quellen:

Eltern.de: Bildershow: Sanfte Babymassage in sieben Schritten

Paradisi.de: Dreimonatskoliken
Paradisi.de: Babymassage

Wikipedia: Simeticon

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Rund um die Ernährung – kleines Essensprotokoll für die Stillzeit

Stillen ist eine Sache für sich. Einerseits tut es dem Baby natürlich gut, nicht nur vom medizinischen Standpunkt. Das Baby genießt die Nähe und ebenso die Mutter. Andererseits kann es auch sehr lästig sein. Was immer man auch gerade macht, man muss es unterbrechen und sitzen. Dennoch habe ich zwischen dem Alltagsstress begonnen die Zwangsruhe zu genießen; sich hinsetzten zu müssen, und seien es auch nur zwanzig oder dreißig Minuten, tut gut.

Rosenkohl
Rosenkohl © wrw / pixelio.de

In dem Maße, in dem mein Arbeitsleben näher rückt, kommt leider auch das Ende der Stillzeit auf mich zu. Ich hätte es nie für möglich gehalten, doch ich würde gerne weiter Stillen. Es hat seine guten Seiten, aber auch seine schlechten. Eine der schlechten Seiten ist: ich darf nicht alles essen.

Die meisten Säuglinge leiden in den ersten Monaten unter Blähungen, die schlimme Bauchschmerzen verursachen können. Während Kindern, die Flaschennahrung trinken, die Luft einfach schlucken, kann es bei stillenden Müttern noch eine andere Ursache haben. Die eigene Ernährung wirkt sich auf die Muttermilch aus.

Ursache von Blähungen

Blähungen entstehen durch natürliche Kohlenstoff- und Schwefelverbindungen. Diese entwickeln während der Verdauung Gase in Magen und Darm. Einige diese Verbindungen werden auch in die Muttermilch und damit in den Bauch des Babys transportiert. Da die Darmflora eines Neugeborenen noch nicht vollständig ausgereift ist, tut es sich mit der Verdauung generell schwerer. Eine zusätzliche Gasentwicklung verursacht zusätzliche Beschwerden. Bis das Gas endlich den Ausgang erreicht hat, kann viel Zeit vergehen, die dem Säugling nicht angenehm sind. Schon bei Erwachsenen können Blähungen sehr schmerzhaft sein und wer schon einmal den aufgeblähten Bauch eines Säuglings gesehen hat, kann sich vorstellen, wie diese drunter leiden.
Als Blähend gelten vor allem Hülsenfrüchte, Kohl und Zwiebeln, aber auch Eier und Wassermelonen sollen Blähungen verursachen können.

Zwischen Genuss und Leid

Wie bei so vielem, reagiert jeder Mensch anders. Eine Rolle dabei spielt natürlich unter anderem die Verdauung der Mutter oder wie häufig sie besagte Lebensmittel in ihrem Leben bereits zu sich genommen hat. Genauso aber auch, wie anfällig das Baby selbst ist. Jede Stillende muss also für sich selbst herausfinden, welche Lebensmittel ihrem Kind bekommen.

Ich für meinen Teil bin mit einem empfindlichen Töchterchen gesegnet. Ich konnte schnell feststellen, dass jedweder Kohl zu heftigen Bauchschmerzen meiner Tochter führte. Genauso empfindlich reagierte sie, wenn ich Erbsen aß. Die Konsequenz war: kohl- und erbsenfreies Essen, mitten im Winter. Nichteimal Blumenkohl oder Brokkoli durfte ich mir leisten.
Das Problem mit den Blähungen und Bauchschmerzen meiner Tochter war damit aber leider nicht erledigt. Bohnen oder Linsen konnten nicht die Ursache sein. Beides esse ich nicht gerne, koche sie also auch nur höchst selten. Was blieb also noch übrig? Zwiebeln und Lauch. Seither stehen zwei Pfannen auf dem Herd; eine mit Zwiebeln für meine Männer und eine für mich ohne Zwiebeln.

Die Bauchschmerzen meiner Tochter besserten sich, waren aber nicht ganz weg. Immer wieder litt sie zwei bis drei Tage unter Blähungen. Mögliche Ursachen wusste ich aber keine mehr. Eine Zeit lang versuchte ich es sogar ohne kohlensäurehaltige Getränkte – erfolglos.
Erst nach weiteren Wochen ging mir während des Kochens endlich ein Licht auf: Kohlrabi. Eines meiner Lieblingsgemüse. Und ja, es hat seinen Grund, weswegen das Wörtchen „Kohl“ darin steckt. Auf Wikipedia war die Antwort schnell gefunden: auch Kohlrabi enthält natürliche Schwefelverbindungen. Nachdem ich dann auch auf diese noch verzichtete, lösten sich die Bauchschmerzen endlich in Luft auf.

Zum Glück scheinen Eier keine Auswirkungen zu haben. Ebenso ist mir noch kein Obst untergekommen, mit dem ich meiner Tochter Probleme verschafft hätte. Ich hoffe, dabei bleibt es.

Alternative Lebensmittel

Es gibt so viel Gemüse und doch fiel es mir anfangs schwer, geeignete Alternativen zu finden. Als Vegetarierin bin ich was Gemüse angeht allerdings experimentierfreudig. Ein Blick auf die angebotenen Gemüse meines Gemüselieferanten, eine kurze Recherche auf Wikipedia und schon wird die Eintönigkeit ohne Kohl, Lauch und Kohlrabi wieder abwechslungsreicher.

Manchmal fällt das Einordnen der Gemüse allerdings schwer. Eine schöne Übersicht, welches Gemüse zu welcher Art gehört, habe ich auch bei Wikipedia entdeckt: Liste der Gemüse. Dort sind Kohlrabi, Brokkoli und Blumenkohl eindeutig den Kohlen zugeordnet. Alles an Frucht- und Wurzelgemüsen konnte ich bisher ohne Probleme verspeisen.
Jetzt sind im Risotto nicht mehr Erbsen und Paprika, sondern Pilzen, Zucchini, Karotten oder Mais; statt Kohlrabi gibt es Pastinaken und Rüben. Kartoffeln, Reis und Nudeln lassen sich mit so vielem kombinieren, da wird das Essen auch ohne meine bisherigen Favoriten nicht langweilig. Nur einen adäquaten Ersatz für meinen Kohl habe ich noch nicht gefunden.

Quellen:

Wikipedia-Artikel Flatulenz
Wikipedia-Artikel Kohlrabi
Wikipedia-Artikel Liste der Gemüse

Die Stillplage

Stillzeit ist Ruhezeit. Zumindest sollte es so sein, denn mein Mädchen lässt sich gerne von Geräuschen ablenken; von ihrem Daddy, von ihrem grossen Bruder, von unserem Hund oder irgend etwas anderem. Was aber, wenn sich die Stillzeit plötzlich über den ganzen Tag zieht? Mein Töchterchen trinkt und trinkt und trinkt. Die Hebamme sagt, solche Phasen seien normal. So lange sie weiter zunimmt, müssten wir uns keine Sorgen machen. Aber trotzdem schleicht sich das Gefühl ein, ich mache etwas nicht richtig. Den ganzen Tag sitze ich im Schlafzimmer und warte vergebens darauf, dass mein Mädchen endlich länger schläft, als nur zehn Minuten. Aber nein, es schwankt zwischen Dauerhunger, Blähungen und totaler Hektik, in der sie nicht zur Ruhe kommt. Wie soll man da als Mutter nicht verzweifeln?
Ein Tag vergeht, ein zweiter, bis Töchterchen dann am dritten Tag endlich schläft … sechs Stunden lang. Und wie als sei nichts gewesen legt sie plötzlich wieder nur ihr ausgiebiges Genießertrinkverhalten an den Tag – mit anschließenden Blähungen und Schläfchen.
Was war passiert? Hat sich meine Milch verändert? Brauchte mein Töchterchen nur mehr Milch um einen kleinen Wachstumsschub auszugleichen? Genau weiß ich das nicht, aber es wird wohl nicht die letzte Stillplage gewesen sein.