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Ungeziefer – oder: Warum man sich über Läuse freuen sollte

Jeder kennt sie, jeder hatte sie schon mal: Läuse. Wir hatten mittlerweile schon vier Mal das Vergnügen, seit Sohnemann in der Schule ist. Und auch, wenn Läuse weder gefährlich, noch ein Anzeichen für mangelnde Hygiene sind, es ist Ungeziefer und einfach nur „ihhhbä!“, um es mit Töchterchens Worten auszudrücken.

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich – und berechtigter Weise: Warum schreibt sie über Läuse?
Die Antwort darauf ist einfach: Weil es ein Schämthema ist obwohl es keinen Grund gibt, sich deswegen zu schämen.

 

Läusepanik

Diese Läusepanik kennt wahrscheinlich jeder Erwachsene, der schon einmal seine Kinder hat entlausen müssen. Ungeziefer! Ihh! Ja, das war beim ersten Mal auch meine Reaktion. Allerdings war mir da noch nicht klar, wie man Läuse eigentlich wieder los wird. Mir war nur klar, dass ich nicht in Panik verfallen sollte. Habe ich Panik, haben sie die Kinder auch. Dazu kam noch: ich musste zwei wissensdurstigen Kindern natürlich auch erklären, was Läuse sind, warum deswegen der Kopf juckt und weswegen sie deswegen auch noch zuhause bleiben müssen. Und vorallem Töchterchen stellte mir noch mehr Fragen, als wir sie vor zwei Jahren das erste Mal entlausen mussten.
Aber für so etwas gibt es Abhilfe. Für alles, was ich nicht auf Anhieb beantworten kann, frage ich zuersteinmal YouTube, ob es vielleicht einen Beitrag aus Der Sendung mit der Maus gibt. Und ja, den gab es. Auch beim letzten Läusebefall schauten wir uns zuerst noch einmal zusammen das Video an:

 

 

Und schon waren so ziemlich alle Fragen beantwortet. Die Kinder wussten, weswegen sie ein Antiläusemittel auf den Kopf bekamen und weswegen ich in den nächsten Tagen viel Zeit damit verbringen musste, ihre Haare gut auszukämmen. Sie halfen mir die Bettwäsche zu wechseln und ihre geliebten Pillowpets zu waschen.
Manchmal kann Erklären so einfach sein 😉

Es muss übrigens nicht immer die Maus sein, die etwas erklärt. Vor zwei oder drei Wochen bin ich zufällig noch über ein Video bei Quarks&Co gestolpert, das sich ebenfalls mit Läusen beschäftigte.

 

Doch auch, wenn man all das weiß, gibt es doch eines, dass sich nicht abstellen lässt: Sobald man von Läusen spricht, oder auch nur über sie nachdenkt, beginnt der Kopf zu jucken, ganz automatisch.

 

Der Dank der Kita

Als ich Anfang des Jahres Läuse auf den Köpfen beider Kinder und leider auch auf meinem eigenen entdeckte, griff ich zum Telefon, um beide Kinder zu entschuldigen. Es war die erste Schulwoche nach den Ferien, aber es half nichts: Sohnemann musste zuhause bleiben und entlaust werden.
Ich rief also sowohl in der Schule, als auch im Kindergarten an, um Bescheid zu geben. Pflichtbewusst wie ich bin, sagte ich natürlich auch, worum es ging. Wenn ein Kind Läuse hat, kann man davon ausgehen, dass mehrere betroffen sind. Die Einrichtung muss das erfahren, damit sie die Information an die Eltern weiterleiten kann und damit dem Problem wirklich Abhilfe geschaffen werden kann.
Völlig verblüfft war ich jedoch, als sich eine der Damen am anderen Ende des Apparates bei mir bedankte. Viele Eltern melden leider nicht, wenn die Kinder Läuse hätten, meinte sie.
Eine ähnliche Geschichte erzählte mir die Apothekerin, bei der ich kurz darauf die gängigen Mittelchen zur Läusevernichtung einkaufte. Auch sie wies mich darauf hin, dass ich es Schule und Kindergarten melden müsse. Im Gespräch sagte sie mir, sie hätte schon erlebt, dass sich Eltern aus Zeitmangel gar nicht darum kümmerten, die Läuse loszuwerden. Und natürlich, dass sie sich schämten so etwas zuzugeben.

Das sind Dinge, die ich nie verstehen werde: Wie kann man einfach hinnehmen, dass sich so etwas wie Läuse weiter ausbreiten, weil es niemand außer mir wusste, das mein Kind Läuse hatte? Und das, wo es im Grunde nur Zeit und etwas Sorgfalt kostet, sie loszuwerden? Oder noch schlimmer: Wie kann man einfach hinnehmen, dass Ungeziefer auf den Köpfen der Kinder krabbelt? Die simple Tatsache, dass Sohnemann sich sechs Wochen später schon wieder Läuse eingefing, sagt mir, dass die Apothekerin recht hatte. Allem Anschein nach grassieren die Läuse bereits seit Ende letzten Jahres in der Schule. Und ja, es ist stressig, sein Kind nach ein paar Wochen erneut entlausen zu müssen, weil andere Eltern es nicht tun. Zum Glück bemerkte ich es beim zweiten Mal in diesem Jahr früh genug und Töchterchen und ich blieben dieses Mal verschont.

Und ja, ihr habt richtig gelesen: Ich hatte die Läuse ebenfalls. Das ist der grundlegende Nachteil eines Familienbettes. Ob Sohnemann die Läuse an mich weitergab und ich sie an Töchterchen, oder umgekehrt, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Aber schliefe Töchterchen nicht immer noch dicht an mich gekuschelt, wäre mir die Läuse auf meinem eigenen Kopf erspart geblieben.

 

Mein Appel an euch

Liebe Eltern, nun folgt eine Aufforderung an Euch: Wenn euer Kind Läuse hat, bitte bitte meldet es den entsprechenden Einrichtungen. Läuse sind unangenehme und lästige kleine Gesellen, doch dort, wo Kinder die Köpfe zusammenstecken, können sie sich gut verteilen.
Wegen Läusen muss man sich nicht schämen. Im Gegenteil: Sie bedeuten, Eure Kinder haben genug soziale Kontakte. Ohne diese, könnten sie nicht von einem Kopf auf den anderen klettern.

Also freut Euch doch das nächste Mal, wenn Ihr Läuse findet! Denn dann wisst ihr mit Sicherheit, Eure Kinder haben Freunde.

Das Ding mit dem Allergierisiko

In sämtlicher Literatur rund um Babys wird immer wieder darauf hingewiesen, dass bestimmte Stoffe bei allergiegefährdeten Kindern Allergien auslösen können. Solche Sätze habe ich immer übergangen, meine Kinder habe ich nie als allergiegefährdet angesehen.
Nun hatte Sohnemann Anfang des Jahres jedoch Neurodermitis und wir ließen beim Kinderarzt einen Allergietest machen. Ergebnis: er reagiert auf Hausstaubmilben und Katzen.

Zeit also, sich endlich einmal damit auseinanderzusetzen, wie sich so ein Allergierisiko eigentlich definieren lässt.

Allergierisiko

Laut Wikipedia ist eine Allergie „eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) [..] die sich in typischen, oft mit entzündlichen Prozessen einhergehenden Symptomen äußert.

Eine Allergie ist also eine Fehlreaktion des Körpers auf Stoffe, auf die er gar nicht reagieren müsste, weil sie eigentlich harmlos sind. Folglich ist das Allergierisiko das Risiko, dass der Körper harmlose Stoffe als schädlich einstuft.

Eine Allergie kann sich auf verschiedene Wege äußern; sie kann die Schleimhäute reizen, das zu vermehrtem Schnupfen und auch Nasenbluten führen kann, sie kann auf die Atemwege gehen und Asthma hervorrufen, einen Ausschlag auf der Haut verursachen oder auch zu Durchfall und Erbrechen führen. Im schlimmsten Fall führt die allergische Reaktion zu einem anaphylaktischem Schock.
Eine der bekanntesten Allergien dürfte der Heuschnupfen sein, bei dem die Schleimhäute empfindlich auf bestimmte Pollen reagieren. Bei sogenannten Kreuzallergien reagiert das Immunsystem nicht nur auf einen Stoff, sondern ebenso auf ähnliche.

Auslöser für eine Allergie kann alles sein. Es gibt vielleicht Stoffe, auf die vermehrt Menschen allergisch reagieren, doch kann so gut wie alles eine allergische Reaktion hervorrufen. Mit Allergietests kann ermittelt werden, auf welche Stoffe der Körper mit einer Abwehrreaktion reagiert. Weiß man, woran man ist, kann im Idealfall der Allergieauslöser gemieden werden.

Für Kinder gilt als gängige Meinung: sind beide Elternteile Allergiker, besteht ein erhöhtes Allergierisiko für das Kind.

Selbstbetrachtung

Es gibt allerhand Möglichkeiten für schnelle Tests, mit denen das Allergierisiko ungefähr ermittelt werden kann. Allein eine Suche über eine gängige Suchmaschine nach „Allergierisiko“ befördert bereits diverse Treffer zu Tage. Im Zuge solcher Tests wird nach den Allergien der Eltern und Geschwister sowie nach den Lebensumständen der Eltern gefragt.
Ich muss mich also auch selbst betrachten – und meine Allergien.

Ja, ich habe Allergien. Allerdings kann ich nicht genau sagen, welche. Ich habe eine empfindliche Haut, reagiere bei Pflegeprodukten auf diverse Inhaltsstoffe und habe noch dazu jeden Frühling eine unangenehme Sonnenallergie.
Als Allergikerin habe ich mich allerdings nie gesehen. Wozu auch? Ich weiß, ich muss bei Pflegeprodukten aufpassen und habe weder Asthma noch eine Lebensmittelallergie. Meine Allergien sind unangenehm aber nicht lebensbedrohlich. Demnach habe ich auch nie bestimmen lassen, auf was ich allergisch reagiere.
Ähnlich geht es meinem Mann.

Dass Sohnemann auch eine empfindliche Haut hat, war klar, als er mit vielleicht zwei Jahren auf ein ungewaschenes Stofftier mit einem Ausschlag reagierte. Seitdem wird jedes neue Stofftier gewaschen, bevor die Kinder es richtigi knuddeln dürfen. Kleidung werfe ich ohnehin immer erst in die Waschmaschine; ein Resultat meiner eigenen empfindlichen Haut.

Diverse Test im Internet stellen auch immer die gleichen Fragen: Allergien der Eltern und Geschwister, Raucherhaushalt und Katzen. Alle Test hatten das gleiche, niederschmetternden Ergebnis: Töchterchen hat ein hohes Allergierisiko. Dabei gibt es nicht viel, was wir anders machen könnten. Wir sind Nichtraucher, Ernähren uns vernünftig, ich habe Töchterchen gestillt und Schimmel in den Wänden gibt es hier nicht. Aber wir haben Haustiere.

Schafft die Katzen ab!

Ich bin fast aus allen Wolken gefallen, als ich die allgemeinen Ratschläge für ein hohes Allergierisiko bei Babys las. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft empfiehlt in seiner Broschüre „Allergie-Risiko-Check“ folgendes:

Allergiegefährdete Babys sind besser in einer katzenfreien Umgebung aufgehoben. Schaffen sie am besten gar keine Haustiere an, die Fell tragen. Lebt bereits eine Katze im Haushalt, dann holen Sie sich rat bei einem Allergologen oder einem allergologisch versierten Kinder- und Jugendarzt

Zwar ist auf der selben Webseite unter „häufige Irrtümer“ auch die Rede davon, dass Haustiere natürlich nicht gleich abgeschafft werden müssen und Hunde keine Probleme darstellen. Aber dennoch haben solche Sätze einen sehr bitteren Beigeschmack, denn dieser Rat taucht immer und immer wieder auf.
Ob er nun befolgt wird, steht natürlich im Ermessen jeder Familie. Ich verstehe auch, dass es Situationen gibt, in denen es keinen anderen Ausweg gibt. Wenn das eigene Kind allzu sehr leidet und zum Beispiel Asthma hat, geht die Gesundheit des Kindes den Haustieren natürlich vor. Doch solche pauschalen Formulieren klingen schon beinahe, wie eine Freikarte und das finde ich nicht gut. Auch Tiere sind Lebewesen und auch für diese hat man schließlich die Verantwortung übernommen, als man sie in die Familie geholt hat.

Außerdem: gab es nicht auch die gegenteilige Behauptung, dass Kinder von Haustieren in der Familie gesundheitlich profitieren? Oder schloss das Katzen etwas aus?

Fazit

Im Nachhinein denke ich nun: gut, dass ich mir nie Gedanken um das Allergierisiko gemacht habe. Wenn die einzige Möglichkeit, wie in einigen Fällen beschrieben, darin bestand unsere Haustiere abzuschaffen, empfinde ich das bereits als Unmöglich. Sätze wie „Schaffen Sie sich am besten erst gar keine Haustiere an!“ machen mich ärgerlich.

Dass Sohnemann bei dem Allergietest auf Katzen reagierte, empfand ich einfach als ziemlich blöd; wir haben zwei Katzen, der Kater ist auch noch seine Katze. Aber es sind Freigänger. Wir täten unseren Kindern keinen Gefallen damit, die Katzen wieder abzuschaffen, weder emotional noch moralisch. Die Milben sind das größere Leiden, denn sie sind immer da. Die Milben sind die Haustierchen, die ich nur allzu gerne abschaffen würde. Leider liegt das im Bereich des Unmöglichen.

Übrigens kann Sohnemanns Allergie nicht durch die Anwesenheit von Katzen induziert worden sein. Die erste Katze kam uns erst ins Haus, als er bereits vier Jahre alt war. Er ist mit Hunden aufgewachsen und mit diesen hat er keine Probleme.
Ziehe ich daraus dem Umkehrschluss, hätte Sohnemann vielleicht keine Katzenallergie, wenn wir bereits damals Katzen gehabt hätten.

Links

Eltern.de: Allergierisiko-Test

Broschüre des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: Allergie-Risiko-Check

Wikipedia: Allergie

Pseudokrupp

Rettungswagen

Rettungswagen @ S. Fries / pixelio.de

Kinderkrankheiten sind so eine Sache. In den meisten Fällen braucht man sich keine Sorgen machen, Kinder werden nun einmal krank. Nicht jede Erkältung ist es wert, wegen ihr gleich zum Arzt zu rennen. Hin und wieder muss jedoch sogar mitten in der Nacht die Notaufnahme der Kinderstation im Krankenhaus herhalten, so beunruhigend kann eine plötzliche Erkrankung sein. Darunter fällt auch der sogenannte Pseudokrupp.

Expertenstimmen

Eigentlich handelt es sich bei dem Pseudokrupp lediglich um eine Entzündung der oberen Atemwege und des Kehlkopfs. Im Zuge dessen kann es bei Säuglingen und Kleinkindern zu schweren Hustenanfällen und Atemnot kommen.
Die Ursache dafür ist das Anschwellen der Schleimhäute des Kehlkopfs und unterhalb der Stimmbänder. Der geringere Durchmesser kann schneller, als bei Erwachsenen für Atmennot sorgen.

Ein Pseudokrupp-Anfall tritt meistens nachts auf und äußert sich durch einen bellenden, trockenen Husten sowie einem pfeifendem Geräusch beim Einatmen. Meistens führt all das dazu, dass das Kind nicht mehr richtig Atmen kann. Ein Anzeichen vor dem Anfall kann Heiserkeit sein, eventuell Fieber. Oft ist es aber so, dass die Kinder nicht ernsthaft krank wirken.

Abhilfe kann ein Cortisonzäpfchen schaffen. Das Cortison lässt sie Schleimhäute abschwellen und sorgt dafür, dass das Kind wieder freier atmen kann.
Vorbeugend kann auch kalte und / oder feuchte Luft helfen, einem Pseudokrupp-Anfall aus dem Weg zu gehen.

Neben dem Pseudokrupp gibt es noch den „echten Krupp“, der bei Diphterie auftreten kann. Da in Europa allerdings gegen Dyphterie geimpft werden kann, tritt ein „echter Krupp“ hier kaum noch auf.

Der erste Schreck

Ich weiß nicht mehr, wie alt Söhnchen war, als er seinen ersten Pseudokrupp-Anfall hatte. Ich weiß lediglich, es war vor Töchterchens Ankunft in der Familie.
Söhnchen wachte mitten in der Nacht auf und hustete und hustete. Weil er deswegen nicht mehr schlafen konnte, kam er ins Schlafzimmer und kuschelte sich dazu. Nur Minuten später fiel ihm plötzlich das Atmen schwerer und er bekam irgendwann kaum noch Luft. Es war Winter und instinktiv öffneten wir das Fenster um frische Luft herein zu lassen. Der Anfalls wurde kaum besser, nicht zuletzt, weil Söhnchen weinte.
Das war der Moment, in dem wir entschieden ins Krankenhaus zu fahren. Kaum waren wir aus dem Haus und im kühlen Auto, besserte sich der Husten – und wie wir später erfuhren, nicht nur deswegen, weil es Söhnchen beruhigten, ins Krankenhaus gebracht zu werden.

Vielleicht fünf Minuten später platzen wir in die Ambulanz der Kinderstation. In anbetracht der spätens Stunde mussten wir nicht lange warten. Eine Krankenschwester wieß uns einen Behandlungsraum zu, kurz darauf erschien eine zweite Krankenschwester; eine sehr erfahrene Krankenschwester, denn kaum hatte mein Mann einen Satz der Erklärung abgegeben und Söhnchen einmal gehustst, wusste sie, was Sache war. Sie brachte uns schnell einen Apparat mit Atemmaske zum Inhalieren für Söhnchen, der sich die Maske sogar bereitwillig aufsetzen ließ, sobald er merkte, dass der Dampf daraus half. Erklären tat die gute Frau uns freilich nicht viel. Stattdessen drückte sie uns ein Cortisonzäpfchen in die Hand und schickte uns samt Kind wieder nach Hause.

Wissen ist Macht

Unsere Kinderärztin erkklärte uns am Nächsten Tag etwas genauer, was Söhnchen da für einen Anfall gehabt hatte – und auch, welche vorbeugenden Maßnahmen helfen konnten, einen weiteren Anfall zu verhindern.
Ich für meinen Teil habe das ganze Söhnchen erklärt. Seit dem schläft er nur noch mit offenem Festern, sobald er an Husten oder Heiserkeit leidet. Besser noch: er weiß, was bei einem solchen Anfall passiert und trifft selbst Vorkehrungen. Da heißt es manchmal morgens: „Wer hat das Fenster zu gemacht?!“

Zwar heißt es, wenn ein Kind einen Pseudokrupp-Anfall hatte, kommt er in der Regel nicht wieder. Söhnchen bildet jedoch gleich die Ausnahme der Regel. Im Großen und ganzen hatte Söhnchen seit dem etwa einmal im Jahr einen Anfall. Selbst jetzt, als Zweitklässer hat es ihn jetzt noch einmal erwischt.
Aber nachdem der erste Schock beim ersten Pseudokrupp-Anfall überwunden war, wussten wir, was zu tun war. Dank Vorbeugung endeten auch nicht alle mit einem Cortisonzäpfen.

Fazit

Seit wir wissen, worum es geht und was zu tun ist, sitzt uns der Schreck nicht mehr in den Knorchen, wenn Söhnchen wieder anfängt zu husten und nach Luft zu ringen. Dennoch war das erste Mal ein Schock, denn selbst wenn man schon einmal davon gelesen hat, wer kann es denn gleich einordnen?
Manche Kinder haben es eben leider oft, andere garicht. Ich hoffe, Töchterchen wird zu letztem gehören.

Und auch bei Töchterchen bin ich zufrieden damit, ein Zäpfen für den Notfall im Haus zu haben. Noch hatte sie keinen Anfall, doch der soll nur kommen. Dem werden wir was Husten!

Quellen

pseudokrupp.net
Wikipedia: Pseudokrupp

Das Baby : Ein Leitfaden für Eltern / Broschüre der Bundesentrale für gesundheitliche aufklärung (BZgA), Köln

Kampf den Blähungen

schlafendes Baby

© Meltis / pixelio.de

So ziemlich jede Mutter dürfte in den ersten Lebenswochen und -monaten mit den Bauchschmerzen des Kindes konfrontiert werden. Dank zwei sehr empfindsamer Kinder konnte ich so einiges über den Kampf gegen Blähungen und Bauchschmerzen lernen. Nicht alle Methoden haben geholfen, aber ausprobieren schadet für gewöhnlich nicht.

Bäuerchen

Eine der wichtigsten Präventionen für die Blähungen ist das Bäuerchen. Die geschluckte Luft wird dabei gleich wieder aus dem Magen hinaus befördert, ohne erst ernstliche Probleme bereiten zu können.
Je nach Baby hilft ein Bäuerchen mehr oder weniger gegen spätere Bauchschmerzen. In jedem Fall schadet es nicht, selbst wenn dabei etwas Milch ebenfalls wieder nach oben kommt.

Position wechseln

Ganz simpel, aber manchmal sehr effektiv bei lästigen Blähungen: Das Baby muss in eine andere Liege- oder Sitzposition gebracht werden. Ob man es nun vom Bauch auf den Rücken legt, in eine halb aufrechte Position setzt oder es aufrecht auf dem Schoß hat, die Änderung reicht manchmal schon aus, um es dem Baby angenehmer zu machen rauszulassen, was raus muss.

Ablenkung

Sind die Blähungen nicht so schlimm und vornehmlich ärgerlich für das Baby, kann die reine Ablenkung helfen. Für Ablenkung sorgt zum Beispiel:

  • auf- und abgehen und mit dem Baby reden (wahlweise auch ein Spaziergang)
  • ein einfachen Spiel oder Spielzeug
  • ein kurzes Bad

Damit lassen sich so manche kleinen Problemchen entlüften, ohne Schmerzhaft zu sein.
Die richtige Ablenkung kann sogar noch in mittelschweren Fällen helfen.

Bauch Massieren

Helfen Positionswechsel und Ablenkung nichts, kann eine Bauchmassage Wunder wirken. Dabei wird sanft um den Bauchnabel herum gestreichelt und massiert. Mit der Zeit kann man die Bewegungen mit sanftem Druck verstärken, je nachdem wie es dem Baby angenehm ist und hilft.
Die Nähe der Eltern spielt ebenfalls eine Rolle, reden oder singen, denn das vermittelt Geborgenheit.

Blähungen herausmassieren kann seine Zeit dauern. Dem Baby allerdings tut dabei auch die Aufmerksamkeit gut. Es genießt es und wird sanft die Schmerzen los.

Kirschkernkissen/ Wärmflasche

Ein Mittel, dass jedem geläufig sein sollte, ist den Bauch zu wärmen. Es gibt kleine Wärmflaschen, die für Babys geeignet sind; viel effektiver finde ich jedoch ein Kirschkernkissen. Das hat drei Gründe:

  • Kirschkernkissen lassen sich in der Mikrowelle schneller aufwärmen, als das Wasser im Wasserkocher, Topf oder sonstigen Gerätschaften
  • Man kann mit Kirschkernkissen die Wärme besser kontrollieren, da sie schnell wieder abkühlen
  • Kirschkernkissen sind nicht so schwer, wie eine Wärmflasche. Letztere können durch das vergleichsweise schwere Wasser sehr unangenehm auf so einem kleinen Babybauch lasten

Das Kirschkernkissen schnell abkühle hat leider auch seinen Nachteil. So können sie zwar gut beim Einschlafen helfen, aber nicht über längere Zeit den Bauch warmhalten und müssen notfalls öfter aufgewärmt werden.

Fliegergriff

Beim sogenannten „Fliegergriff“ wird das Baby bäuchlings auf den eigenen unterarm gelegt. Durch die Bauchlage des Babys und die Nähe zum Elternteil ist er nicht nur sehr angenehm für den Säugling, er kann auch mehrere Möglichleiten im Kampf gegen die Blähungen vereinen:

  • Er sorgt für Ablenkung
  • Er lässt dabei die Möglichkeit den Bauch zu massieren oder warm zu halten

Leider mögen es nicht alle Babys, dass man sich dabei sich hinsetzt. Das Wiegen im Sitzen ist eben doch anders, als das im Stehen

Eigene Ernährung während des Stillens

Während der ersten paar Monate kann bei stillenden Müttern auch ein Verzicht auf bestimmte Lebensmittel die Bauchschmerzen des Baby lindern.
Mehr dazu habe ich bereits in meinem Artikel Rund um die Ernährung – kleines Essensprotokoll für die Stillzeit geschrieben.

Zu große Sauglöcher

Für Falschenkinder gilt darauf zu achten, dass sie während des Trinkens nicht zu viel Luft schlucken. Um das zu verhindern sollte das Baby richtig sitzen und nicht im Liegen gefüttert werden. Eventuell spielen auch die Flaschensauger eine Rolle dabei. Je größer die Löcher und je mehr Löcher, desto mehr Luft.

Es kann helfen auf Sauger mit einem Loch weniger anzupassen. Manche Flaschenhersteller bieten auch spezielle Anti-Kolik-Sauger und -Flaschen an.

Bauchwehtee in Milch

Bekommt das Baby die Flasche kann es helfen die Milch mit Tee anzurichten. In Apotheken gibt es entsprechenden Baby-Tee, meistens mit Kümmel, Fenchel und/ oder Anis. Alles hilft, den Babybauch zu beruhigen.
Vorsicht ist geboten, wenn es sich nicht um Teebeutel, sondern Granulat handelt. Diese sind in vielen Fällen zusätzlich gesüßt. Das schmeckt dem Baby natürlich gut, ist aber den ersten Zähnen leider nicht zuträglich.

Simeticon/ Entschäumer

Auch in Apotheken erhältlich ist Entschäumer wie Lefax oder Sab Simplex. Sie sind geeignet für Flasche oder können auch nach dem Stillen gegeben werden, und lösen kleine Luftbläschen bereits auf, bevor sie dem Baby Probleme bereiten.
In der Flasche können sie auch Problemlos mit der Tee-Milch-Variante kombiniert werden.

Quellen:

Eltern.de: Bildershow: Sanfte Babymassage in sieben Schritten

Paradisi.de: Dreimonatskoliken
Paradisi.de: Babymassage

Wikipedia: Simeticon

Rund um die Ernährung – kleines Essensprotokoll für die Stillzeit

Stillen ist eine Sache für sich. Einerseits tut es dem Baby natürlich gut, nicht nur vom medizinischen Standpunkt. Das Baby genießt die Nähe und ebenso die Mutter. Andererseits kann es auch sehr lästig sein. Was immer man auch gerade macht, man muss es unterbrechen und sitzen. Dennoch habe ich zwischen dem Alltagsstress begonnen die Zwangsruhe zu genießen; sich hinsetzten zu müssen, und seien es auch nur zwanzig oder dreißig Minuten, tut gut.

Rosenkohl
Rosenkohl © wrw / pixelio.de

In dem Maße, in dem mein Arbeitsleben näher rückt, kommt leider auch das Ende der Stillzeit auf mich zu. Ich hätte es nie für möglich gehalten, doch ich würde gerne weiter Stillen. Es hat seine guten Seiten, aber auch seine schlechten. Eine der schlechten Seiten ist: ich darf nicht alles essen.

Die meisten Säuglinge leiden in den ersten Monaten unter Blähungen, die schlimme Bauchschmerzen verursachen können. Während Kindern, die Flaschennahrung trinken, die Luft einfach schlucken, kann es bei stillenden Müttern noch eine andere Ursache haben. Die eigene Ernährung wirkt sich auf die Muttermilch aus.

Ursache von Blähungen

Blähungen entstehen durch natürliche Kohlenstoff- und Schwefelverbindungen. Diese entwickeln während der Verdauung Gase in Magen und Darm. Einige diese Verbindungen werden auch in die Muttermilch und damit in den Bauch des Babys transportiert. Da die Darmflora eines Neugeborenen noch nicht vollständig ausgereift ist, tut es sich mit der Verdauung generell schwerer. Eine zusätzliche Gasentwicklung verursacht zusätzliche Beschwerden. Bis das Gas endlich den Ausgang erreicht hat, kann viel Zeit vergehen, die dem Säugling nicht angenehm sind. Schon bei Erwachsenen können Blähungen sehr schmerzhaft sein und wer schon einmal den aufgeblähten Bauch eines Säuglings gesehen hat, kann sich vorstellen, wie diese drunter leiden.
Als Blähend gelten vor allem Hülsenfrüchte, Kohl und Zwiebeln, aber auch Eier und Wassermelonen sollen Blähungen verursachen können.

Zwischen Genuss und Leid

Wie bei so vielem, reagiert jeder Mensch anders. Eine Rolle dabei spielt natürlich unter anderem die Verdauung der Mutter oder wie häufig sie besagte Lebensmittel in ihrem Leben bereits zu sich genommen hat. Genauso aber auch, wie anfällig das Baby selbst ist. Jede Stillende muss also für sich selbst herausfinden, welche Lebensmittel ihrem Kind bekommen.

Ich für meinen Teil bin mit einem empfindlichen Töchterchen gesegnet. Ich konnte schnell feststellen, dass jedweder Kohl zu heftigen Bauchschmerzen meiner Tochter führte. Genauso empfindlich reagierte sie, wenn ich Erbsen aß. Die Konsequenz war: kohl- und erbsenfreies Essen, mitten im Winter. Nichteimal Blumenkohl oder Brokkoli durfte ich mir leisten.
Das Problem mit den Blähungen und Bauchschmerzen meiner Tochter war damit aber leider nicht erledigt. Bohnen oder Linsen konnten nicht die Ursache sein. Beides esse ich nicht gerne, koche sie also auch nur höchst selten. Was blieb also noch übrig? Zwiebeln und Lauch. Seither stehen zwei Pfannen auf dem Herd; eine mit Zwiebeln für meine Männer und eine für mich ohne Zwiebeln.

Die Bauchschmerzen meiner Tochter besserten sich, waren aber nicht ganz weg. Immer wieder litt sie zwei bis drei Tage unter Blähungen. Mögliche Ursachen wusste ich aber keine mehr. Eine Zeit lang versuchte ich es sogar ohne kohlensäurehaltige Getränkte – erfolglos.
Erst nach weiteren Wochen ging mir während des Kochens endlich ein Licht auf: Kohlrabi. Eines meiner Lieblingsgemüse. Und ja, es hat seinen Grund, weswegen das Wörtchen „Kohl“ darin steckt. Auf Wikipedia war die Antwort schnell gefunden: auch Kohlrabi enthält natürliche Schwefelverbindungen. Nachdem ich dann auch auf diese noch verzichtete, lösten sich die Bauchschmerzen endlich in Luft auf.

Zum Glück scheinen Eier keine Auswirkungen zu haben. Ebenso ist mir noch kein Obst untergekommen, mit dem ich meiner Tochter Probleme verschafft hätte. Ich hoffe, dabei bleibt es.

Alternative Lebensmittel

Es gibt so viel Gemüse und doch fiel es mir anfangs schwer, geeignete Alternativen zu finden. Als Vegetarierin bin ich was Gemüse angeht allerdings experimentierfreudig. Ein Blick auf die angebotenen Gemüse meines Gemüselieferanten, eine kurze Recherche auf Wikipedia und schon wird die Eintönigkeit ohne Kohl, Lauch und Kohlrabi wieder abwechslungsreicher.

Manchmal fällt das Einordnen der Gemüse allerdings schwer. Eine schöne Übersicht, welches Gemüse zu welcher Art gehört, habe ich auch bei Wikipedia entdeckt: Liste der Gemüse. Dort sind Kohlrabi, Brokkoli und Blumenkohl eindeutig den Kohlen zugeordnet. Alles an Frucht- und Wurzelgemüsen konnte ich bisher ohne Probleme verspeisen.
Jetzt sind im Risotto nicht mehr Erbsen und Paprika, sondern Pilzen, Zucchini, Karotten oder Mais; statt Kohlrabi gibt es Pastinaken und Rüben. Kartoffeln, Reis und Nudeln lassen sich mit so vielem kombinieren, da wird das Essen auch ohne meine bisherigen Favoriten nicht langweilig. Nur einen adäquaten Ersatz für meinen Kohl habe ich noch nicht gefunden.

Quellen:

Wikipedia-Artikel Flatulenz
Wikipedia-Artikel Kohlrabi
Wikipedia-Artikel Liste der Gemüse