Schnappschuss: Herbstspaziergang

Wenn Sohnemann sich Töchterchens Puppenwagen schnappt ...

Wenn Sohnemann sich Töchterchens Puppenwagen schnappt …

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Das fünfte Jahr

Meine Tochter. Mittlerweile habe ich schon so viele Worte über sie verloren, dass ich fürchte, mich zu wiederholen. Denn auch das fünfte Jahr mit ihr war unendlich schön! Die Freude über ihr Regenbogenkleid, die Freude am Spielen und natürlich auch die Diskussionen und ihre Uneinsichtigkeit, wenn sie nicht ihren Willen bekommt. Sie ist ein kleiner Wirbelwind und sie ist so unendlich eigensinnig! Ich lasse ihr ihren Raum, wo immer ich kann. Besonders in Sachen Kleidung hat sie ihre Eigenheiten. Kaum wurde es wärmer, wurden die Hosen weggepackt und nur noch Leggins zu ihren Kleidern getragen. Kaum stiegen die Temperaturen weiter, wollte sie nur noch kurzärmlige Kleider tragen und keine Leggins mehr. Nur eines änderte sich das ganze Jahr nicht: Kleider. Neue Kleider, Lieblingskleider, aber keine, die nicht bequem sind. Da wurden schöne Kleider so lange aussortiert, weil sie Knöpfe hatten oder weil der Gummizug im Brustbereich zu eng saß, bis sie sie doch wieder ausprobierte.
Und ich liebe es, wie sie sich morgens ihre Kleidung zusammensucht, wie sie einfach zwei verschiedene Sochen anzieht, weil es gerne möchte, wie sie Muster und farben kombiniert. Ich liebe es, am Wochenende im Bett zu lauschen, wie sie in ihrem Zimmer spielt und singt, obwohl es ihr peinlich ist, sobald sie merkt, dass jemand zuhört. Ich liebe es, wie sie noch immer darauf besteht nur in Mamas Arm einzuschlafen, obwohl sie jetzt mit Fünf doch alles alleine kann – außer einschlafen natürlich. Ich liebe es sogar, wie sie schmollt.

Das schönste Ereignis in diesem Jahr mit ihr kann ich dieses Mal sogar benennen: Das Spiel im Urlaub! Wir begannen zu spielen und wir spielen noch! Auch Sohnemann macht mit, denn auch Sohnemann spielt liebend gerne. Es gibt nichts Schöneres, als mit meinen Kindern zu spielen und mit ihnen zu lachen. Und es gilt immer noch: Ich habe die süßesten, tollsten, liebsten, schönsten, herzlichsten, mutigsten Kinder in allen bekannten Universen!

 

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Die Monsterhöhle – oder: Zeit zum Spielen

Noch Anfang des Jahres machte ich mir viele Vorwürfe. Ich schaffte es einfach nicht, mit meinen Kindern zu spielen. Ich spreche hier nicht von Brettspielen wie „Mensch Ärgere dich nicht“ oder Memory. Nein, ich spreche von den Spielen, für die ich mich konzentrieren und ein Mindestmaß an Phantasie aufbringen muss; für die ich nachdenken muss. Es erschien mir schier unmöglich mich auf ein Spiel mit Puppen, Stofftieren oder Ähnliches zu konzentrieren.
Die Lösung kam mir dann einfach zugeflogen.

Hundevorteil

Es gibt eine Sache, die ich jeden Tag tun muss: Mit unserem Hund spazieren gehen. Und weil meine Kinder allzu gerne fernsehen und Computer spielen, gibt es eine Regel für Wochenenden und Ferientage:

Erst nach dem Spaziergang dürfen die Kinder an den Fernseher.

Ob sie mich auf den Spaziergang begleiten, war immer ihre Entscheidung. Besonders am Wochenende haben haben sie sich jedoch gerne angeschlossen.
Dieses eine Mal nahm Sohnemann eines seiner Holzschwerter mit und Töchterchen, mit ihrer unerschöpflichen Phantasie, begann von Zombies und Monstern zu sprechen, kaum dass wir aus dem Haus waren. Ich habe die Spaziergehzeit mit den Kindern immer genossen. Es ist immerhin Zeit, die ich mit ihnen verbringen konnte. Es war ein schöner Sommertag, nicht zu heiß und ich ging auf ihr Spiel ein.

Monster, Helden und Superheldinnenfeen

Wir spielten auf diesem Spaziergang Monsterjagen. Es hat viel Spaß gemacht! Sohnemann und Töchterchen bekämpften die Monster, sammelten Utensilien für Zaubertränke, die im Labor hergestellt wurden und ich war die „Besucherin“ mit ihrem Schutzhund, die all das dokumentieren sollte. Es war das erste Mal, dass wir so spielten.
Das zweite Mal spielten wir, als wir im Urlaub waren. Dort gab es einen wunderbaren Waldspielplatz, zu dem man jedoch erst hinlaufen musste. Ich nutzte die Gelegenheit und wieder spielten wir. Ich war Mel, die Beschützerin des Waldes, Sohnemann der Doktor und Töchterchen eine Fee. Ws soll ich sagen? Es machte einfach super viel Spaß! Den ganzen Urlaub ging es so, die ganze Woche schafften wir es, täglich zu spielen. Doch leider geht jeder Urlaub zu Ende.

Qualitätszeit

Was von diesem Urlaub blieb: Töchterchen und auch Sohnemann nutzten nun die Gelegenheiten und begleiten mich jetzt oft auf den kurzen Abendspaziergängen unter der Woche oder auch auf den längeren am Wochenende. Und auch, wenn ich befürchtet hatte, im Alltag wieder keine Konzentration für solche Spiele aufbringen zu können, es geht! Es macht Spaß, sich zu überlegen, wer ich heute sein möchte. Es macht Spaß zu sehen, wie Töchterchen „ihre“ Lilly spielt und wie Sohnemann sich wunderbar in die Spiele mit einbringt.
Ich kann wieder mit meinen Kindern spielen, es braucht nur alles die richtige Zeit!

Von hundefressenden Büchern und welchen mit Katzen drin; Töchterchens Lieblingsbücher!

Anders als Sohnemann lässt sich Töchterchen nicht einfach so vorlesen. Während Sohnemann den Worten lauscht und dabei andere Dinge tut, will Töchterchen mit in das Buch schauen; für mich eine wahre Umstellung. Bilderbücher waren nie Sohnemanns Ding, dafür will Töchterchen sie gerne anschauen.
Neben diversen Wimmelbüchern gibt es drei Lieblingsbücher, die sie immer wieder hervorholt und die ich mit ihr anschauen soll. Anschauen? Quatscht, durchspielen! Denn Ihre Lieblingsbücher sind welche, bei denen man auch etwas machen muss.

 

Hilfe, dieses Buch hat meinen Hund gefressen!

Da geht ein Mädchen mit ihrem Hund über die Seiten des Buches spazieren, und dann … ist der Hund weg! Hilfe! Eine fürchterliche Vorstellung – und nicht nur für mich, sondern auch für Töchterchen, die unseren Hund über alles liebt. Aber der Hund wird da nicht von alleine gerettet. Die Leser müssen schon mithelfen.


Bild: Amazon

Was ich an dem Buch ganz besonders gerne mag, ist die Darstellung dieser doch sehr absurden Situation. Denn, dass Bücher für gewöhnlich keine Hunde fressen, ist – zumindest für meine Kinder – völlig klar. Die kleine Geschichte ist einfach schön gestaltet und beschrieben und Töchterchen hat jedes Mal wieder ihren Spaß dabei!

Hier geht’s zum Buch beim Beltz-Verlag.

 

Vorsicht, hier sind Katzen drin!

Dieses Buch heißt nicht nur so, es sind wirklich Katzen drin! Und die wollen gerne mit dem Leser spielen. Da gibt es alles, was Katzen mögen, von Wolle über Kisten bis hin zu Fischen. Kinder und Katzen können sich gleichermaßen »müdespielen«.


Bild: Amazon

Ich selbst bin zwar mehr Hunde- als Katzenmensch, aber dennoch: Es ist einfach richtig süß! Auch die Gestaltung finde ich sehr ansprechend. Zwar gibt es da nicht allzu viele wackelnde Teile, die man bewegen kann, aber allein mit dem Umblättern von Seiten kann man schon einiges an Spiel erreichen.

Hier geht’s zum Buch beim Knesebeck-Verlag.

 

Mein Hund Oskar

Dieses Buch ist eines von Töchterchens absoluten Lieblingsbüchern. Das Buch erzählt nicht direkt eine Geschichte, aber es greift auf amüsante Weise auf, wie sich Hunde und ihre Herrchen verhalten (sollten). Einen Feind gibt es in dem Buch dennoch!


Bild: Amazon

Ich muss gestehen, ich bin bei dem Buch etwas zwiegespalten. Einerseits ist es wirklich lustig und amüsant, es gibt viele Kleinigkeiten zu entdecken und anzuschauen. Was mich allerdings ins Grübeln bringt, sind Dinge, die jedem Hundebesitzer zwar mindestens ein Grinsen abringen müssen, die aber für jemanden, der sich eben nicht mit Hunden auskennt, doch verwirrend sein kann. Trotzdem sind es diese Feinheiten, über die Töchterchen und ich uns amüsieren können und die auch einen Lerneffekt haben. Schließlich kann ich immer fragen: »Macht/kann unser Hund das?«

Hier geht’s zum Buch bei Amazon.

Sommerurlaub 2016

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Lieblingsfrühstück

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Huschen durch’s Gebüsch

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Huschen durch’s Gebüsch

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Hundeschmusen

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Süße Bastelei

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Süße Bastelei

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Bühnenaction

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Lieblingsbeschäftigung

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Spaziergangsimpression

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Spaziergangsimpression

Über Leichen in die Bibliothek – oder: Beitrag zur Blogparade „Was mache ich eigentlich beruflich?“ #workingblogger

Da stolpert man über eine interessante Blogparade mit einem Thema, zu dem man ohnehin schon mal etwas schreiben wollte und hat dann sogar noch zwei Wochen Zeit, selbst einen Artikel zu verfassen. Zwei Wochen heißt bei mir etwas 4 bis 5 Stunden verteilt auf zwei Wochenenden. Viel mehr Zeit für meine Blogs bleibt mir einfach nicht.
Und genau darum geht es auch in der Blogparade: »Was mache ich eigentlich beruflich?« von Großstadtküste (#workingblogger). Denn, wenn ich etwas schon öfter erwähnt habe, dann dass ich berufstätig bin.

Familie, Beruf und Hobby – all diese Dinge muss ich unter einen Hut bekommen. Leider wird es einem dabei oft nicht ganz einfach gemacht. Ich bin Pendlerin und habe noch dazu nur einen Führerschein für mein Fahrrad, nicht aber für irgendetwas, dass einen richtigen Motor hätte. Die größte Tageshürde ist derzeit der Kindergarten, der leider im falschen Stadtteil liegt.
Nachdem ich also zwischen 5:30 bis etwas 8:30 erst einmal alles erledige, was ich so zu erledigen habe (das umfasst mich fertig machen, schreiben, den Hundespaziergang, die Kinder fertig machen und wegbringen), schlage ich dann täglich gegen 9:30 endlich auf der Arbeit auf. In »meiner« Bibliothek nämlich. Ja, ihr lest richtg: Ich bin Bibliothekarin.

Und wie kommt man zu sowas?

Meine Antwort darauf ist: Berufsberatung. Nach meinem Abitur stand nur fest, dass ich etwas mit Büchern studieren wollte. Da gab es nur zwei Möglichkeiten. Das eine war ein Studium in Bibliotheks- und Informationswissenschaften das andere war ein Kunststudium für Buchkunst. Da ich trotz einem Leistungskurs in Kunst einfach nicht gut genug war, habe ich dann einfach das andere gemacht.
Schon im Studium habe ich mich gerne mit Webdesign beschäftigt. Das traf meine künstlerische Ader und vor allem auch meinen Hang zum Perfektionismus. Schon pixelkleine Verschiebungen stechen mir ins Auge und sind im Code so einfach zu beheben! Leider saß ich, mit meinem Diplom in der Hand, nach dem Abschluss trotzdem erst einmal auf der Straße, völlig ohne Job. Und was macht Frau dann, wenn sie es nicht leiden kann, gar nichts zu tun? Genau: Sich bewerben. Neben den üblichen Bewerbungen im Bibliothekswesen hatte ich aber noch die grandiose Idee, mich auch für ein Zweitstudium zu bewerben. Dumm herumsitzen liegt mir nicht. Ich wollte also etwas Sinnvolles machen und mich gleichzeitig bewerben. Ein halbes Jahr hing ich rum ohne, dass meine Bewerbungen einen Erfolg gebracht hätten – zumindest nicht die als Bibliothekarin. Aber eine Uni nahm mich mit offenen Armen zwei Wochen vor Semesterbeginn in meinem Wahlstudiengang Humanmedizin auf.

Die Leichen sezierenende Bibliothekarin

Zur Erklärung für alle, die sich nun wundern: Ich habe eine medizinische Vorprägung. Ich bin Ärztinnentochter und habe somit auch schon immer einen Hang zur Medizin gehabt. Es war also nicht ganz so abwegig Medizin zu studieren, wie es im ersten Moment klingt.
Zwei Wochen waren nun aber nicht viel Zeit, um umzuziehen. Ein Glück nur, dass mich gerade die Uni aufgenommen hatte, die in erreichbarer Nähe zu meinen Eltern liegt. Mein Mann war zur gleichen Zeit mit seiner ersten Ausbildung fertig und so schafften wir es wirklich innerhalb dieser zwei Wochen vor Studienbeginn in eine Wohnung zu ziehen, die ungenutzt im Haus meines Vaters zur Verfügung stand. Und dann begann das erste Mal in meinem Leben richtig Stress. Das Medizinstudium war Stress pur. Ich paukte zum zweiten Mal in meinem Leben sämtliche Naturwissenschaften durch und die Anatomie des Menschen. Ohne den Anatomiekurs hätte ich wahrscheinlich noch weniger als nicht ganz zwei Semester durchgehalten. Doch da ich dabei meinen ursprünglichen Plan, mich während des Studiums weiterzubewerben, nicht durchhalten konnte und auch nicht ernsthaft vor hatte, Ärztin zu werden, sondern viel mehr darüber in einer medizinischen Bibliothek hatte Fuß fassen wollen, gab ich das Studium auf und landete in meinem ersten Minijob.

Führerscheinlos in der Autowerkstatt

Letztlich fand ich mich, dank meines Vaters, in dem Büro seiner Werkstatt wieder. Es war die Zeit meiner ersten Schwangerschaft und er brauchte dringend eine Bürokraft; jemanden, der mitdenken konnte und der sich seine Arbeit am besten auch noch selbst suchte.
Und das tat ich. Ich bastelte an der Werkstatthomepage und baute mein Wissen im Webdesign aus. Nachdem mein Sohnemann auf der Welt war und ich mich von der Geburt erholt hatte, begann ich auch wieder, mich zu bewerben.

Endlich in der Bibliothek

Nach mehreren Bewerbungsanläufen landete ich schließlich in »meiner« Bibliothek. Der Zufall wollte es, dass auch diese ohne Umzug für mich erreichbar war. Die simple Tatsache, dass ich autodidaktisch arbeitete und mir einfach selbst die nötigen Kenntnisse im Webdesign erworben hatte, qualifizierte mich für den Job, den ich heute noch mache.
Leider hat sich meine Vorgabe »etwas mit Büchern« zu machen in meinem Beruf nicht gänzlich erfüllt. Ich habe nämlich für gewöhnlich keine Bücher in der Hand, sondern sitze am PC und programmiere mit Javascript, schreibe News oder Anleitungen und gestalte diverse Kleinigkeiten. Systembibliothekar nennt sich so etwas heute. Und nein, ich hätte mir zu Schulzeiten niemals träumen lassen, dass ich einmal programmieren würde. Auch nicht während meines Studiums. Aber mir gefällt es.

Und wie ist das mit der Vereinbarkeit?

Tja, was meinen Beruf angeht, hatte ich bis letzten September zum Glück wenig Probleme mit der Vereinbarkeit. Der einfache Grund dafür hieß: Hausmann.
Nachdem ich das Medizinstudium aufgegeben hatte, hing es nur noch davon ab, wer zuerst einen Job findet, um zu entscheiden, wer bei Sohnemann zuhause blieb. Ich fand zuerst den Job – und mein Mann hatte fortan all die Probleme, die man als Elternteil hat, wenn man ein Kind zuhause hat und vielleicht doch irgendwo einen Fuß in die Tür der Arbeitswelt bekommen will. Außerdem hatte mein Mann schlicht die falsche Ausbildung gemacht und wenig Motivation in seinem Beruf letztlich auch zu arbeiten. Mir fiel also die Ernährerolle zu. Und ich kann nur sagen: Ich hasse sie! Sein eigenes Geld zu verdienen ist eine Sache. Es fühlt sich auch gut an. Aber alleine das Geld zu verdienen und abwägen zu müssen, wie viele Stunden ich unbedingt arbeiten muss, um unseren Lebensstandard aufrechtzuhalten und dabei aber trotzdem noch genug Zeit für die Kinder zu haben, ist nochmal etwas anderes. Denn auch wenn ich gerne arbeite, meine Kinder sind mir einfach wichtiger. Als Hausfrau würde ich mich allerdings sicherlich auch nicht wohl fühlen. Ich brauche einfach ein gutes Mittelmaß.

Dass es hier läuft, hängt jedoch auch mit großem Glück in vielen Dingen zusammen. Von der Wohnung über verständnisvolle Chefs und Kollegen, bis hin zu meinen Verwandten, die uns immer so wunderbar unterstützt haben. Ohne all das wäre ich wahrscheinlich schon lange am Boden zwischen all dem, was ich will und was ich muss. Denn die Unterstützung von Seiten des Staates hält sich jetzt, wo mein Mann eine zweite Ausbildung macht, leider in Grenzen. Zwar bekommt er einen Bildungsgutschein, doch dieser deckt vielleicht gerade Mal die Hälfte der Kosten. Trotzdem ginge es ohne diesen gar nicht, denn die ersten zwei Jahre als angehender Erzieher verdient mein Mann nichts, kann aber nicht wie vorher die ganze Zeit für die Kinder da sein. Die müssen in der Nachmittagsbetreuung untergebracht werden und die gibt es ja bekanntlich nicht umsonst.

Das größte Problem: Der falsche Kindergarten

Töchterchen ist nicht in unserem Wunschkindergarten gelandet. Stattdessen geht sie im Nachbarstadtteil in den Kindergarten. Nun habe ich ja bereits schon geschildert, dass ich nicht Auto fahre. Bis letzten September hat es mir nichts ausgemacht. Bis selbst ich Autohasserin begriff, für wie selbstverständlich es gilt, ein Auto zu haben, selbst in einer doch recht großen Stadt wie unserer mit eigentlich guten Verkehrsanbindungen.
Aber die Verkehrsanbindungen sind nicht gut genug. Eine halbe Stunde brauche ich morgens, bis ich Töchterchen im Kindergarten abliefern kann. Da macht es wenig Unterschied, ob wir mit dem Bus fahren oder mit dem Rad. Als Pendlerin muss ich dann rennen, um am Bahnhof meinen Zug zu bekommen. Und das ist noch weit einfacher, als die Situation, wenn ich Töchterchen abholen muss. Denn ja, auch mein Mann muss in die entgegengesetzte Richtung. Nun ist es aber leider nicht so einfach, von unserem Hauptbahnhof oder von der Schule meines Mannes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad pünktlich am Kindergarten zu sein. Nicht, wenn man bedenkt, dass weder ich – und trotz all der Flexibilität, die ich glücklicherweise in meinem Job habe – einfach weniger arbeiten kann, als ich wöchentlich muss, noch mein Mann seinen Unterricht versäumen sollte. Eine Verlängerung der Kindergartenzeit können wir uns allerdings nicht leisten. Wir werden schon ein Problem bekommen, wenn die Betreuungskosten im nächsten Jahr, wie angekündigt, steigen werden.
Für einen Kindergartenwechsel haben wir bisher jedoch eine Abfuhr erhalten. Dabei wäre unser Wunschkindergarten sogar von der Verkehrsanbindung ideal. Aber es zählt eben nur, dass all das möglich wäre, hätten wir ein Auto. Und so steht mittlerweile auch wieder eines vor der Wohnung auf der Straße – und selbst ich muss zugeben, dass ein Auto entlasten ist.

Und wo bleiben da die Kinder?

Tja, das frage ich mich in der letzten Zeit oft. Ich habe doch nicht zwei Kinder in die Welt gesetzt, um am Ende kaum noch etwas mit ihnen zu tun zuhaben?
Unser Tagesablauf hat sich im letzten Jahr radikal geändert. Ich kochte unter der Woche nicht mehr abends. Die Kinder Essen in der Betreuung warm, dann brauche ich mir nicht mehr Mühe machen, als Abends noch Brote zu schmieren und Obst zu schneiden. Kleinigkeiten für mich sind schnell zubereitet. Wir essen also noch zusammen und dann ist der Tag quasi auch schon gelaufen. Ich bin abends einfach nur noch fertig und meinem Mann geht es nicht besser. Alles, was ich mit meinen Kindern mache, verlagert sich auf das Wochenende; einen Tag, an dem ich mir die Kinder schnappe und einfach irgendetwas mit ihnen unternehme und wenn es nur ein langer Spielplatzausflug ist.
Irgendwie zwischendurch wird dann auch noch ein ganz klein wenig Hausarbeit erledigt.

Fällt noch irgendwem auf, dass an diesem Konzept irgendwas nicht so ganz stimmen kann? Die große Frage, die ich mir da stelle, ist: geht das nur uns so? Sind nur wir so unfähig, den ganzen Alltag zu meistern? Geht es nur uns so, dass keiner von uns am Ende mehr die Energie hat, mit den Kindern zu reden oder auch nur zuzuhören, was sie zu sagen haben? Geht es nur uns so, dass die ganze Woche einfach nicht genug Zeit ist, sich wirklich mit den Kindern zu beschäftigen?

Der Wunschtraum Autorin

Es gibt in all dem Tagesstress noch eine kleine Zeitspanne, die mir so wichtig ist, dass ich versuche sie im (fast) jeden Preis zu halten. Mein Name Möchtegernautorin kommt nicht von irgendetwas. Ich habe so viele Hobbys zwischenzeitlich aufgegeben, doch das Schreiben hat sich gehalten. Es war sogar so wichtig, dass ich während meiner Schwangerschaft mit Sohnemann beschloss, es wirklich ernst zu nehmen und zu lernen. Denn dieses Hobby, dass ich im Moment wirklich in den geringsten Zeitfenstern ausübe, die ich mir im Laufe des Tages schaffen kann, ist das, was ich eigentlich wirklich will. Ich will schreiben! Ich will mein Buch in der Buchhandlung stehen sehen! Oder besser noch meine Bücher?
Dreißig Minuten habe ich dazu täglich. Dreißig Minuten am frühen Morgen, in denen ich versuche, mir etwas aufzubauen, dass veröffentlichungswürdig ist und das ich an einen Verlag schicken kann. Ich mache mir nicht die Illusion davon leben zu können. Ich weiß, dass ich auch weiterhin werde arbeiten gehen müssen; dass ich weiterhin arbeiten gehen möchte! Aber mein erklärtes Ziel ist es, etwas in einem guten Verlag zu veröffentlichen.

Und ganz vielleicht klappt es ja doch. Vielleicht werde ich ja doch Bestsellerautorin und kann mir ein kleines Schreibbüro leisten, in der Nähe von Töchterchens zukünftiger Schule. Dann wäre ich so flexibel, wie man nur sein kann, könnt schreiben so viel ich will und hätte all die Zeit, die ich wirklich haben will für meine Kinder. Wäre das nicht toll?

 

Zuletzt

Ja, das bin also ich: Vollzeitmutter, Teilzeitbibliothekarin und Möchtegernautorin 🙂 Dies sind die drei wichtigsten Eckpfeiler meines Lebens und meines Alltags – und fragt bloß nicht, wo ich da noch das Stricken unterbringe.

 

Anekdote: Wir streiten

Neulich stritt ich mit meinem Sohnemann. Mein Mann war mit meiner Tochter unterwegs, ich kam erst nachmittags von der Arbeit und konnte erst nach Sohnemanns Sportstunde seine Aufgaben durchgehen.
Wie jeden Tag schrieb er am Frühstückstisch einen Zettel mit den anstehenden Aufgaben. Nach dem Abendessen stellte ich jedoch fest, dass er fast nichts auf dem Zettel erledigt hatte. Er musste seine Aufgaben also nach dem Abendessen erledigen – was für ihn bedeuten kann, dass er nicht vorgelesen bekommt, wenn er zu sehr trödelt, denn irgendwann möchte ich abends auch meine Ruhe haben.

Wie gewöhnlich regte er sich fürchterlich auf, als ich ihn, zum mindestens tausendsten Mal an diesem Tag, an seine Schönschreiben-Übung erinnerte.* Wir diskutierten nicht lange, ich verließ sein Zimmer und er brachte mir fünf Minuten später den Zettel mit seiner Übung. Folgendes war (wenn auch nicht besonders schön) dort zu lesen:

Wie „Sohnemann“ und Mama streiten
S: Es sagt mir ja auch niemand!
M: Ach Ja? Und wo ist der Zettel?
S: Weiß ich nicht!
M: Egal, nimm einen anderen. Was steht da!?
S: Schönschreiben.
M: Von wegen, es sagt dir niemand! Lass mich raten, du hast die ganze Zeit ferngesehen, stimmt’s?
S: Raus!
M: Prrrr!
S: Prrrr! (spuckt dabei den Boden voll)
M: Das mache ich nicht weg.

Anmerkung: Der Verständlichkeit halber habe ich ergänzt, wer was sagt 😉

Obgleich ich böse auf ihn sein wollte, als ich unser Streitgespräch las, konnte ich nicht anders, als zu lachen 😉

* Diese Übung war mein bisher letzter Versuch, ihm irgendwie Selbstorganisation vermitteln. Das Schönschreiben hat er sich als tägliche Aufgabe selbst ausgesucht.

Zirkus in der Schule – oder: Ein wunderbares Schulprojekt

Schon am Anfang des Schuljahres war das »Zirkusprojekt« in der Schule meines Sohnemanns angekündigt. Ich konnte mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Irgendwann wurde dann klar, dass es nicht nur ein Klassenprojekt, sondern ein ganzes Schulprojekt war, in dem die Kinder mit einem richtigen Zirkus zusammenarbeiten würden. Dennoch hatte ich keine großen Erwartungen – ich bin kein Zirkus-Fan. Die meisten kleinen Zirkusse, die ich bisher besucht hatte, waren vielleicht ganz witzig, aber nicht wirklich beeindruckend. Meistens fehlte mir das »gewisse Etwas«. Mit Tieren mag ich Zirkus ohnehin nicht. Ein großer Zirkus, mit wirklich guten Akrobaten, wird nicht mit einer Schule zusammenarbeiten, so dachte ich.
Da es aber ein Schulprojekt war und ich finde, bei so etwas steht der Spaß der Kinder im Vordergrund, freute ich mich zumindest für Sohnemann. Die Schule würde sich schon etwas dabei gedacht haben. Außerdem gab es eine Aufführung nach der Zirkuswoche. Und auch wenn ich kein begeisterter Zirkusgänger bin, so möchte ich natürlich trotzdem keine Aufführung meines Sohnemannes verpasst. Außerdem erzählte er begeistert von dem Trick, den er mit seiner besten Freundin als Zauberer aufführen würde, und auch von seinem Zauberlehrer.

Am Abend der Aufführung waren wir also da; Töchterchen, mein Mann, weitere Verwandte, die es einrichten konnten und ich natürlich. Und ich war wirklich überrascht.
Schon als wir die Turnhalle betraten, sah man den Aufwand, der betrieben worden war. Es war eine richtige Bühne aufgebaut, mit Sound und Musik und Lichtern. Und dann begann die Show.
Ich gebe zu, ich hatte anfangs keine großen Erwartungen. Aber was ich mir dann ansehen dürfte, war einfach wunderbar! Innerhalb einer Woche hatten es die Mitglieder des Zirkus wirklich geschafft all die Kinder einer ganzen Schule professionell auf ihren Auftritt vorzubereiten. Es mochten nun keine spektakulären Tricks dabei gewesen sein und keine akrobatischen Höchstleistungen. Aber die Kinder hatten sich in den wenigen Probetzeiten Dinge angeeignet, die auf der Bühne wirklich toll wirkten. Es gab jede Menge Zaubertricks und Akrobaten. Nichts misslang wirklich und jeder einzelne Auftritt war nicht nur gut durchdacht, sondern auch gut aufgeführt. Man sah den Kindern an, dass sie ihren Spaß daran hatten.
Am besten fand ich (neben meinem Sohnemann natürlich) erstaunlicherweise die Auftritte der Clowns. Es waren wirklich witzige, kleine Sketche, die sie aufführten. Und Sohnemann und ich sind uns über den besten Auftritt der Clowns sogar einig. Wir hatten einen tollen Abend und auch, wenn die Show für Töchterchen leider etwas zu lang war, so war es doch um längen besser als jedes Schulprojekt, dass ich zu meiner Zeit gemacht habe.

Das schöne ist, der Zirkus ist in ganz Deutschland unterwegs. Wenn also ein Zirkusprojekt mit dem Zirkus Pompitz bei euren Kindern ansteht, verpasst es nicht! Ich finde, es ist es wirklich wert. Und ich freue mich richtig darauf, wenn der Zirkus Pompitz in ein paar Jahren wieder kommt und Töchterchen mitmachen kann!

Über den Zirkus Pompitz

Der Zirkus Pompoitz entstand bereits 2003 und arbeitet seit dem mit diversen Einrichtungen zusammen. Dahinter steht auch ein pädagogisches Konzept, in dem die Kinder sich im Team gegenseitig bestärken sollen. Das »schwächste Kind« bestimmt das Tempo der Gruppe. Die Kinder lernen zusammenzuarbeiten und auf die anderen Mtgilder der Gruppe zu achten – und ich finde, das hat man bei der Aufführung gemerkt!
Den Webauftritt des Zirkus findet ihr hier: http://www.pompitz.de

Anekdote: Konflikte und Mutterstolz

Neulich erzählte mein Sohnemann, ein Junge in der Schule habe ihn geärgert und ihn ins Gesicht geschlagen. Es war nicht richtig fest, doch fest genug, dass ein Wackelzahn herausfiel. Ich fragte ihn, was er dann gemacht habe und er sagte, er habe sich bei einem Lehrer der Pausenaufsicht beschwert. Danach sei er dem Jungen gefolgt, um zu sehen, in welche Klasse er ging, und habe sich noch einmal bei der Klassenlehrerin beschwert. Von dieser habe der Junge nochmal richtig Ärger bekommen – und Sohnemann ein »Idiot« hinterhergeworfen.
Ich kann schwer beschreiben, was bei dieser Geschichte in mir vorging. Ich weiß, mein Sohnemann ist kein Rabauke und er würde nicht zurückschlagen. Doch als ich über diese Geschichte nachdachte, füllte sich meine Brust zunehmend mit Stolz. Mein Sohn hat dem Jungen gezeigt, dass er sich nicht herumschupsen lässt und er hat es ihm gezeigt, indem er den richtigen Weg gewählt hat. Er hat nicht etwa zurückgeschlagen, er war nicht außer sich oder in Tränen aufgelöst. Er war sicherlich wütend, doch er hat das getan, was bei Kindern, die unbedingt dazugehören wollen, verpönt ist: petzen. Und es ist gut so! Es ist gut, dass er sich nicht davon scheut, es Erwachsenen zu sagen! Es ist gut, dass er nicht den Kopf einzieht und sich herumschupsen lässt!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich in der Schule damals so gehandelt habe, ob es mir eingefallen ist, den Lehrern bescheid zu geben, wenn ich geärgert wurde. Allerdings wurde ich als Mädchen nie geschlagen. Aber ich bin stolz darauf, dass mein Sohnemann von ganz alleine den meines Erachtens richtigen Weg gewählt hat um dem Jungen zu zeigen, dass er sich nicht herumschuppsen lässt!