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Von gesundem Menschenverstand im Wahlnachgang

Die Bundestagswahl ist um, wir haben gewählt. Und wieder saß ich in meiner kleinen Filterblase und glaubte an die Vernunft der Menschen – bis ich die ersten Hochrechnungen sah.

Kurz vorweg: Ja, ich bin links-grün-versifft. Ich halte soziale Berufe für die Wichtigsten, ich finde alle – vor allem alle Kinder – sollten die gleichen Chancen erhalten, ich mag keine Autos, keine Rassisten und keine gedankenlosen Mitläufer und bin voll für die Energiewende. Kurzum: Ich mache mir Sorgen um Menschen, Tiere und überhaupt alles Lebendige auf dieser Welt.
Und ich hoffe immer noch darauf, dass sich endlich Einiges zum Guten wendet und Menschen zeigen können, dass sie auch vernünftig sein können, statt sich in „Sicherheit“ zu wiegen und einfach jemand anderem die Schuld an all dem zu geben, was gerade schief läuft. Denn in dem Moment gibt man seine eigene Meinung ab.

 

Es beginnt im Kindergarten …

Meine Kinder denken nach. Über ziemlich vieles. Sohnemann hat sich schon immer tiefgehende Gedanken gemacht; über Gott und die Welt. Und ja, auch er bekommt vieles mit und fragt nach. Er fragt, warum manche Menschen die Flüchtlinge nicht hier haben wollen. Er fragt, warum sich die Jungs in der Schule darüber lustig machen, wenn er „Mädchenkram“ mag oder eine Wuschelfrisur haben möchte. Und er denkt intensiv darüber nach.
Töchterchen ist da sogar noch fixer. Während Sohnemann erst in der Schule anfing, Dinge kritisch zu hinterfragen, macht Töchterchen das jetzt schon. Sie glaubt nicht einfach alles, was ihr andere erzählen. Nein, sie fragt lieber noch einmal ihre Eltern. Und das ist gut so! Es zeigt, dass sie sich Gedanken macht. Es zeigt, dass sie schon jetzt eine eigene Meinung entwickelt. Und ja, sie darf natürlich anderer Meinung sein, als ich oder der Mann!

Aber dann sind da die anderen Kinder. Die, die meinen, nur ihre Meinung sei richtig, nur sie hätten das sagen und denen es egal ist, ob sie andere Kinder verletzten. Und auch deren Eltern ist es egal. Die sehen das „als nicht so schlimm“ an. Kinder von Eltern, die kein Einfühlungsvermögen haben, werden selbst schwerlich eines entwickeln – und die werden rücksichtslos.
Aber unsere Gesellschaft ist eine Ellenbogengesellschaft. Menschen, die auf andere Menschen achten, gehen im Egoismus anderer allzu leicht unter. Vielleicht sind es auch diese Kinder, die im Egoismus ihrer Eltern untergehen und so unbesehen einfach das tun, was diese für das Beste halten.

 

Für mehr Toleranz und weniger Vorurteile

Vorurteilen begegnen wir immer wieder. Selbst ich ertappe mich immer mal wieder bei vorurteilbehafteten Gedanken; insbesondere dann, wenn ich andere Eltern mit ihren Kindern beobachte. Aber ich ertappe mich und ich reflektiere darüber. Letzteres fehlt leider vielen Menschen.
Und doch ist es die Selbstrefelektion, die dazu führt, seine eigene Meinung bilden zu können. Wer seine eigenen Gedanken, sein eigenes Reden und sein eigenes Handeln nicht überdenken kann, wird niemals verstehen, weswegen Menschen anderer Meinung sein können. Toleranz hängt mit Verständnis zusammen – und mit Offenheit. Ohne Offenheit keine eigene Meinung und keine Toleranz.
Und das beginnt bereits im Kindergartenalter. Kinder wollen Dinge verstehen. Kinder wollen toleriert werden, wollen so sein können, wie sie sind. Wird das von den Eltern unterbunden, weswegen sollten sie dann tolerieren, wenn andere Kinder anders sind? Wie sollen sie so einen gesunden Menschenverstand entwickeln? Denn auf den kommt es doch an, oder nicht? Der gesunde Menschenverstand allein verbietet es doch, anderem Menschen wissentlich zu schaden. Der gesunde Menschenverstand muss doch dafür sorgen, dass man über sich selbst und die Welt nachdenkt. Und über die Konsequenzen des eigenen Handelns.

Ich stelle mir mittlerweile die Frage, ob es eine Seltenheit ist, wie ich aufgewachsen bin; mit politisch engagierten Eltern und Großeltern. Mit einer Familie, die sich auch schon früher nicht zu fein war, eine Flüchtlingsfamilie aus Afrika bei uns im Haus aufzunehmen. Mit einer Familie, die sich mit Sachverhalten auseinandersetzt, umsich eine Meinung bilden zu können.
Eigenständiges Denken und Selbstständigkeit ist es, was hoch geschätzt wird und was zum Glück auch meine Kinder mitgenommen haben. Und ich wünsche mir, dass alle Eltern ihr eigenes Verhalten, ihr eigenes Handeln reflektieren lernen – vielleicht erlangen wir dadurch wieder mehr soziale Kompetenz, Eigenständigkeit und Verständnis für andere. Die Welt ist nicht schwarzweiß. Sie ist bunt. Leider wird das oft durch Angst, Egoismus und Ignoranz verschleiert.

 

#wirschreibenDemokratie

Im Rahmen meines Autorendaseins hat sich bezüglich der Wahlergebnisse auch sofort etwas getan. Das Nornennetzwerk brachte den Hashtag #wirschreibenDemokratie auf, zu dem sich bereits einige Beiträge gesammelt haben. Wer sich generell für das Thema interessiert, einige Links gibt es auf den Webseiten Katherina Ushachov. Oder ihr stöbert nach dem #wirschreibenDemokratie auf Twitter.
Meinen Beitrag findet ihr auf in meinem Autorenblog: #WirschreibenDemokratie – ein paar Gedanken.

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Das fünfte Jahr

Meine Tochter. Mittlerweile habe ich schon so viele Worte über sie verloren, dass ich fürchte, mich zu wiederholen. Denn auch das fünfte Jahr mit ihr war unendlich schön! Die Freude über ihr Regenbogenkleid, die Freude am Spielen und natürlich auch die Diskussionen und ihre Uneinsichtigkeit, wenn sie nicht ihren Willen bekommt. Sie ist ein kleiner Wirbelwind und sie ist so unendlich eigensinnig! Ich lasse ihr ihren Raum, wo immer ich kann. Besonders in Sachen Kleidung hat sie ihre Eigenheiten. Kaum wurde es wärmer, wurden die Hosen weggepackt und nur noch Leggins zu ihren Kleidern getragen. Kaum stiegen die Temperaturen weiter, wollte sie nur noch kurzärmlige Kleider tragen und keine Leggins mehr. Nur eines änderte sich das ganze Jahr nicht: Kleider. Neue Kleider, Lieblingskleider, aber keine, die nicht bequem sind. Da wurden schöne Kleider so lange aussortiert, weil sie Knöpfe hatten oder weil der Gummizug im Brustbereich zu eng saß, bis sie sie doch wieder ausprobierte.
Und ich liebe es, wie sie sich morgens ihre Kleidung zusammensucht, wie sie einfach zwei verschiedene Sochen anzieht, weil es gerne möchte, wie sie Muster und farben kombiniert. Ich liebe es, am Wochenende im Bett zu lauschen, wie sie in ihrem Zimmer spielt und singt, obwohl es ihr peinlich ist, sobald sie merkt, dass jemand zuhört. Ich liebe es, wie sie noch immer darauf besteht nur in Mamas Arm einzuschlafen, obwohl sie jetzt mit Fünf doch alles alleine kann – außer einschlafen natürlich. Ich liebe es sogar, wie sie schmollt.

Das schönste Ereignis in diesem Jahr mit ihr kann ich dieses Mal sogar benennen: Das Spiel im Urlaub! Wir begannen zu spielen und wir spielen noch! Auch Sohnemann macht mit, denn auch Sohnemann spielt liebend gerne. Es gibt nichts Schöneres, als mit meinen Kindern zu spielen und mit ihnen zu lachen. Und es gilt immer noch: Ich habe die süßesten, tollsten, liebsten, schönsten, herzlichsten, mutigsten Kinder in allen bekannten Universen!

 

Kinderblog_das5teJahr.JPG

 

 

Liebster Award

icon_LiebsterBlogAwardVor einiger Zeit – im August, um genau zu sein – hat Nora Dora von Mutterkiste mich für den Liebster Award nominiert. Nun, ich fühle mich nach wie vor geehrte, auch wenn meine Reaktionszeiten denen eines Faultieres gleichen. Es heißt immerhin, dass ich zumindest eine brave Leserin habe 😉 Vielen Dank also für die Nominierung!

Es hat gedauert, bis ich dazu kam, mich den Fragen zu widmen, aber einige Antworten waren gar nicht so einfach – auch wenn das wohl dann doch meiner Unwissenheit in solchen Dingen geschuldet ist. Aber der Wille zählt!

Hier nun also die Fragen und Antworten:

1. Erde oder Luft?
Erde. Ich laufe gerne, am allerliebsten mit meinem Hund. Oder ich fahre Rad. Jedenfalls gefällt es mir mit beiden Beinen auf der Erde am besten. Obwohl die Luft sicherlich auch seine Vorzüge hätte, wenn ich meine Phantasie spielen lasse. Zum Beispiel auf dem Rücken eines Drachen …

2. An welchen Dingen erfreust du dich?
Ich schätze, ich kann mich an vielen Dingen erfreuen. In erster Linie natürlich an meinen Kindern, deren Lachen, deren Spielen, deren Umarmungen oder wenn sie mir irgendetwas erzählen, dass sie ganz toll fanden. Ich erfreue mich auch an (guten) Büchern und meiner Schreibzeit mit Tee morgens. Und ich kann mich auch an vielen Kleinigkeiten erfreuen und sei es nur ein schönes Strickmuster einer Jacke, die ich in der U-Bahn flüchtig sehe, einem Vogel der morgens vor unserem Fenster zwitschert oder dem Wind, der mir ins Gesicht bläst.
Es gibt eben vieles, woran ich mich erfreuen kann.

3. Ironie oder Ernsthaftigkeit?
Ich liebe Ironie. Ich fürchte nur, ich bin vor allem schreibereisch nicht gut darin, sie umzusetzen.

4. Welches ist deine Traumstadt?
Es gibt da drei Städt in dieser Welt, die ich in Gedanken unheimlich faszinierend, romantisch und sehenswert finde: London, New York und Paris. Leider gibt es da diese kleine Fünkchen Realität, das mir jedes Mal zuflüstert: »Es sind Großstädte!« Und ich mag keine Großstädte.

5. Traum oder Wirklichkeit?
Ich gebe es freimütig zu: Ich bin Escapist! Ich liebe es, mich in Fantasy-Traumwelten zu verlieren, seien es Bücher, Serien oder meine eigenen Geschichten. Ich liebe es mit meinen Kindern herumzuspinnen und Unsinn zu erzählen, denn das ist meine Zuflucht. Tief in meinem Inneren bin ich eine ausgemachte Realistin. Ich bin manchmal naiv, aber letztlich weiß ich genau, wie die Dinge stehen und mache mir nichts vor. Und es gibt Dinge in dieser Welt, von denen ich nichts wissen möchte. Es gibt Dinge, die mich kaputtmachen würden. Deswegen tauche ich lieber ab.

6. Wodurch zeichnet sich für dich ein perfekter Tag aus?
Gemütlich frühstücken, schreiben, spazieren gehen, Zeit mit meinen Kindern und am Abend vielleicht noch etwas Fernsehen und stricken, bevor man todmüde aber glücklich ins Bett fällt 🙂 Und ja, das bekomme ich manchmal wirklich hin!

7. Matratze oder Hängematte?
Ähm, ich gestehen, ich habe noch nie in einer Hängematte geschlafen. Die Frage kann ich also nicht guten Gewissens beantworten.

8. Was bedeutet dir das Bloggen?
Es ist die perfekte Möglichkeit meine Gedanken zu ordnen, zu allen Themen, die mich interessieren. In meinem Babytagebuch kann ich meine Meinung sagen und von sämtlichen Erfahrungen aus dem Familienleben schreiben, auf meinem Autorenblog kann ich all das niederschreiben, was mich beim Schreiben beschäftigt und in meinem Strickeckchen versuche ich meine wirren Strick- und Häkelmethoden einfach mal deutlich zu machen.
Kurzum: Das Bloggen ist einerseits die Ergänzung zu meinen Hobbys, andererseits eine Möglichkeit mich auch mit anderen auszutauschen. Insbesondere für mein Mutterdasein hat es seinen unschätzbaren Wert!

9. Für welche Wohnung würdest du dich entscheiden: Parterre oder Attika?
Dank Google weiß ich nun immerhin, dass »Parterre« eine Erdgeschosswohnung meint. Bei »Attika« bin ich mir immer noch nicht sicher.
Meine Traumvorstellung ist jedenfalls ein kleines Häuschen am Waldrand, von mir aus auch mit Obergeschoss und weit ab vom Stadttrubel – aber am besten mit Bushaltestelle um die Ecke 😉

10. Segeln oder Fliegen?
Ich war noch nie segeln. Und Fliegen kann ich in Flugzeugen nicht leiden (es müsste eben schon der Rücken eines Drachen sein, ihr erinnert euch?).

11. Wollt ihr von mir noch was wissen?
Ja. Wie kommst du nur auf solche Fragen? 😉

 

Was ich von euch wissen will

So, das war mein Senf soweit erstmal. Und nun kommt der schwierigste Teil für mich: Mir Fragen ausdenken und auch noch die richtigen Blogs finden, um sie zu nominieren. Da ich eigentlich nicht besonders neugierig bin, ist das mit den Fragen ein großes Problem. Aber die Fragen einfach weitergeben möchte ich auch nicht, denn weder Segeln noch, in welchem Stockwerk eure Wohnung zu liegen hat, interessiert mich wirklich. Dann jongliere ich doch einfach mal mit dem was mich selbst reizt.

1. Wie bist du zum bloggen gekommen?

2. Hast du noch weitere Blogs?

3. Hast du Haustiere?

4. Woher kommt deine Inspiration?

5. Hast du ein Lieblingsbuch? Und wenn ja, warum ist es dein Lieblingsbuch?

6. Gibt es einen Gegenstand, der dich seit deiner Kindheit begleitet?

7. Wie sieht dein Schreibtisch / Arbeitsplatz aus? Herrscht organisiertes Chaos oder ist alles penibel an seinem Platz?

8. Sitzt du gut?

9. Bist du immer und überall erreichbar?

10. Wann beginnt dein Tag und wann endet er?

11. Wenn du alleine auf einer einsamen Insel wärst, wie würdest du dort wieder wegkommen?

 

Und nominierte sind …

Man siehe und staune, ich habe wirklich fünf Blogs gefunden, die ich gerne lese und die – so hoffe ich – noch unter 300 Followern haben 🙂 Ich nominiere:

Kinder Unlimited
Glucke und so
Teilzeitmutter

Schreiben ist Tanzen mit Worten
Schreibkasten

 

Weiteres

Hier noch die Anleitung, die offensichtlich jedem Post noch anhängt:

  • Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
  • Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat.
  • Füge eines der Liebster-Blog-Award Buttons in deinem Post ein
  • Beantworte die Dir gestellten Fragen
  • Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst.
  • Nominiere 5 oder mehr Blogs, die weniger als 300 Follower haben.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß!

 

Asylkritiker, Fremdenhass, Rassismuss.

Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gar nicht äußern. Thematisch passt es nicht in diesen Blog, schließlich soll es hier ja um Kinder gehen. Jedoch muss ich feststellen, dass sich meine Meinung aus meinen sonstigen Beiträgen nicht wirklich ergibt. Meine Einstellung dazu ist mir aber wichtig. Also sage ich es ganz deutlich. Es gibt diverse Dinge, zu denen ich aus Mangel an Information einfach keine Meinung habe. Fremdenhass gehört eindeutig nicht dazu. Ich brauche keine Informtionen um mir dazu eine Meinung zu bilden, ich brauche nur gesunden Menschenverstand:

Fremdenhass, Rassismus – oder wie immer ihr es mittlerweile nennen wollte – ist dämlich!

Ich habe in den letzten Wochen so viele Begriffe dafür gelesen, dass ich langsam auch nicht mehr weiß, wie ich es nennen soll. Mittlerweile gibt es sogar schickere und modernere Bezeichnungen als nur „Rassismus“ der „Fremdenhass“; Bezeichnungen, die verschleiern sollen was dahinter steckt. Aber es bleibt der gleiche Hintergrund: Es ist die Angst vor den Fremden, die Angst selbst Abstriche machen zu müssen, wo es einem hier in Deutschland doch so gut geht. Es ist die Angst sich vielleicht selbst einmal damit auseinandersetzten zu müssen, warum man so denkt, in sein eigenes Selbst zu blicken und herauszufinden, dass man klein und selbstsüchtig ist. Es ist eine nicht rationale Angst, wie die vor dem Monster unter dem Bett.

Obgleich ich meinen Urlaub genossen habe, so ist mir nicht entgangen, dass sich die Lage langsam jedoch stetig zugespitzt hat. Es werden Menschen angefeindet, es brennen Unterkünfte. Und so hatte mein ganzer Urlaub einen faden Beigeschmack.
Es tauchten Erinnerungen aus meiner Kindheit auf. Ich war schon immer ein Nachrichtenmuffel, dennoch gab es Dinge, die nicht an mir vorbeigingen. Brennende Flüchtlingsunterkünfte zum Beispiel, Menschen, die dabei gestorben sind und Menschen, die deswegen jubelten – und die Frage, warum jemand so etwas macht. Warum zündet jemand ein Haus an, in dem sich Menschen befinden? Vielleicht sogar Kinder, wie ich damals eines war?

Die Frage stelle ich mir noch immer. Genauso, wie einige andere. Mensch ist Mensch, egal ob schwarz oder weiß, grün oder pink. Äußerlichkeiten und Herkunft interessieren mich nicht. Mich interessiert, wie sich ein Mensch verhält. Und jeder Flüchtling, mit dem man normal als Mensch umgehen kann, ist mir lieber, als jemand, der diesem stumpfsinnig irgendwelche kriminellen Motive unterstellt ohne ihn zu kennen. Und mal ehrlich? Wie müssen sich die Menschen fühlen, die nach Deutschland kommen, die ihre Heimat aus welchen Gründen auch immer verlassen haben und nun mit Nichts in einem Land stehen, dessen Kultur sie nicht kennen und dessen Sprache sie nicht können? Meint ihr nicht, die haben auch Angst vor den Fremden hier? Noch mehr, wenn sie derart „herzlich“ empfangen werden?

Ich für meinen Teil bin nicht stolz eine Deutsche zu sein. Ich bin stolz, dass einer meiner Großväter aus Ungarn kam. Auch wenn ich weder mit der Kultur noch der Sprache irgendetwas am Hut habe, auch wenn ich ihn sogar niemals kennenlernen konnte, mit dem Gedanken fühle ich mich wohler, als nur deutsch zu sein.
Ich bin stolz auf meine Tante, die vor ich weiß nicht wie vielen Jahren einen dunkelhäutigen Mann heiratete und mit diesem drei Kinder bekam. Sie erzählte mir einmal, sie sei hier in Deutschland öfter gefragt worden, ob sie die Kinder adoptert habe.
Ich bin stolz auf meine Cousine, die zwar eine deutsche Mutter hat und wieder in Deutschland lebt, aber eben nicht auf den ersten Blick als Deutsche zu erkennen ist. Dennoch hat sie sich entschieden, hier zu leben und nicht in Amerika zu bleiben.
Ich bin stolz auf meine beste Freundin, die aus Asien kommt und trotzdem ihre Heimat hier in Deutschland hat. Eine besser Freundin könnte ich mir gar nicht wünschen!
Ich bin stolz, dass auch in der Familie meines Mannes nicht zählt, woher jemand kommt und zwei Brasilianerinnen und ein Engländer dazuzählen.
Und ich bin stolz auf meine Kinder, denen Aussehen und Herkunft auch völlig egal ist. Es zählt, dass jemand nett ist. Ich bin stolz auf meine Tochter, die sich konsequent drei zurückhaltenden Mädchen aus ihrer Kindergartengruppe ausgesucht hat um mit ihnen zu spielen; drei Mädchen, die noch an der sprachlichen Barriere hängen. Sie hat die Initiative ergriffen, nun sind es vier dicke Freundinnen.
An unseren Kindern sieht man es immer wieder: man muss ihnen die Vorurteile erst beibringen. Von alleine haben sie keine.

Noch habe ich ein paar Tage Urlaub. Die werde ich nutzen, herauszufinden, wo wir Sachspenden abgeben können. Denn: auch in unserer Stadt wurden Flüchtlinge aufgenommen. Und ich möchte keiner von den Menschen sein, die zwar ihr Mitleid bekunden, die jedoch trotzdem auf dem Hintern sitzen bleiben. Es mag nicht allzu viel sein, was ich tun kann. Aber wir haben aussortierte Kleidung und Spielsachen. Immerhin ist es ein bisschen.

Interessante Beiträge zum Thema

Da mir das Thema wichtig ist, habe ich euch noch zusammengesucht, was ich im Urlaub so an interessanten Kommentaren gelesen habe.
Zusätzlich weise ich gesondert und ausdrücklich auf #Bloggerfuerfluechtlinge hin:

Logo #Bloggerfuerfluechtlinge

Es ist eine wunderbare Aktion und ich hoffe, es beteldigen sich noch sehr viele weitere daran!

Blog-Beiträge dazu:
Zoës Zuhause: Tolleranzgrenze

Zweifachmama: #Bloggerfuerfluechtlinge: „Mama, warum ist da ein Feuer?“

Grosse Köpfe: Ich sage MÖP zur Masse der Gesellschaft #Bloggerfuerfluechtlinge

Glucke und so: Wenn morgen nichts mehr da wäre …

Bunt und farbenfroh: Ich kann’s nicht mehr hören …

Super Mom Blog: #bloggerfuerfluechtlinge // Was wir tun können

Ein Ende der Eiszeit

Als ich Anfang des Jahres den Blog auf Eis legte, hatte ich die Befürchtung, er würde eingefroren bleiben. Zeitmangel, Kinderkram, Berufs- und Familienleben; all das macht es einem nicht gerade einfach, abends noch einen Kopf zu haben, um auch noch einen vernünftigen Blogbeitrag zu schreiben. Aber in den letzten Wochen hat es sich wieder etwas entspannt und ich das Konzept für mein Baby-Tagebuch noch einmal überdacht, denn: Töchterchen ist bei weitem kein Baby mehr und auch kein unbeholfenes Kleinkind. Sie ist bereits Kindergartenreif.

Neben dem neuen Design habe ich also noch ein paar kleine Richtungsänderungen für mein Baby-Tagebuch beschlossen:

Regelmäßigkeit
Ein springender Punkt, wegen dem ich diesen Blog auf Eis gelegt habe, war die bisherige Regelmäßigkeit, mit der ich versucht habe, etwas zu posten. Das hat nicht hingehauen und ich habe mich selbst unter Druck gesetzt.
Die neue Devise für mein Baby-Tagebuch heißt also: ihr könnt nicht mehr regelmäßig alle zwei Wochen oder auch nur einmal im Monat einen neuen Beitrag erwarten, leider. Aber mit weniger Druck werden wieder bessere und ausführlichere Beiträge entstehen können.
Und natürlich bleibe ich auch bei meinen kleinen Schnappschüssen und Annekdoten 😉

Thematisch
Auch wenn dieser Blog weiterhin Baby-Tagebuch heißt, wird es voraussichtlich keine nur Baby-bezogenen Beiträge mehr geben. Zwar habe ich bisher wegen meinem Sohnemann natürlich auch allgemeine Kinderbezogene Beiträge gehabt, doch Schwerpunkt war Töchterchen.
Nun wird es also eine Schwerpunktverschiebung geben: Kinder; im Alltag, im Einklang mit dem Beruf, Elternfreuden und Elternärgernisse und und und. Eben rund ums Familienleben mit Kindern.

Sachlichkeit
Bei vielen Themen hatte ich mich immer bemüht, vor allem sachlich zusammenzustellen, wie man mit diesem und jenem umgehen kann. Dabei hatte ich bereits festgestellt, dass es vielfach schwierig ist, für mich genügend Quellen aufzutun, damit ich die Aussagen vergleichen und zusammenfassen kann. Kein Kind gleicht dem anderen und Meinungen sind ohnehin verschieden.
Natürlich werde ich immer auch weiterführende Links angeben. Aber ob ich selbst die sachlichen Teile noch zusammenfassen kann, in all ihren Facetten, wird themenabhängig sein.

In dem Sinne hoffe ich, dass ich euch noch viele Informationen, Gedanken und Freude bieten kann! Der nächste Beitrag folgt 🙂

Auf Eis

Dem ein oder anderen ist es vielleicht schon aufgefallen: Meine Beiträge in diesem Blog wurden immer seltener, der Inhalt immer weniger recherchiert.
Grund dafür ist die fehlende Zeit. Schweren Herzens habe ich mich dazu entschieden, diesen Blog ersteinmal auf Eis zu legen. Mir fehlt die Zeit, mich eingehend mit Dingen Rund ums Kind zu beschäftigen, die mich einfach interessieren. Und die Dinge, die ich nachlesen muss, weil sie akut wichtig sind, schaffe ich nicht hinterher noch einmal zusammenzufassen.
Also lege ich in diesem Blog eine Pause ein, in der Hoffnung, dass sich der allzu turbulente Alltag bald wieder legt und mir erneut die Zeit schenkt, die mir fehlt. Derzeit muss ich sie in andere Dinge investieren. Statt einem Beitrag über Staubmilben zu schreiben, muss ich die Wohnung eben von jenen Milben sauber halten. Statt einem Beitrag über das Leben ohne Auto zu schreiben, bringe ich Söhnchen mit dem Bus zum Sport und freue mich an einer Stunde in der Stadt mit Töchterchen. Statt einen Beitrag über Sinn und Unsinn von Babysprache zu schreiben, beschäftige ich mich mit Söhnchens Hausaufgaben.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben – das hoffe ich zumindest. Irgendwann kann Söhnchen sein Zimmer alleine sauber halten, irgendwann kann er auch alleine mit dem Bus zum Sport fahren und seine Hausaufgaben machen, ohne uns an der Nase herumzuführen. Spätestens dann taue ich den Blog wieder auf!

Möchtegerns Strickeckchen

Manche Hobbys kommen und gehen, aber wenn eines bleibt, geht es meistens doch Hand in Hand mit meinem Hang zum Schreiben. Ich stricke nun immerhin schon seit einigen Jahren und werde meines Erachtens auch immer besser. Leider ist nicht alles, was ich stricke für die Kinder – und passt somit eigentlich nicht in mein Baby-Tagebuch.
Wenn ich nun aber etwas über das Stricken schreiben möchte, was mache ich dann am besten? Richtig, einen neuen Blog: Möchtegerns Strickeckchen.

Dort werde ich in Zukunft einfach rund um meine Strickarbeiten berichten. Ob ich das regelmäßig schaffe, steht noch aus. Immerhin wollen meine beiden anderen Blogs auch regelmäßig bedient werden und die gehen vor.
Dennoch habe ich mich hingesetzt und meine erste Strickanleitung geschrieben, für Töchterchens „flottes Kleidchen“.

Strickeckchen: Ein Kleidchen für Töchterchen

Strickeckchen: Ein Kleidchen für Töchterchen

Und weil nun einmal viele Kindersachen bei meinem Strickarbeiten dabei sind, werde ich diese hier nach wie vor vorstellen 😉

Das erste Jahr …

Ein ganzes Jahr ist es her, seit du auf die Welt gekommen bist; unser lang ersehntes zweites Kind! Ein Mädchen!

Die ersten Anzeichen der Familienzugehörigkeit zeigtest du bereits von Anfang an: Schmal und leicht in meinem Bauch, ein Kind im unteren Normbereich, aber kerngesund von oben bis unten. Sogar die Unpünktlichkeit scheint genetisch bedingt. Eine Woche hast du uns länger warten lassen, um es plötzlich sehr eilig zu haben.

Babyportrait

Babyportrait

Und dann? Dann warst du das süßeste, netteste, fröhlichste und liebste Baby im ganzen Krankenhaus; ach was, auf der ganzen Welt! Du hast gut getrunken, hast schnell die Nächte durchgeschlafen und uns keinen Kummer wegen deiner Entwicklung gemacht.
Probleme gab es natürlich auch. Zuerst mussten wir feststellen, dass du mit einem empfindlichen Magen gesegnet bist, dann, dass du ebensolche Probleme mit den Zähnen hast, wie schon dein Bruder. Trotzdem: du warst noch immer das süßeste, netteste, fröhlichste und liebste Baby der Welt!
Und das, bist du noch immer.

Herbstkind

Herbstkind

Vom ersten Tag an gehörtest du fest zur Familie. Dein Bruder hat dich unheimlich lieb, trotz dessen, dass er seine Eltern mit dir teilen muss und er plötzlich der große Junge ist. Selbst Kater und Hund haben sich längst mit dir angefreundet. Omas, Opas, Tanten, Onkel, sogar deine Großonkel und Urgroßeltern; niemand möchte dich mehr missen.

Allmählich wirst aber auch du groß. Du übst dich im Laufen und deine Plapperei nimmt Formen an, bei denen man nur noch auf das erste richtige Wort wartet. Und dann bist du kein Baby mehr, dann bist du ein Kleinkind. Die Baby-Zeit ist die schönste Zeit, behaupten viele Mütter wehmütig. Aber es stimmt nicht, es gibt keine schönste Zeit für eine Mutter. All die Zeit mir dir und deinem Bruder ist wunderbar! Ihr könnt ärgern, nerven, krank sein, übermüdet oder einfach nur nörgelig – ich würde diese Zeit um nichts in der Welt eintauschen! Denn ich habe die süßesten, nettesten, fröhlichsten und liebsten Kinder auf der ganzen Welt!

Die Zeit rast …

Schulanfang

Schulanfang @ delater / pixelio.de

Sind die Kinder erst einmal da, vergeht die Zeit so schnell.
Hat Töchterchen eben noch freudestrahlend aufrecht sitzen auf ihrer Decke geübt, krabbelt sie jetzt bereits durch die ganze Wohnung und zieht sich an diversen Möbelstücken auf die Beine. Hat Söhnchen eben noch mit viel Nachdenken bis 13 gezählt, kommt er plötzlich schon in die Schule.

Noch diesen Monat hat Söhnchen Einschulung. Es ging alles so schnell. Schon als er in den Kindergarten kam, freute ich mich, weil die Schulzeit nicht mehr allzu lange auf sich warten ließ. Ich habe mich darauf gefreut, mit ihm Hausaufgaben machen zu können, ich habe mich auf den Moment gereut, an dem er selbst endlich lesen lernt! Trotzdem kam der Schulanfang sehr plötzlich. Ist es wirklich schon drei Jahre her, dass er in den Kindergarten kam? Ist es wirklich schon zwei Jahre her, dass er den Kindergarten wegen unseres Umzugs gewechselt hat?
Es ist kaum zu glauben, aber in nicht einmal zwei Wochen werde ich meinen Sohn morgens in die Schule bringen, nicht mehr in den Kindergarten …

Urlaub :)

Und ab geht es, ans Meer – ohne Internet. Aber vielleicht kann ich ein paar Fotos posten, sollte mein Handy dort Netzt haben 😉


Kinderdijk @ Urs Flükiger / pixelio.de