Tag-Archiv | Baby

Die Monsterhöhle – oder: Zeit zum Spielen

Noch Anfang des Jahres machte ich mir viele Vorwürfe. Ich schaffte es einfach nicht, mit meinen Kindern zu spielen. Ich spreche hier nicht von Brettspielen wie „Mensch Ärgere dich nicht“ oder Memory. Nein, ich spreche von den Spielen, für die ich mich konzentrieren und ein Mindestmaß an Phantasie aufbringen muss; für die ich nachdenken muss. Es erschien mir schier unmöglich mich auf ein Spiel mit Puppen, Stofftieren oder Ähnliches zu konzentrieren.
Die Lösung kam mir dann einfach zugeflogen.

Hundevorteil

Es gibt eine Sache, die ich jeden Tag tun muss: Mit unserem Hund spazieren gehen. Und weil meine Kinder allzu gerne fernsehen und Computer spielen, gibt es eine Regel für Wochenenden und Ferientage:

Erst nach dem Spaziergang dürfen die Kinder an den Fernseher.

Ob sie mich auf den Spaziergang begleiten, war immer ihre Entscheidung. Besonders am Wochenende haben haben sie sich jedoch gerne angeschlossen.
Dieses eine Mal nahm Sohnemann eines seiner Holzschwerter mit und Töchterchen, mit ihrer unerschöpflichen Phantasie, begann von Zombies und Monstern zu sprechen, kaum dass wir aus dem Haus waren. Ich habe die Spaziergehzeit mit den Kindern immer genossen. Es ist immerhin Zeit, die ich mit ihnen verbringen konnte. Es war ein schöner Sommertag, nicht zu heiß und ich ging auf ihr Spiel ein.

Monster, Helden und Superheldinnenfeen

Wir spielten auf diesem Spaziergang Monsterjagen. Es hat viel Spaß gemacht! Sohnemann und Töchterchen bekämpften die Monster, sammelten Utensilien für Zaubertränke, die im Labor hergestellt wurden und ich war die „Besucherin“ mit ihrem Schutzhund, die all das dokumentieren sollte. Es war das erste Mal, dass wir so spielten.
Das zweite Mal spielten wir, als wir im Urlaub waren. Dort gab es einen wunderbaren Waldspielplatz, zu dem man jedoch erst hinlaufen musste. Ich nutzte die Gelegenheit und wieder spielten wir. Ich war Mel, die Beschützerin des Waldes, Sohnemann der Doktor und Töchterchen eine Fee. Ws soll ich sagen? Es machte einfach super viel Spaß! Den ganzen Urlaub ging es so, die ganze Woche schafften wir es, täglich zu spielen. Doch leider geht jeder Urlaub zu Ende.

Qualitätszeit

Was von diesem Urlaub blieb: Töchterchen und auch Sohnemann nutzten nun die Gelegenheiten und begleiten mich jetzt oft auf den kurzen Abendspaziergängen unter der Woche oder auch auf den längeren am Wochenende. Und auch, wenn ich befürchtet hatte, im Alltag wieder keine Konzentration für solche Spiele aufbringen zu können, es geht! Es macht Spaß, sich zu überlegen, wer ich heute sein möchte. Es macht Spaß zu sehen, wie Töchterchen „ihre“ Lilly spielt und wie Sohnemann sich wunderbar in die Spiele mit einbringt.
Ich kann wieder mit meinen Kindern spielen, es braucht nur alles die richtige Zeit!

Über Leichen in die Bibliothek – oder: Beitrag zur Blogparade „Was mache ich eigentlich beruflich?“ #workingblogger

Da stolpert man über eine interessante Blogparade mit einem Thema, zu dem man ohnehin schon mal etwas schreiben wollte und hat dann sogar noch zwei Wochen Zeit, selbst einen Artikel zu verfassen. Zwei Wochen heißt bei mir etwas 4 bis 5 Stunden verteilt auf zwei Wochenenden. Viel mehr Zeit für meine Blogs bleibt mir einfach nicht.
Und genau darum geht es auch in der Blogparade: »Was mache ich eigentlich beruflich?« von Großstadtküste (#workingblogger). Denn, wenn ich etwas schon öfter erwähnt habe, dann dass ich berufstätig bin.

Familie, Beruf und Hobby – all diese Dinge muss ich unter einen Hut bekommen. Leider wird es einem dabei oft nicht ganz einfach gemacht. Ich bin Pendlerin und habe noch dazu nur einen Führerschein für mein Fahrrad, nicht aber für irgendetwas, dass einen richtigen Motor hätte. Die größte Tageshürde ist derzeit der Kindergarten, der leider im falschen Stadtteil liegt.
Nachdem ich also zwischen 5:30 bis etwas 8:30 erst einmal alles erledige, was ich so zu erledigen habe (das umfasst mich fertig machen, schreiben, den Hundespaziergang, die Kinder fertig machen und wegbringen), schlage ich dann täglich gegen 9:30 endlich auf der Arbeit auf. In »meiner« Bibliothek nämlich. Ja, ihr lest richtg: Ich bin Bibliothekarin.

Und wie kommt man zu sowas?

Meine Antwort darauf ist: Berufsberatung. Nach meinem Abitur stand nur fest, dass ich etwas mit Büchern studieren wollte. Da gab es nur zwei Möglichkeiten. Das eine war ein Studium in Bibliotheks- und Informationswissenschaften das andere war ein Kunststudium für Buchkunst. Da ich trotz einem Leistungskurs in Kunst einfach nicht gut genug war, habe ich dann einfach das andere gemacht.
Schon im Studium habe ich mich gerne mit Webdesign beschäftigt. Das traf meine künstlerische Ader und vor allem auch meinen Hang zum Perfektionismus. Schon pixelkleine Verschiebungen stechen mir ins Auge und sind im Code so einfach zu beheben! Leider saß ich, mit meinem Diplom in der Hand, nach dem Abschluss trotzdem erst einmal auf der Straße, völlig ohne Job. Und was macht Frau dann, wenn sie es nicht leiden kann, gar nichts zu tun? Genau: Sich bewerben. Neben den üblichen Bewerbungen im Bibliothekswesen hatte ich aber noch die grandiose Idee, mich auch für ein Zweitstudium zu bewerben. Dumm herumsitzen liegt mir nicht. Ich wollte also etwas Sinnvolles machen und mich gleichzeitig bewerben. Ein halbes Jahr hing ich rum ohne, dass meine Bewerbungen einen Erfolg gebracht hätten – zumindest nicht die als Bibliothekarin. Aber eine Uni nahm mich mit offenen Armen zwei Wochen vor Semesterbeginn in meinem Wahlstudiengang Humanmedizin auf.

Die Leichen sezierenende Bibliothekarin

Zur Erklärung für alle, die sich nun wundern: Ich habe eine medizinische Vorprägung. Ich bin Ärztinnentochter und habe somit auch schon immer einen Hang zur Medizin gehabt. Es war also nicht ganz so abwegig Medizin zu studieren, wie es im ersten Moment klingt.
Zwei Wochen waren nun aber nicht viel Zeit, um umzuziehen. Ein Glück nur, dass mich gerade die Uni aufgenommen hatte, die in erreichbarer Nähe zu meinen Eltern liegt. Mein Mann war zur gleichen Zeit mit seiner ersten Ausbildung fertig und so schafften wir es wirklich innerhalb dieser zwei Wochen vor Studienbeginn in eine Wohnung zu ziehen, die ungenutzt im Haus meines Vaters zur Verfügung stand. Und dann begann das erste Mal in meinem Leben richtig Stress. Das Medizinstudium war Stress pur. Ich paukte zum zweiten Mal in meinem Leben sämtliche Naturwissenschaften durch und die Anatomie des Menschen. Ohne den Anatomiekurs hätte ich wahrscheinlich noch weniger als nicht ganz zwei Semester durchgehalten. Doch da ich dabei meinen ursprünglichen Plan, mich während des Studiums weiterzubewerben, nicht durchhalten konnte und auch nicht ernsthaft vor hatte, Ärztin zu werden, sondern viel mehr darüber in einer medizinischen Bibliothek hatte Fuß fassen wollen, gab ich das Studium auf und landete in meinem ersten Minijob.

Führerscheinlos in der Autowerkstatt

Letztlich fand ich mich, dank meines Vaters, in dem Büro seiner Werkstatt wieder. Es war die Zeit meiner ersten Schwangerschaft und er brauchte dringend eine Bürokraft; jemanden, der mitdenken konnte und der sich seine Arbeit am besten auch noch selbst suchte.
Und das tat ich. Ich bastelte an der Werkstatthomepage und baute mein Wissen im Webdesign aus. Nachdem mein Sohnemann auf der Welt war und ich mich von der Geburt erholt hatte, begann ich auch wieder, mich zu bewerben.

Endlich in der Bibliothek

Nach mehreren Bewerbungsanläufen landete ich schließlich in »meiner« Bibliothek. Der Zufall wollte es, dass auch diese ohne Umzug für mich erreichbar war. Die simple Tatsache, dass ich autodidaktisch arbeitete und mir einfach selbst die nötigen Kenntnisse im Webdesign erworben hatte, qualifizierte mich für den Job, den ich heute noch mache.
Leider hat sich meine Vorgabe »etwas mit Büchern« zu machen in meinem Beruf nicht gänzlich erfüllt. Ich habe nämlich für gewöhnlich keine Bücher in der Hand, sondern sitze am PC und programmiere mit Javascript, schreibe News oder Anleitungen und gestalte diverse Kleinigkeiten. Systembibliothekar nennt sich so etwas heute. Und nein, ich hätte mir zu Schulzeiten niemals träumen lassen, dass ich einmal programmieren würde. Auch nicht während meines Studiums. Aber mir gefällt es.

Und wie ist das mit der Vereinbarkeit?

Tja, was meinen Beruf angeht, hatte ich bis letzten September zum Glück wenig Probleme mit der Vereinbarkeit. Der einfache Grund dafür hieß: Hausmann.
Nachdem ich das Medizinstudium aufgegeben hatte, hing es nur noch davon ab, wer zuerst einen Job findet, um zu entscheiden, wer bei Sohnemann zuhause blieb. Ich fand zuerst den Job – und mein Mann hatte fortan all die Probleme, die man als Elternteil hat, wenn man ein Kind zuhause hat und vielleicht doch irgendwo einen Fuß in die Tür der Arbeitswelt bekommen will. Außerdem hatte mein Mann schlicht die falsche Ausbildung gemacht und wenig Motivation in seinem Beruf letztlich auch zu arbeiten. Mir fiel also die Ernährerolle zu. Und ich kann nur sagen: Ich hasse sie! Sein eigenes Geld zu verdienen ist eine Sache. Es fühlt sich auch gut an. Aber alleine das Geld zu verdienen und abwägen zu müssen, wie viele Stunden ich unbedingt arbeiten muss, um unseren Lebensstandard aufrechtzuhalten und dabei aber trotzdem noch genug Zeit für die Kinder zu haben, ist nochmal etwas anderes. Denn auch wenn ich gerne arbeite, meine Kinder sind mir einfach wichtiger. Als Hausfrau würde ich mich allerdings sicherlich auch nicht wohl fühlen. Ich brauche einfach ein gutes Mittelmaß.

Dass es hier läuft, hängt jedoch auch mit großem Glück in vielen Dingen zusammen. Von der Wohnung über verständnisvolle Chefs und Kollegen, bis hin zu meinen Verwandten, die uns immer so wunderbar unterstützt haben. Ohne all das wäre ich wahrscheinlich schon lange am Boden zwischen all dem, was ich will und was ich muss. Denn die Unterstützung von Seiten des Staates hält sich jetzt, wo mein Mann eine zweite Ausbildung macht, leider in Grenzen. Zwar bekommt er einen Bildungsgutschein, doch dieser deckt vielleicht gerade Mal die Hälfte der Kosten. Trotzdem ginge es ohne diesen gar nicht, denn die ersten zwei Jahre als angehender Erzieher verdient mein Mann nichts, kann aber nicht wie vorher die ganze Zeit für die Kinder da sein. Die müssen in der Nachmittagsbetreuung untergebracht werden und die gibt es ja bekanntlich nicht umsonst.

Das größte Problem: Der falsche Kindergarten

Töchterchen ist nicht in unserem Wunschkindergarten gelandet. Stattdessen geht sie im Nachbarstadtteil in den Kindergarten. Nun habe ich ja bereits schon geschildert, dass ich nicht Auto fahre. Bis letzten September hat es mir nichts ausgemacht. Bis selbst ich Autohasserin begriff, für wie selbstverständlich es gilt, ein Auto zu haben, selbst in einer doch recht großen Stadt wie unserer mit eigentlich guten Verkehrsanbindungen.
Aber die Verkehrsanbindungen sind nicht gut genug. Eine halbe Stunde brauche ich morgens, bis ich Töchterchen im Kindergarten abliefern kann. Da macht es wenig Unterschied, ob wir mit dem Bus fahren oder mit dem Rad. Als Pendlerin muss ich dann rennen, um am Bahnhof meinen Zug zu bekommen. Und das ist noch weit einfacher, als die Situation, wenn ich Töchterchen abholen muss. Denn ja, auch mein Mann muss in die entgegengesetzte Richtung. Nun ist es aber leider nicht so einfach, von unserem Hauptbahnhof oder von der Schule meines Mannes mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad pünktlich am Kindergarten zu sein. Nicht, wenn man bedenkt, dass weder ich – und trotz all der Flexibilität, die ich glücklicherweise in meinem Job habe – einfach weniger arbeiten kann, als ich wöchentlich muss, noch mein Mann seinen Unterricht versäumen sollte. Eine Verlängerung der Kindergartenzeit können wir uns allerdings nicht leisten. Wir werden schon ein Problem bekommen, wenn die Betreuungskosten im nächsten Jahr, wie angekündigt, steigen werden.
Für einen Kindergartenwechsel haben wir bisher jedoch eine Abfuhr erhalten. Dabei wäre unser Wunschkindergarten sogar von der Verkehrsanbindung ideal. Aber es zählt eben nur, dass all das möglich wäre, hätten wir ein Auto. Und so steht mittlerweile auch wieder eines vor der Wohnung auf der Straße – und selbst ich muss zugeben, dass ein Auto entlasten ist.

Und wo bleiben da die Kinder?

Tja, das frage ich mich in der letzten Zeit oft. Ich habe doch nicht zwei Kinder in die Welt gesetzt, um am Ende kaum noch etwas mit ihnen zu tun zuhaben?
Unser Tagesablauf hat sich im letzten Jahr radikal geändert. Ich kochte unter der Woche nicht mehr abends. Die Kinder Essen in der Betreuung warm, dann brauche ich mir nicht mehr Mühe machen, als Abends noch Brote zu schmieren und Obst zu schneiden. Kleinigkeiten für mich sind schnell zubereitet. Wir essen also noch zusammen und dann ist der Tag quasi auch schon gelaufen. Ich bin abends einfach nur noch fertig und meinem Mann geht es nicht besser. Alles, was ich mit meinen Kindern mache, verlagert sich auf das Wochenende; einen Tag, an dem ich mir die Kinder schnappe und einfach irgendetwas mit ihnen unternehme und wenn es nur ein langer Spielplatzausflug ist.
Irgendwie zwischendurch wird dann auch noch ein ganz klein wenig Hausarbeit erledigt.

Fällt noch irgendwem auf, dass an diesem Konzept irgendwas nicht so ganz stimmen kann? Die große Frage, die ich mir da stelle, ist: geht das nur uns so? Sind nur wir so unfähig, den ganzen Alltag zu meistern? Geht es nur uns so, dass keiner von uns am Ende mehr die Energie hat, mit den Kindern zu reden oder auch nur zuzuhören, was sie zu sagen haben? Geht es nur uns so, dass die ganze Woche einfach nicht genug Zeit ist, sich wirklich mit den Kindern zu beschäftigen?

Der Wunschtraum Autorin

Es gibt in all dem Tagesstress noch eine kleine Zeitspanne, die mir so wichtig ist, dass ich versuche sie im (fast) jeden Preis zu halten. Mein Name Möchtegernautorin kommt nicht von irgendetwas. Ich habe so viele Hobbys zwischenzeitlich aufgegeben, doch das Schreiben hat sich gehalten. Es war sogar so wichtig, dass ich während meiner Schwangerschaft mit Sohnemann beschloss, es wirklich ernst zu nehmen und zu lernen. Denn dieses Hobby, dass ich im Moment wirklich in den geringsten Zeitfenstern ausübe, die ich mir im Laufe des Tages schaffen kann, ist das, was ich eigentlich wirklich will. Ich will schreiben! Ich will mein Buch in der Buchhandlung stehen sehen! Oder besser noch meine Bücher?
Dreißig Minuten habe ich dazu täglich. Dreißig Minuten am frühen Morgen, in denen ich versuche, mir etwas aufzubauen, dass veröffentlichungswürdig ist und das ich an einen Verlag schicken kann. Ich mache mir nicht die Illusion davon leben zu können. Ich weiß, dass ich auch weiterhin werde arbeiten gehen müssen; dass ich weiterhin arbeiten gehen möchte! Aber mein erklärtes Ziel ist es, etwas in einem guten Verlag zu veröffentlichen.

Und ganz vielleicht klappt es ja doch. Vielleicht werde ich ja doch Bestsellerautorin und kann mir ein kleines Schreibbüro leisten, in der Nähe von Töchterchens zukünftiger Schule. Dann wäre ich so flexibel, wie man nur sein kann, könnt schreiben so viel ich will und hätte all die Zeit, die ich wirklich haben will für meine Kinder. Wäre das nicht toll?

 

Zuletzt

Ja, das bin also ich: Vollzeitmutter, Teilzeitbibliothekarin und Möchtegernautorin 🙂 Dies sind die drei wichtigsten Eckpfeiler meines Lebens und meines Alltags – und fragt bloß nicht, wo ich da noch das Stricken unterbringe.

 

Intuition vs. Verstand – oder: warum meine Kinder und ich ein Team sind

Selbstaufgabe für seine Kinder. Das Thema hat im Dezember allem Anschein nach viel Aufruhr verursacht. Ich finde auch, es ist ein Thema, über das es sich nachzudenken lohnt. Einerseits nutzt es keinem Kind etwas, Eltern zu haben, die völlig am Ende mit Nerven und Kräfte sind. Andererseits würde ich niemals mein Kind weinen lassen.
Frau Chamailion hat zu diesem Thema »Eltern in der (Auf)-Opferungsrolle – elterliche Grenzen vs. kindliche Bedürfnisbefriedigung« zu einer Blogparade aufgerufen, zu der ich nun meinen Senf geben möchte.

Muttergespräche

Zuerst gestehe ich: Meine Kinder würde ich als einfach bezeichnen – zumindest für uns sind es einfache Kinder. Klar, es gab immer schwierige Phasen, wie das Zahnen, die Blähungen und und und. Aber wir haben uns zusammengerauft und einen passablen Weg gefunden. Dass dieser Weg bis zum Kleinkindalter natürlich kindbestimmt war, halte ich für selbstverständlich. Ich liebe meine Kinder und ich möchte, dass es ihnen gut geht und sie glücklich sind. Denn dann bin ich auch zufrieden und glücklich.
Die schwierigste Zeit war die Babyzeit. Sowohl Sohnemann als auch Töchterchen hatten große Probleme mit Blähungen und Zähnen. Da hat im Grunde nichts geholfen, aber sie brauchen die Nähe von meinem Mann oder mir. War unser Sohnemann als Baby eher unkompliziert, so stellte Töchterchen danach schon mehr Ansprüche. Für sie essentiell ist Körperkontakt – auch mit ihren jetzigen vier Jahren noch. Und auch, wenn sie manchmal nervt, wenn sie ständig meine Hand streichelt, wenn sie ihre Knuddelzeit braucht, dann braucht sie sie.

Im Zuge der bisherigen Beiträge, die ich schon gelesen habe, habe ich auch mal wieder ein Gespräch mit meiner Mutter über diese Thematik geführt; mit einem ernüchternden Resultat. Als meine Mutter klein war, war alles anders. Und die Geschichten, die ich mir über meine Großmutter anhören darf, sind stellenweise grauenhaft. Wenn sie etwas nicht zu haben schien, dann Mutterinstinkt. Ich habe in meinem Beitrag »Die gefährliche Welt – oder: Wenn Selbstständigkeit im Keim erstickt wird« schon einmal von einer Begebenheit geschrieben, die meine Mutter mir aus ihrer Kindheit geschildert hatte (mittlerweile weiß ich übrigens auch, dass meine Großeltern sehr wohl das verlorene Kind gesucht und auch die Polizei informiert haben. Es war also nicht ganz so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hatte). Analog dazu gibt es noch mehr Geschichten.
Und all das, weil meine Großmutter dem gängigen Erziehungskonzept folgte, ohne Kompromisse und vermutlich auch ohne einem Fünkchen Intuition. Damals war es halt so. Damals galt man als schlechte Mutter, wenn man seiner Intuition nachgab. Und wer wollte schon als schlechte Mutter dastehen? Meine Großmutter bestimmt nicht!

Von Intuition und Verstand

Ich gebe zu, ich habe mich niemals für einen sehr intuitiven Menschen gehalten. In meinem Berufsleben und für mich selbst lebe ich am besten mit Vernunft und gesundem Menschenverstand. Letzteren habe ich auch versucht, bei meinen Kindern anzuwenden – und bin mit der Nase darauf gestoßen, dass meine Intuition zumindest bei meinen Kindern doch sehr ausgeprägt ist.
Zum Beispiel wäre ich niemals auf die Idee gekommen meine Kinder schreien zu lassen – und mein Mann ist zum Glück derselben Meinung. Immer wieder hörte man natürlich die Ratschläge von anderer Eltern: »Lasst das Kind doch weinen, es muss lernen alleine zu schlafen«, hieß es bei Töchterchen. Oder: »Sie muss lernen zu essen, was man ihr vorsetzt!«
Aber all das haben wir nie gemacht. Weder mein Mann noch ich konnten es ertragen, unsere Kinder einfach weinen zu lassen, wenn es um echte Bedürfnisse ging. Klar, bei Trotzweinphasen, weil sie ihren Willen einfach nicht bekamen, war und ist es noch immer etwas anderes. Sie muss von meinem gekochten Abendessen etwas essen, sonst gibt es keinen Nachtisch. Aber ich zwinge Töchterchen zum Beispiel nicht, die ihr verhassten Karotten herunterzuwürgen. Was ihr nicht schmeckt, muss sie nicht essen und so lange ich weiß, dass sie Kartoffeln, Nudeln und im Zweifelsfalls einen ihrer geliebten Äpfel gerne isst, habe ich immer einen Ansatzpunkt.
Aber warum soll ich meine Tochter alleine und einsam in einem Zimmer liegen lassen, wenn sie nun mal nähebedürftig ist? Nein, das kam nicht in Frage; und es fühlte sich viel besser an, sie zufrieden bei uns im Familienbett zu haben, als mit schlechtem gewissen alleine in ihrem Bett. Zwar mussten wir das erst richtig hinbiegen, denn Töchterchen schlüpft am liebsten mit unter meine Decke und wenn ich nicht komplett eingemummelt bin, kann ich nicht schlafen. Aber es ging, wir fanden eine Lösung und haben damit sowohl Töchterchens als auch mein Schlafbedürfins gelöst.

Es sind nur zwei Beispiele von vielen und über unsere Schlafsituation habe ich auch schon einmal im Rahmen einer anderen Blogparade etwas geschrieben: Wie man sich bettet, so lügt man. Doch ist unser Grundrezept der Kompromiss. Solange man merkt, was den Kindern wirklich wichtig ist, lohnt es sich darauf einzugehen und eine gemeinsame Lösung zu finden. So lernen auch die Kinder etwas Einfühlungsvermögen. Natürlich ist es nicht möglich, so lange die Kinder noch ganz klein sind. Doch da müssen alle Eltern durch, denn die Bedürfnisse der Kinder gehen vor. In dem Moment, in dem sie einfach von uns abhängig sind kommt nichts anderes in Frage, als es einfach zu tun und bis an seine Grenzen zu gehen, ohne sich selbst auszulaugen. Und da fängt das mit dem Kompromiss schon an: Wenn das Kind nur auf dem Schoß einschläft, dann lasse ich es auf dem Schoß einschlafen und lege es erst danach weg – in sein Bett, neben mich auf die Couch, wohin auch immer. Hauptsache das Kind ist zufrieden und man selbst kann das tun, was man noch tun muss oder will, um nicht am Ende aus dem letzten Loch zu pfeifen.
Jetzt, mit vier Jahren, ist Töchterchen soweit, sich ein Stück weit abzukapseln. Sie schläft zwar nicht alleine in ihrem Zimmer, aber dafür liebend gerne im Gästebett unseres Sohnemanns. Und das, ohne ständig jemanden zum Kuscheln direkt neben sich zu haben. Ich werde sie nicht dazu zwingen, doch ich bin sicher, der Zeitpunkt wird kommen, an dem sie von sich aus sagt, sie möchte in ihrem eigenen Bett in ihrem eigenen Zimmer schlafen.

Lesenswerte Beiträge zu der Blogparade:

Frau Chamailion bloggt: Eltern in der (Auf)-Opferungsrolle – elterliche Grenzen vs. kindliche Bedürfnisbefriedigung {Blogparade}

Glucke und so: Wieso die Beduerfnisse meines Kindes oberste Prioritaet haben?

wheelymum: Die Bedürfnisse von Eltern und Kindern

Abenteuer Papa: Eltern vs. Kinder oder: Prioritäten setzen [Blogparade]

Das Ding mit dem Allergierisiko

In sämtlicher Literatur rund um Babys wird immer wieder darauf hingewiesen, dass bestimmte Stoffe bei allergiegefährdeten Kindern Allergien auslösen können. Solche Sätze habe ich immer übergangen, meine Kinder habe ich nie als allergiegefährdet angesehen.
Nun hatte Sohnemann Anfang des Jahres jedoch Neurodermitis und wir ließen beim Kinderarzt einen Allergietest machen. Ergebnis: er reagiert auf Hausstaubmilben und Katzen.

Zeit also, sich endlich einmal damit auseinanderzusetzen, wie sich so ein Allergierisiko eigentlich definieren lässt.

Allergierisiko

Laut Wikipedia ist eine Allergie „eine überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte und normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) [..] die sich in typischen, oft mit entzündlichen Prozessen einhergehenden Symptomen äußert.

Eine Allergie ist also eine Fehlreaktion des Körpers auf Stoffe, auf die er gar nicht reagieren müsste, weil sie eigentlich harmlos sind. Folglich ist das Allergierisiko das Risiko, dass der Körper harmlose Stoffe als schädlich einstuft.

Eine Allergie kann sich auf verschiedene Wege äußern; sie kann die Schleimhäute reizen, das zu vermehrtem Schnupfen und auch Nasenbluten führen kann, sie kann auf die Atemwege gehen und Asthma hervorrufen, einen Ausschlag auf der Haut verursachen oder auch zu Durchfall und Erbrechen führen. Im schlimmsten Fall führt die allergische Reaktion zu einem anaphylaktischem Schock.
Eine der bekanntesten Allergien dürfte der Heuschnupfen sein, bei dem die Schleimhäute empfindlich auf bestimmte Pollen reagieren. Bei sogenannten Kreuzallergien reagiert das Immunsystem nicht nur auf einen Stoff, sondern ebenso auf ähnliche.

Auslöser für eine Allergie kann alles sein. Es gibt vielleicht Stoffe, auf die vermehrt Menschen allergisch reagieren, doch kann so gut wie alles eine allergische Reaktion hervorrufen. Mit Allergietests kann ermittelt werden, auf welche Stoffe der Körper mit einer Abwehrreaktion reagiert. Weiß man, woran man ist, kann im Idealfall der Allergieauslöser gemieden werden.

Für Kinder gilt als gängige Meinung: sind beide Elternteile Allergiker, besteht ein erhöhtes Allergierisiko für das Kind.

Selbstbetrachtung

Es gibt allerhand Möglichkeiten für schnelle Tests, mit denen das Allergierisiko ungefähr ermittelt werden kann. Allein eine Suche über eine gängige Suchmaschine nach „Allergierisiko“ befördert bereits diverse Treffer zu Tage. Im Zuge solcher Tests wird nach den Allergien der Eltern und Geschwister sowie nach den Lebensumständen der Eltern gefragt.
Ich muss mich also auch selbst betrachten – und meine Allergien.

Ja, ich habe Allergien. Allerdings kann ich nicht genau sagen, welche. Ich habe eine empfindliche Haut, reagiere bei Pflegeprodukten auf diverse Inhaltsstoffe und habe noch dazu jeden Frühling eine unangenehme Sonnenallergie.
Als Allergikerin habe ich mich allerdings nie gesehen. Wozu auch? Ich weiß, ich muss bei Pflegeprodukten aufpassen und habe weder Asthma noch eine Lebensmittelallergie. Meine Allergien sind unangenehm aber nicht lebensbedrohlich. Demnach habe ich auch nie bestimmen lassen, auf was ich allergisch reagiere.
Ähnlich geht es meinem Mann.

Dass Sohnemann auch eine empfindliche Haut hat, war klar, als er mit vielleicht zwei Jahren auf ein ungewaschenes Stofftier mit einem Ausschlag reagierte. Seitdem wird jedes neue Stofftier gewaschen, bevor die Kinder es richtigi knuddeln dürfen. Kleidung werfe ich ohnehin immer erst in die Waschmaschine; ein Resultat meiner eigenen empfindlichen Haut.

Diverse Test im Internet stellen auch immer die gleichen Fragen: Allergien der Eltern und Geschwister, Raucherhaushalt und Katzen. Alle Test hatten das gleiche, niederschmetternden Ergebnis: Töchterchen hat ein hohes Allergierisiko. Dabei gibt es nicht viel, was wir anders machen könnten. Wir sind Nichtraucher, Ernähren uns vernünftig, ich habe Töchterchen gestillt und Schimmel in den Wänden gibt es hier nicht. Aber wir haben Haustiere.

Schafft die Katzen ab!

Ich bin fast aus allen Wolken gefallen, als ich die allgemeinen Ratschläge für ein hohes Allergierisiko bei Babys las. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft empfiehlt in seiner Broschüre „Allergie-Risiko-Check“ folgendes:

Allergiegefährdete Babys sind besser in einer katzenfreien Umgebung aufgehoben. Schaffen sie am besten gar keine Haustiere an, die Fell tragen. Lebt bereits eine Katze im Haushalt, dann holen Sie sich rat bei einem Allergologen oder einem allergologisch versierten Kinder- und Jugendarzt

Zwar ist auf der selben Webseite unter „häufige Irrtümer“ auch die Rede davon, dass Haustiere natürlich nicht gleich abgeschafft werden müssen und Hunde keine Probleme darstellen. Aber dennoch haben solche Sätze einen sehr bitteren Beigeschmack, denn dieser Rat taucht immer und immer wieder auf.
Ob er nun befolgt wird, steht natürlich im Ermessen jeder Familie. Ich verstehe auch, dass es Situationen gibt, in denen es keinen anderen Ausweg gibt. Wenn das eigene Kind allzu sehr leidet und zum Beispiel Asthma hat, geht die Gesundheit des Kindes den Haustieren natürlich vor. Doch solche pauschalen Formulieren klingen schon beinahe, wie eine Freikarte und das finde ich nicht gut. Auch Tiere sind Lebewesen und auch für diese hat man schließlich die Verantwortung übernommen, als man sie in die Familie geholt hat.

Außerdem: gab es nicht auch die gegenteilige Behauptung, dass Kinder von Haustieren in der Familie gesundheitlich profitieren? Oder schloss das Katzen etwas aus?

Fazit

Im Nachhinein denke ich nun: gut, dass ich mir nie Gedanken um das Allergierisiko gemacht habe. Wenn die einzige Möglichkeit, wie in einigen Fällen beschrieben, darin bestand unsere Haustiere abzuschaffen, empfinde ich das bereits als Unmöglich. Sätze wie „Schaffen Sie sich am besten erst gar keine Haustiere an!“ machen mich ärgerlich.

Dass Sohnemann bei dem Allergietest auf Katzen reagierte, empfand ich einfach als ziemlich blöd; wir haben zwei Katzen, der Kater ist auch noch seine Katze. Aber es sind Freigänger. Wir täten unseren Kindern keinen Gefallen damit, die Katzen wieder abzuschaffen, weder emotional noch moralisch. Die Milben sind das größere Leiden, denn sie sind immer da. Die Milben sind die Haustierchen, die ich nur allzu gerne abschaffen würde. Leider liegt das im Bereich des Unmöglichen.

Übrigens kann Sohnemanns Allergie nicht durch die Anwesenheit von Katzen induziert worden sein. Die erste Katze kam uns erst ins Haus, als er bereits vier Jahre alt war. Er ist mit Hunden aufgewachsen und mit diesen hat er keine Probleme.
Ziehe ich daraus dem Umkehrschluss, hätte Sohnemann vielleicht keine Katzenallergie, wenn wir bereits damals Katzen gehabt hätten.

Links

Eltern.de: Allergierisiko-Test

Broschüre des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft: Allergie-Risiko-Check

Wikipedia: Allergie

Die Ruhe nach Silvester

Als ich mir im letzten November anschaute, wie viel Urlaub ich noch hatte, war ich überrascht. Ich plante den Urlaub um Weihnachten und Neujahr großzügig und dachte, wie schön etwas Erholung zu bekommen.
Leider habe ich dabei nicht bedacht, dass Urlaub zuhause alles andere als erholsam ist. Ich war am Anfang meines Urlaubs bereits urlaubsreif. Jetzt bin ich nur noch fix und fertig.

Aber woran liegt es? Ich könnte es mir einfach machen und behaupten, es läge an den Kindern, es läge an den stressigen Weihnachtstagen und dem ganzen hin und her, dass zuhause immer herrscht. Aber das stimmt nicht. Den Stress mache ich mir vornehmlich selbst. Eine ganze Woche lang habe ich mich nicht zurückgezogen, habe es einfach nicht geschafft die Tür zu schließen und zu sagen „Lasst mich mal zwei Stunden einfach in Frieden.“ Dabei ist es genau das, was ich dringend brauche. Schlimmer noch: Mein Mann scheint es auch zu brauchen, denn er hat es geschafft. Und ich stecke – wie so oft – einfach zurück.

Doch einen Vorteil hat es: Ich habe Silvester fast gänzlich verschlafen. Ich war noch nie begeistert von Silvester und werde es sicherlich auch nie sein. Silvester hieß für mich immer, Hunde hüten. Und auch dieses Mal stellte ich mich darauf ein, nicht mehr zu machen, als unseren Haustieren einen sicheren Platz zu geben, an dem sie sich verkriechen können. Und dann schlief ich ein, als ich Töchterchen ins Bett brachte. Klar, um Mitternacht wurde es laut, Töchterchen war zu müde, um sich das Feuerwerk anzuschauen; sie lag in meinem Arm während sich unser Hund in den anderen drängte. Aber das Getöse hielt sich in Grenzen. Vielleicht war auch ich zu Müde, um die Zeit einzuschätzen, doch das ganze Spektakel war schnell wieder vorbei und wir, Töchterchen und ich, konnten weiterschlafen.
Heute Morgen herrscht dann wunderbare Stille während des Spaziergangs.

In dem Sinne wünsche ich einfach allen ein ruhiges Jahr 2014.

Der Bettfreund – oder: ein „must have“ für jedes Kinderbett

Nicht allzu viele Dinge würde ich als wirkliches „Must-have“ bezeichnen. Ich bin viel zu pragmatisch, um mich von so vielen angeblich sinnvollen Baby- und Kleinkindartikeln blenden zu lassen.
Manchmal passiert es dann aber doch, dass ich denke: Daran hat sicherlich jedes Kind seine Freunde.

Eines dieser wenigen Dinge sind Warmies.

Die Warmies

Bei den Warmies handelt es sich um mit Hirse und Lavendel gefüllte Stofftiere in diversen Variationen. Es gibt kleine, große, Kissen, Halswärmer, Hausschuhe und was weiß ich nicht, was noch alles. Neben normalen Tiermotiven gibt es sie sogar noch in grellbunt. Es st also wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.
Wie ein Kirschkernkissen kann man sie in der Mikrowelle oder im Ofen ganz einfach warm machen.

Darübergestolpert

Eigentlich war es eine ganz einfache Idee: Weil Töchterchen viel lieber in unserem Bett schläft, als in ihrem, wollte ich eine Art „Überredungsmittel“ finden; einen Bettfreund. Ein einfaches Stofftier war da nicht genug, es musste etwas sein, dass ihr ebenso gut Nähe geben kann, wie ich. Töchterchen möchte Hautkontakt, Körperwärme. Die einfachste Methode diese zumindest ein Stück weit zu ersetzt, war ein Kirschkernkissen. Und weil Töchterchen ihrem Bruder alles nachmacht, sollte er ebenfalls gleich eines bekommen – was in Anbetracht dessen, dass er auch in der ärgsten Kälte am liebsten mit offenem Fenster schläft, wirklich sinnig war.

Ich überlegte also, wo ich am besten Kirschkernkissen bekommen könnte und stolperte über einen noch nicht eingelösten Gutschein eines Babygeschäftes. Passt!, dachte ich mir. In einem Babygeschäft gibt es sicherlich Kirschkernkissen. Also schnappte ich meine Kinder und fuhr mit ihnen zu dem Laden.
Und dort waren sie: ein ganzer Tisch voller wärmender Kuscheltiere. Söhnchen war gleich hellauf begeistert. Er liebt Kuscheltiere und hatte sich auch schnell eine Katze ausgesucht. Töchterchen hätte zu dem Zeitpunkt allerdings lieber irgendein blinkendes und quäkendes Elektronik-Plastik-Ding gehabt und sie interessierte sich nicht für die Stofftierchen. Nach mehreren fruchtlosen versuchen, sie eine Wahl treffen zu lassen, traf schließlich ich die Wahl und wir bezahlten.

Zuhause probierten wir sie gleich aus und steckten sie in die Mikrowelle. Kaum hatten die beiden auch noch einen Namen, war mein Plan aufgegangen.

Darf ich vorstellen? Eku!


Bild: Anazon.de

Mittlerweile heißt es bei jedem Schlafengehen „Eku warm?“. Töchterchen schläft endlich wieder in ihrem Bett, warm angekuschelt und umgeben von Lavendelduft.

Würde ich Sternchen vergeben …

bekämen die Warmies allerdings trotzdem einen Abzug. Die Beiden, die ich meinen Kindern gekauft habe, haben keine herausnehmbare Füllung – wie ich leider erst zuhause feststellte. Nun reagiert Söhnchen aber empfindlich und normalerweise wasche ich alle Stofftiere zuerst, bevor er sie haben darf.
Einmal gegen das Prinzip verstoßen, schon bekam Söhnchen einen Ausschlag. Zum Glück lassen sich die Warmies von außen feucht Abwischen. Heißes Wasser und ein Lappen beseitigten das Problem wieder.

Musik: „Mama singe? Oke!“

Ich singe gerne für meine Kinder. Ob gut oder schlecht, kann ich kaum beurteilen, aber Töchterchen möchte viel mehr Gesang von mir hören, als Söhnchen mit zwei Jahren.
Mittlerweile musste ich allerdings feststellen: Ich muss für Töchterchen mehr Lieder mit deutschen Texten lernen. Ich merke den Unterschied, wenn ich ihr abends im Bett vorsinge; sie nimmt viel mehr Anteil, wenn ich etwas singe, dass sie versteht.
Manchmal denke ich mir – wie beim Zahnputzlied, das ich mittlerweile auch hin und wieder für Töchterchen singen kann – einfach einen Text zu einer gängigen, schönen Melodie aus. Das freut sie ganz besonders.

Die drei liebsten Lieder, habe ich hier zusammengestellt 🙂

Ein Lied zum Amüsieren: Old McDonald hat ne Farm

Ein Lied zum Mitsingen: My Litte Pony Theme Song

Ein Lied zum Schlafen: Lullaby – Loreena McKennitt

Das zweite Jahr …

Zwei Jahre schon haben wir dich nun bei uns; zwei Jahre schon bereicherst du unser Leben mit deinem Lächeln und Lachen, mit deinem Nörgeln und Weinen, mit deinen Umarmungen und Küsschen.
Denke ich an das letzte Jahr zurück, ist unheimlich viel passiert. Am Ende deines ersten Lebensjahres warst du noch dabei, laufen zu lernen ohne dich festzuhalten. Die Schuhe, die ich dir gekauft hatte, waren die kleinsten im Laden. Heute rennst du deinem großen Bruder hinterher, als hättest du niemals etwas anderes getan. Vor einem Jahr hast du noch weit mehr geplappert, als richtig gesprochen. Heute sind es schon ganze Sätze, mit denen du dich verständigst; alle neuen Worte werden wiederholt! Du weißt genau, was du willst, bestimmst sogar schon welche Hose du anziehen möchtest.

Du entwickelst dich so rasant, du bist dir bei vielen Dingen plötzlich so sicher. Es ist keine Frage, ob ich dich im Garten alleine lassen kann; ich weiß, innerhalb von zehn Minuten wird dir dort langweilig und du folgst mir in die Wohnung. Du schließt sogar alle Türen brav hinter dir. Es ist keine Frage, ob ich dich mit deinem Bruder eine Weile alleine lassen kann. Er ist dein Star, er kümmert sich um dich und du weißt das ganze genau. Selbst die größte Hürde, dich in einer Kindergruppe alleine zu lassen, ohne Mama, ohne Daddy oder deinen Bruder, selbst das war schon am ersten Tag kein Thema.
Manchmal wundere ich mich, wie ähnlich und zugleich verschieden sich zwei Kinder sein können. Doch du und dein Bruder, ihr seid meine Kinder. Ich möchte euch im nichts in der Welt missen!

Stolze Besitzerin eines Dreirades

Stolze Besitzerin eines Dreirades

Mein Kleinkindwörterbuch – Stand Oktober 2013

Die Sprachentwicklung geht plötzlich so rassant, dass ich mir nicht mehr alles merken kann, was neu dazu kommt. Von daher wird diese Liste leider
1. nicht vollständig und
2. wohl die letzte Aktualisierung.

Alle neuen Worte in Lila, alle veränderten in grün. Nicht mehr verwendete Worte sind blau.

A-a
Feststellung, wenn Töchterchen in die Windel gemacht hat. Meist einhergehend mit einem strengen Geruch.
Zusätzlich Feststellung, falls ein Tier dabei beobachtet wird.
Wird unterschieden von Pipi

Alpert
Name unseres Katers. Sehr oft im Haushalt gerufen und dank des A am Anfang für Töchterchen sehr eingängig.

All
Feststellung, wenn leckere Sachen wie Joghurt, Chips, Käsepfannkuchen und anderes – bevorzugt in offenen Packungen herumstehendes – leer ist.

Amal!
Nochmal!

An
Beliebtes Spiel mit dem Lichtschalter.
Siehe auch: Aus

Anzieh
Bevorzugter Ausdruck dann, wenn sie ihre Schuhe anziehen will oder ein Kleidungsstück ausziehen.
Oft in Kombination mit: Raus?

Apel
Derzeitiges Lieblingsobst und leichter auszusprechen, als „Banane“.

Au / Aua
Ausspruch, wenn sie sich weh getan hat. Geht meistens mit dem Einfordern eines Kusses auf die schmerzende Stelle einher.

Auf?
Vor geschlossenen Türen, damit sie aufgemacht werden. Bevorzugt die Zimmertür ihres Bruders oder des Kühlschranks.

Aus
Beliebtes Spiel mit dem Lichtschalter.
Siehe auch: An

Auto
Fast alles fahrende, das laute Brummgeräusche macht.
Ausnahmen: Bus

Ball
Beliebtes Spielzeug.

Bagger
Alles, was laut ist und auf einer Baustelle herumfährt.
Gerne verwechselt mit Taktor

Bäh! / Bähhhh
Alles, was sie nicht anfassen soll und was in Töchterchens Augen eklig auszieht. Darunter fallen u.a. Schnecken, Schlamm und Windeln.
Siehe auch: Ahah

Bauch
Interessantes Körperteil mit Loch in der Mitte, über das auch Mama, Daddy und Jaja verfügen. Gut, um gekitzelt zu werden.
Siehe auch: Fuß

Bett
Selten angewendet, wenn sie lieber in ihrem eigenen Bett, als im Elternbett einschlafen möchte.

Buch
Interessantes Objekt, mit dem (vor)lesen gespielt wird. Meist genutzt werden die Bücher der aktuellen Leseliste von Jaja und Mama.

Bus
Faszinierendes Fahrzeug, mit dem man auch fahren kann. Als einziges Fahrzeug bisher unterschieden von: Auto

Chaukel
Schaukel. Beliebtestes Spielgerät auf Spielplätzen und im Garten.

Cheiße
Familiär beliebter Ausdruck, wenn etwas schief geht.

Chuhe
Notwendiges Kleidungsstück für Draußen. Geht meist mit dem Holen der Schuhe und der Aufforderung „Raus?“ einher.
Siehe auch: Raus?, Socke

Daddy
Bezeichnung für ihren Daddy, hin und wieder verwechselt mit „Mama(m)“.

Danke
Zweckentfremdet nicht nur, wenn Töchterchen etwas bekommt, sondern auch wenn sie jemandem etwas gibt.

Das!
Aufforderung, wenn Töchterchen etwas bestimmtes haben möchte. Geht meistens mit einem Fingerzeig einher.
Fungiert als Weiterentwicklung von Guck da!.

Feuer(weh)auto
Rote und orangene Autos und Laster mit Blaulicht.

Fugzeug
Flugzeug. Unabdingbares Wissen eines in einer Flugschneise lebendes Kindes.

Fuß
Interessantes Körperteil mit dem man laufen, klettern und an dem man gekitzelt werden kann.
Siehe auch: Bauch

Füxü
Ihr zweit-Lieblingsstofftier.
Siehe auch: Reßi

Geh! / Go!
Kommando an den Hund zum weiter gehen.

Guck da!
Was auch immer sie uns interessantes zeigen möchte.
Geht meistens mit dem vorherigen Greifen nach einer Hand und einem entsprechenden Hinführen von Töchterchen einher.
Ersatz: Hand! und Komm mit!

Hallo / Hi
Begrüßung, sobald jemand wieder kommt oder Töchterchen auch nur die Wohnungstür hört.

Halt!
Kommando an sämtliche Familienmitglieder, wenn sie für Töchterchens befinden schon zu weit weg gegangen sind.

Hand
Aufforderung, ihr die Hand zu geben. Wird meistens von einem wegziehen begleitet, gefolgt von Komm mit!
Ersatz für: Guck da!

Heiß
Ausdruck für alles, was wärmer ist, als ihre Hand. Gerne verwechselt mit Kalt.

Helfe
Wenn sie gerne helfen möchte, es aber ganz alleine nicht schaft. Gerne verwendet beim hinausbringen oder hereinholen von Mülltonnen oder einer noch geschlossenen Spülmaschine.

Hoppala
Beliebter Ausspruch nach einem gespielten Sturz oder einem vorsetzlichen nicht hören.

Hör auf!
Kommando wahlweise an den großen Bruder, wenn es mal wieder Geschwisterzwist gibt, oder an die Haustiere, wenn Töchterchen sich an irgendetwas stört.

Hose
Wichtiges Kleidungsstck. Ohne Hose wird nicht vor die Tür gegangen.
Siehe auch: Jacke

Hund
Haustierbezeichnung. Alles was „Wuff Wuff“ macht.
Siehe auch: Wello

Jaja
Name des großen Bruders. Mittlerweile auch oft in korrekter Form ausgesprochen.

Jacke
Zumeist einhergehend mit dem Holen der selbigen.
Meistens in Kombination mit: Raus?.

Käse
Leckerer Snack für zwischendurch. Wird auch gerne an den Hund vergeben.

Katze
Haustierbezeichnung. Alles was „Mau“ macht.
Siehe auch: Alpert, Medi

Kalt
Ausdruck für alles, was kälter ist, als ihre Hand. Gerne verwechselt mit Heiß.

Kokoja
Schokolade!

Kräin
Die Bösen in Söhnchens Lieblingsserie

Mama
Bezeichnung für mich, hin und wieder noch verwechselt mit „Daddy“.
Auch gerne generell verwendet bei jüngeren Frauen.

Medi
Name unserer zweiten Katze, gerne verwechselt mit: Alpert.

Meins!
Alles, was sie in dem Augenblick behalten möchte. Geht meist mit einem Umarmen des jeweiligen Gegenstandes mit beiden Armen einher.

Milch
Die geliebte Milch. Zumeist einhergehend mit dem Reichen einer leeren Milchflasche oder dem Führen zum Wasserkocher.

Nase
Wichtiges Körperteil, das ab und zu geputzt werden muss.

Nein
Beliebteste Antwort auf Fragen wie „Schlafen?“ oder „Anziehen?“ und allem, was Töchterchen sonst noch nicht möchte.
Gegenteil von Oke.

Oke
Bestätigung.
Gegenteil von Nein.

Oma
Bezeichnung für ihre Oma. Auch gerne verwendet für ältere Frauen.

Ohnein!
Ausruf immer dann, wenn irgendetwas nach Töchterchens Meinung nicht so ist, wie es sein sollte. Oft gebraucht, etwas verschüttet wurde oder beim Spielen.

Ohr
Interessantes Körperteil, an das sich Mama glitzernde Steinchen hängt.

Peri
Perry, das Schnabeltier

Pferd
Gerne verwechselt mit: Kuh, Poni

Pipi
Hinterlassenschaft in der Windel. Zusätzlich Feststellung, falls ein Tier dabei beobachtet wird.
Wird unterschieden von A-a

Poni
Gerne verwechselt mit: Kuh, Pferd

Putt
Feststellung, wenn etwas zerbrochen ist oder nicht mehr geht, wie vorher. Geht meist mit dem Bringen des kaputten Objektes einher.

Raus?
Beliebtestes Mittel gegen Langeweile, insbesondere bei warmen Wetter. Geht meistens mit dem greifen nach einer Hand oder dem Bringen von Schuhen und Jacken einher.
Siehe auch: Guck da!

Reßi
Ihr Lieblingsstofftier.
Siehe auch: Füchü

Sapt
Saft. Besonders beliebt zum Essen.

Sitz
Kommando für den Hund – auf das er aber nur hört, wenn Töchterchen etwas essbares in der Hand hat.

Singe
Beliebte Aufforderung abends im Bett.

Socke
Kleidungsstück, das nur dann beliebt wird, wenn es raus geht. Zumeist in der Wohnung irgendwo liegen gelassen.
Siehe auch: Chuhe

Taktor
Derzeit alles, was laut, kleiner als ein Bus und größer als ein Auto ist.
Siehe auch: Bagger

Tani
Kastanie. Wird gerne gesammelt und durch die Gegend gerollt.

Under!
Aussage, wenn sie irgendwo herunter möchte und nicht selbst klettern kann oder will. Geht meistens mit vorherigem Gejammer einher.

Vokel
Alles, was Flügel und einen Schnabel hat.

Waaahaaas?
Beliebteste Antwort auf das Rufen ihres Namens.

Wassa
Flüssigkeiten, bevorzugt klare. Wird unterschieden von Milch, Sapt, Pipi und Bäh! / Bähhhh.

Weg!
Befehlt, wenn irgendetwas lebendiges (bevorzugt Hund oder Katze) im Weg liegt.

Wello
Name unseres Hundes. Bevorzugte Anwendungen auf den Spaziergängen oder auch einfach so.
Siehe auch: Geh! / Go!, Halt!, Sitz

Wickel
Kundgabe, wenn Töchterchen ins Bad zum wickeln gebracht wird.
Siehe auch: A-a

Mittlerweile ebenfalls dazugekommen sind diverse Tierlaute. Die Namen der Tiere sagt sie zwar noch nicht alle, weiß aber trotzdem, wie die Tiere klingen:

Hund: Wuff Wuff!
Katze: Mau
Krähe: Krah! Krah!
Kuh: Muh
Schaf / Ziege: Mähh
Eule: Huhu
Ente: Quak quak
Wolf: Ahuuuu!

Und nun ganz neu: Sätze 😀

Alpert / Fuß weg! – Alles störende muss beseitigt werden, sei es eine Katze, die neben ihr auf dem Bett liegt, wenn sie sich umdrehen will oder die Füße ihres Bruders auf der Sofalehne.
Das ist Wassa! – Feststellng beim Radfahren am Fluss.
Daddy Auto weg – Feststellung beim Blick aus dem Fenster.
Daddy Auto putt – Feststellung auf die Erklärung, weswegen Daddy Auto weg ist.
Gute Nacht Daddy! / Jaja! – Wird jeden Abend gesagt, wenn der Weg an Daddys und Söhnchens Zimmer vorbei zum Schlafzimmer führt.
Hoch we Fugzeug! – Schaukelspielchen.
Komm mit! – Forderung, die meistens auf ein „Hand!“ folgt und mit der sie etwas zeigen möchte.
Nein, kein anzieh / esse / Pulli / Wello / etc. – Antwort bei entsprechender Unlust auf die entsprechende Frage.
Tschüss Bus / Daddy / Mama / Zug / etc. – Alles was erkannt wird, wird auch gerne verabschiedet.
Wello geh! – Auf den Spaziergängen gern benutztes Kommando, wenn der Hund schnuppernder Weise stehen bleibt.
Wo ist Hund / Medi / Nase / etc.? Da ist Hund / Medi / Nase /etc. – Spaziergangsspielchen.