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Gedanken zum Schulsystem

Mit dem Ende der Sommerferien begann hier alles neu. Töchterchen durfte endlich den Kindergarten wechseln, Sohnemann besucht nun eine weiterführende Schule und der Mann hat erstmal reguläre Arbeit in einer Kindertagesstätte.
So weit so gut, es läuft. Und doch gibt es da eine Sache, die schwer im Magen liegt: Sohnemann passt nicht in das gängige Schulsystem.

 

Das Frühchendasein

Sohnemann kam zwei Monate zu früh. Schon damals wurde uns gesagt, er würde noch Schwierigkeiten deswegen bekommen, doch er entwickelte sich normal. Es gab keine Komplikationen, er war nur lange Zeit kleiner und schmaler als andere Kinder seines Alters. Ansonsten lag seine Entwicklung von all dem, was in den U-Untersuchungen getestet wird, völlig in der Norm.
Probleme entstanden erst, als er in die Schule kam. Er hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren, lässt sich leicht ablenken und braucht Ruhe, um Dinge zu begreifen. Auch seine Feinmotorik ist nicht die Beste, weswegen ihm alles Schriftliche schwerfällt.

 

Vorpubertät

So langsam bahnt sich die Pubertät ihre Wege und das merkt man Sohnemann an. Mädchen interessieren ihn zwar noch nicht, aber emotional wird er immer empfindlicher. Besonders, was die Schule angeht. Sobald er etwas nicht schafft, verliert er nicht nur die Lust, sonder beginnt zu zweifeln. „Ich bin der dümmste Junge der Schule!“, schallt es dann aus dem Zimmer.
Das ist er natürlich nicht. Im Gegenteil. Ich sehe einen sensiblen und sehr intelligenten Jungen. Mit dem Verständnis des Schulstoffs hatte er bisher noch nie Probleme. Allein die Methode, wie er es lernen soll, ist die Hürde. Eine sehr Große sogar. All die Eindrücke in einem normalen Klassenraum sorgen dafür, dass er Erklärungen im Unterricht nicht folgen kann. Besonders dann, wenn es ihn Nichtmal interessiert.

 

Schulkonzepte

Das Schulkonzept unserer Grundschule sieht vor, dass die Kinder erst ab der dritten Klasse Noten bekommen. Doch seid es Noten gibt, sackt Sohnemann immer weiter ein. Schlechte Noten bedeuten, er sei dumm, so wurde das von so manchen Lehrern kommuniziert. Der nette Referendar, der sich in Mathematik sehr bemühte und bei dem Sohnemann der Unterricht sehr viel Spaß gemacht hatte, wurde leider ausgebremst. Es gab Beschwerden. Solche Ereignisse hängen Sohnemann nach. Noch immer sagt er, ihm hätte Mathematik mit besagtem angehenden Lehrer sehr viel Spaß gemacht. Mittlerweile ist das fast zwei Jahre her und Mathe ist sein Hassfach geworden.
Der Druck in der vierten Klasse wurde immer größer. Immerhin stand dann ein Schulwechsel an und die Noten sollten entscheiden, auf welche Schule er wechseln konnte. Leider sind solche Jungen wie Sohnemann gerne das Ziel von Rabauken. Die gibt es zwar auf jeder Schule, aber Unterforderung in Kombination mit Mobbing war uns allen eine Horrorvorstellung.
Sohnemann wusste, wie wichtig die Noten bei der Wahl der weiterführenden Schule war und verzweifelte fast daran, dass all seine Bemühungen scheiterten und er sich selbst im Weg stand. Noten wurden zum Graus. Noten waren das schlimmste an der Schule und jedes Mal machte er sich fertig, weil er eine schlechte Note erwartete. Dabei bekommt er, anders als diverse seiner Freunde, keinen Ärger wegen schlechter Noten von uns. Wir versuchen viel mehr, ihn zu unterstützen.

Für seine weiterführende Schule haben wir in Absprache mit seiner (nun ehemaligen) Klassenlehrerin die beste Wahl getroffen, die uns möglich war: Eine integrierte Gesamtschule. Das Konzept ist etwas offener, alle Schüler aus Haupt-, Real- und Gymnasialstufe sind in einer Klasse in den Grundfächern zusammen und werden in den grundlegenden Fächern wie Sprachen, Naturwissenschaften und so weiter in Kurse aufgeteilt – je nachdem, welche Noten sie in den Fächern haben. Doch es ist nicht so starr, wie das dreigeteilte Schulsystem allgemein.
Dennoch geht es auch dabei wieder um Noten.

 

Erwartungshaltung und Leistungsdruck

Ein sensibles Kind geht leider allzu oft unter. Ich für meinen Teil versuche Sohnemann das Gefühl zu geben, dass er bleiben kann, wie er ist; verträumt, sensibel, kreativ und sogar nachdenklich. Das schwierigste an dieser Kombination für ihn ist, irgendwie mit einem System zurechtzukommen, in dem auch als „normal“ geltende Kinder oft schon Probleme haben. Noch hat er erst ein paar Wochen auf der neuen Schule hinter sich. Noch wurden keine Arbeiten geschreiben und noch bekam er keine Noten. Es bleibt abzuwarten, ob es auf der Gesamtschule besser läuft, als bisher in der Grundschule.
Unsere Erwartung jedenfalls ist: Er soll seinen Weg finden. Da sind sich der Mann und ich einig. Sohnemann ist ein intelligentes Kerlchen. Er hat eine sehr gute Auffassungsgabe und denkt sich auch phantasievoll alles Mögliche aus. Er ist sozial eingestellt, hält sich an Regeln und ist doch zumindest in seiner Arbeitsweise eine Art Einzelgänger, weil er die Ruhe dafür benötigt. Und sobald er sich für etwas interessiert, ist er auch mit viel Spaß dabei.

Leider ist es aber nicht das, was diese Gesellschaft fordert. Diese Gesellschaft macht Druck. Diese Gesellschaft misst Leistung in Noten und Zeugnissen, anstatt an dem, was ein Kind leisten könnte, ließe man es seinen Interessen folgen. Und alles, was wir dabei tun können, ist dafür zu sorgen, dass unser Sohn nicht an dem Druck einer Leistungsgesellschaft zerbricht.

 

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Von der Kunst, Zeit zu erschaffen, oder: Beitrag zur #Blogparade – Wie kann man allen Kindern gerecht werden?

Sobald man zwei oder mehr Kinder hat, kommt als Elternetil die unweigerliche Frage auf: Wie mache ich es jedem Kind recht? Wie verteile ich meine Aufmerksamkeit gerecht? Und wie meine Zeit?
Da genau das in meinem leider doch sehr arbeitsreichem Alltag immer mehr zu einem Problem wird, je älter meine Kinder werden, kam mir die Blogparade von Mamakind „Wie kann ich meinen Kindern gerecht werden?“ gerade recht. Denn es ist genau das Problem, mit dem ich zunehmend zu kämpfen habe.

 

Am Anfang war der Mama-Söhnchen-Tag

Lange lange ist es her, dass ich über meinen Mama-Söhnchen-Tag berichte. Im Februar 2013 war Töchterchen gerade 1 1/2 Jahre alt und hat sich noch nicht dafür interessiert, was ich tat, wenn ich nicht zuhause war. Der Mann war ja da und konnte auf sie aufpassen und meine Zeit mit Töchterchen alleine hatte ich, wenn ich mit ihr ihrer Lieblingsbeschäftigung nachging: raus gehen und die Umgebung erkunden. Für Sohnemann erfand ich den Mama-Söhnchen-Tag.
Doch Töchterchen wurde älter und irgendwann verlangte auch sie, mitkommen zu dürfen. Einige Zeit fuhren wir gut damit, dass Sohnemann entschied, ob seine Schester mitkommen durfte oder nicht. Dann führte ich auch exklusive Nachmittage für Töchterchen ein, in denen sie auch das Recht besaß zu entscheiden, ob wir ihren Bruder mitnehmen. Denn entscheidend war: Ich blieb an den Kindertagen nicht mit ihnen zuhause sondern wir unternahmen irgendetwas. Ob es nun ein Ausflug auf den Spielplatz war, in die Stadt oder ins Museum. Das durften die Kinder entscheiden.

Der Alltag brachte es aber mit sich, dass Stress meine Zeit – und vor allem meine Kraft – immer mehr auffraß. Stress hat nunmal keinen guten Einfluss und nimmt sich heraus, Prioritäten zu verschieben.
Irgendwann gab es die Kindertage nur noch am Wochenende im wöchentlichen wechsel, dann schaffte ich es nur noch einmal im Monat. Und jetzt? Jetzt schaffe ich es nur noch, wenn ich Urlaub habe.

 

Wenn Kinder gleichzeitig erzählen wollen

Jedes Kind ist anders. Und jedes Kind hat andere Interessen. Besonders auffällig werden diese verschiedenen Interessen am Esstisch. Wenn wir abends zusammensitzen und essen, erzählen beide Kinder – meistens gleichzeitig. Und beiden Kindern möchte ich natürlich zuhören. Leider ist die Aufmerksamkeit ein stures Ding und möchte sich nicht aufteilen lassen. Und ich will es auch nicht. Ich möchte ganz bei der Sache sein, bei einem Thema. Beide Kinder haben ihren Kopf oft hoch oben in den Wolken und denken sich Dinge aus. Doch diese Dinge sind bis auf wenige Ausnahmen mittlerweile so verschieden, dass ich kaum gleichzeitig mit ihnen über ein Thema reden kann. Und wenn sie nicht von ihren erfundenen Geschichten oder von gemeinsamen Interessen erzählen, erzählt Sohnemann von Schulproblemen und Töchterchen von ihren Freundinnen im Kindergarten – zwei völlig verschiedene Welten.
Meine Aufmerksamkeit teilen ist dabei schwierig. Ich kann nur versuchen zu ergründen, welches Kind gerade am meisten Aufmerksamkeit braucht und dem anderen später zuhören.

 

Geteilte Interessen

Auch wenn ich es schaffe, mit beiden Kindern die Interessen zu teilen und von mir auch behaupte zu wissen, womit sie sich gerade am meisten beschäftigen, so wandeln sich die Interessen der Kinder doch mit dem Älterwerden deutlich.
Auch bei den Ausflügen kommen wir nicht mehr allzu oft auf einen Nenner. Spielplatzausflüge sind Sohnemann meistens zu langeweilig. Er legt seinen Fokus lieber auf seine Freunde und schließt sich nur dann an, wenn ihm wirklich langweilig ist. Spielplatznachmmittage sind also nun mehr Töchterchen vorbehalten und ihre Mama-Zeit.
Sohnemann hingegen steht an der Schwelle zur Pubertät und interessiert sich zwar (noch) nicht für Mädchen, doch für Filme, Serien und Computerspiele. So kann ich mit Sohnemann mittlerweile Filme sehen, für die Töchterchen einfach noch zu jung ist. Seine Zeit wandelte sich also in einen Fernsehabend in der Woche. Und ja, es gibt Filme und Serien, bei denen warte ich schon lange darauf, sie mit Sohnemann sehen zu können!

 

Wohltat Spaziergang

Die beste Möglichkeit, Zeit für meine Kinder zu haben, ist aber derzeit der Hundespaziergang. Auf dem Spaziergang habe ich Zeit und oft auch einen Kopf, um Sohnemann zuzuhören oder mit Töchterchen Lilly Lichtmaus zu spielen. Manches Mal zanken sie sich darum, wer mit spazieren gehen darf. Manches Mal will niemand und ich muss anordnen ob mich jemand begleitet. Letzteres trifft meistens auf Sohnemann zu. Doch auch wenn er erst keine Lust hat, nehme ich ihn mit, redet er wie ein Wasserfall über all das, was ihm gerade durch den Kopf geht. Und es ist gut, dass er das tut. Es ist gut, dass ich ihm damit die Möglichkeit bieten kann, ihm zuzuhören und zu erfahren, womit er sich gerade beschäftigt.

 

Das Wichtigste beim „Gerecht werden“

Es tut mir so unendlich Leid, dass ich derzeit für regelmäßige Ausflüge nicht die Zeit und vor allem nicht die Kraft aufbringen kann. Doch es ist Änderung ins Sicht. Ich bin dabei aus meinem Stressloch herauszukriechen und ich hoffe, dass auch meine Kinder das spüren. Dennoch liegt es noch nicht hinter mir.
Aber meine Kinder reden mit mir. Es ist gut, dass beide wissen, sie können mit mir reden; über alles. Das hilft mir, sie zu verstehen. Und es hilft ihnen zu begreifen, dass ich immer für sie da bin, egal um was es geht und auch in diesen Stresszeiten.

Anekdote: Erste Hilfe einer 5-Jährigen

Auf dem Spielplatz traf Töchterchen eine Freundin aus dem Kindergarten. Sie spielten, ich las – bis Töchterchen mit ihrer Freundin zu mir kam und mich nach einem Pflaster fragte. Ihre Freundin habe sich beim Spielen den Fuß aufgeschürft, ein kleiner Kratzer, der aber ein sehr leidendes Gesicht verursachte. Leider konnte ich weder mit einem Taschentuch noch mit einem Pflaster oder Ähnlichem dienen.
Aber Töchterchen half trotzdem. Sie nahm meine Wasserflasche und meinte: „Mit Wasser kann man sie sauber machen!“ Und das tat sie dann. Allein diese kleine Geste half ihrer Freundin bereits und beide gingen wieder spielen.

Ungeziefer – oder: Warum man sich über Läuse freuen sollte

Jeder kennt sie, jeder hatte sie schon mal: Läuse. Wir hatten mittlerweile schon vier Mal das Vergnügen, seit Sohnemann in der Schule ist. Und auch, wenn Läuse weder gefährlich, noch ein Anzeichen für mangelnde Hygiene sind, es ist Ungeziefer und einfach nur „ihhhbä!“, um es mit Töchterchens Worten auszudrücken.

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich – und berechtigter Weise: Warum schreibt sie über Läuse?
Die Antwort darauf ist einfach: Weil es ein Schämthema ist obwohl es keinen Grund gibt, sich deswegen zu schämen.

 

Läusepanik

Diese Läusepanik kennt wahrscheinlich jeder Erwachsene, der schon einmal seine Kinder hat entlausen müssen. Ungeziefer! Ihh! Ja, das war beim ersten Mal auch meine Reaktion. Allerdings war mir da noch nicht klar, wie man Läuse eigentlich wieder los wird. Mir war nur klar, dass ich nicht in Panik verfallen sollte. Habe ich Panik, haben sie die Kinder auch. Dazu kam noch: ich musste zwei wissensdurstigen Kindern natürlich auch erklären, was Läuse sind, warum deswegen der Kopf juckt und weswegen sie deswegen auch noch zuhause bleiben müssen. Und vorallem Töchterchen stellte mir noch mehr Fragen, als wir sie vor zwei Jahren das erste Mal entlausen mussten.
Aber für so etwas gibt es Abhilfe. Für alles, was ich nicht auf Anhieb beantworten kann, frage ich zuersteinmal YouTube, ob es vielleicht einen Beitrag aus Der Sendung mit der Maus gibt. Und ja, den gab es. Auch beim letzten Läusebefall schauten wir uns zuerst noch einmal zusammen das Video an:

 

 

Und schon waren so ziemlich alle Fragen beantwortet. Die Kinder wussten, weswegen sie ein Antiläusemittel auf den Kopf bekamen und weswegen ich in den nächsten Tagen viel Zeit damit verbringen musste, ihre Haare gut auszukämmen. Sie halfen mir die Bettwäsche zu wechseln und ihre geliebten Pillowpets zu waschen.
Manchmal kann Erklären so einfach sein 😉

Es muss übrigens nicht immer die Maus sein, die etwas erklärt. Vor zwei oder drei Wochen bin ich zufällig noch über ein Video bei Quarks&Co gestolpert, das sich ebenfalls mit Läusen beschäftigte.

 

Doch auch, wenn man all das weiß, gibt es doch eines, dass sich nicht abstellen lässt: Sobald man von Läusen spricht, oder auch nur über sie nachdenkt, beginnt der Kopf zu jucken, ganz automatisch.

 

Der Dank der Kita

Als ich Anfang des Jahres Läuse auf den Köpfen beider Kinder und leider auch auf meinem eigenen entdeckte, griff ich zum Telefon, um beide Kinder zu entschuldigen. Es war die erste Schulwoche nach den Ferien, aber es half nichts: Sohnemann musste zuhause bleiben und entlaust werden.
Ich rief also sowohl in der Schule, als auch im Kindergarten an, um Bescheid zu geben. Pflichtbewusst wie ich bin, sagte ich natürlich auch, worum es ging. Wenn ein Kind Läuse hat, kann man davon ausgehen, dass mehrere betroffen sind. Die Einrichtung muss das erfahren, damit sie die Information an die Eltern weiterleiten kann und damit dem Problem wirklich Abhilfe geschaffen werden kann.
Völlig verblüfft war ich jedoch, als sich eine der Damen am anderen Ende des Apparates bei mir bedankte. Viele Eltern melden leider nicht, wenn die Kinder Läuse hätten, meinte sie.
Eine ähnliche Geschichte erzählte mir die Apothekerin, bei der ich kurz darauf die gängigen Mittelchen zur Läusevernichtung einkaufte. Auch sie wies mich darauf hin, dass ich es Schule und Kindergarten melden müsse. Im Gespräch sagte sie mir, sie hätte schon erlebt, dass sich Eltern aus Zeitmangel gar nicht darum kümmerten, die Läuse loszuwerden. Und natürlich, dass sie sich schämten so etwas zuzugeben.

Das sind Dinge, die ich nie verstehen werde: Wie kann man einfach hinnehmen, dass sich so etwas wie Läuse weiter ausbreiten, weil es niemand außer mir wusste, das mein Kind Läuse hatte? Und das, wo es im Grunde nur Zeit und etwas Sorgfalt kostet, sie loszuwerden? Oder noch schlimmer: Wie kann man einfach hinnehmen, dass Ungeziefer auf den Köpfen der Kinder krabbelt? Die simple Tatsache, dass Sohnemann sich sechs Wochen später schon wieder Läuse eingefing, sagt mir, dass die Apothekerin recht hatte. Allem Anschein nach grassieren die Läuse bereits seit Ende letzten Jahres in der Schule. Und ja, es ist stressig, sein Kind nach ein paar Wochen erneut entlausen zu müssen, weil andere Eltern es nicht tun. Zum Glück bemerkte ich es beim zweiten Mal in diesem Jahr früh genug und Töchterchen und ich blieben dieses Mal verschont.

Und ja, ihr habt richtig gelesen: Ich hatte die Läuse ebenfalls. Das ist der grundlegende Nachteil eines Familienbettes. Ob Sohnemann die Läuse an mich weitergab und ich sie an Töchterchen, oder umgekehrt, kann ich beim besten Willen nicht sagen. Aber schliefe Töchterchen nicht immer noch dicht an mich gekuschelt, wäre mir die Läuse auf meinem eigenen Kopf erspart geblieben.

 

Mein Appel an euch

Liebe Eltern, nun folgt eine Aufforderung an Euch: Wenn euer Kind Läuse hat, bitte bitte meldet es den entsprechenden Einrichtungen. Läuse sind unangenehme und lästige kleine Gesellen, doch dort, wo Kinder die Köpfe zusammenstecken, können sie sich gut verteilen.
Wegen Läusen muss man sich nicht schämen. Im Gegenteil: Sie bedeuten, Eure Kinder haben genug soziale Kontakte. Ohne diese, könnten sie nicht von einem Kopf auf den anderen klettern.

Also freut Euch doch das nächste Mal, wenn Ihr Läuse findet! Denn dann wisst ihr mit Sicherheit, Eure Kinder haben Freunde.

Das fünfte Jahr

Meine Tochter. Mittlerweile habe ich schon so viele Worte über sie verloren, dass ich fürchte, mich zu wiederholen. Denn auch das fünfte Jahr mit ihr war unendlich schön! Die Freude über ihr Regenbogenkleid, die Freude am Spielen und natürlich auch die Diskussionen und ihre Uneinsichtigkeit, wenn sie nicht ihren Willen bekommt. Sie ist ein kleiner Wirbelwind und sie ist so unendlich eigensinnig! Ich lasse ihr ihren Raum, wo immer ich kann. Besonders in Sachen Kleidung hat sie ihre Eigenheiten. Kaum wurde es wärmer, wurden die Hosen weggepackt und nur noch Leggins zu ihren Kleidern getragen. Kaum stiegen die Temperaturen weiter, wollte sie nur noch kurzärmlige Kleider tragen und keine Leggins mehr. Nur eines änderte sich das ganze Jahr nicht: Kleider. Neue Kleider, Lieblingskleider, aber keine, die nicht bequem sind. Da wurden schöne Kleider so lange aussortiert, weil sie Knöpfe hatten oder weil der Gummizug im Brustbereich zu eng saß, bis sie sie doch wieder ausprobierte.
Und ich liebe es, wie sie sich morgens ihre Kleidung zusammensucht, wie sie einfach zwei verschiedene Sochen anzieht, weil es gerne möchte, wie sie Muster und farben kombiniert. Ich liebe es, am Wochenende im Bett zu lauschen, wie sie in ihrem Zimmer spielt und singt, obwohl es ihr peinlich ist, sobald sie merkt, dass jemand zuhört. Ich liebe es, wie sie noch immer darauf besteht nur in Mamas Arm einzuschlafen, obwohl sie jetzt mit Fünf doch alles alleine kann – außer einschlafen natürlich. Ich liebe es sogar, wie sie schmollt.

Das schönste Ereignis in diesem Jahr mit ihr kann ich dieses Mal sogar benennen: Das Spiel im Urlaub! Wir begannen zu spielen und wir spielen noch! Auch Sohnemann macht mit, denn auch Sohnemann spielt liebend gerne. Es gibt nichts Schöneres, als mit meinen Kindern zu spielen und mit ihnen zu lachen. Und es gilt immer noch: Ich habe die süßesten, tollsten, liebsten, schönsten, herzlichsten, mutigsten Kinder in allen bekannten Universen!

 

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Anekdote: Konflikte und Mutterstolz

Neulich erzählte mein Sohnemann, ein Junge in der Schule habe ihn geärgert und ihn ins Gesicht geschlagen. Es war nicht richtig fest, doch fest genug, dass ein Wackelzahn herausfiel. Ich fragte ihn, was er dann gemacht habe und er sagte, er habe sich bei einem Lehrer der Pausenaufsicht beschwert. Danach sei er dem Jungen gefolgt, um zu sehen, in welche Klasse er ging, und habe sich noch einmal bei der Klassenlehrerin beschwert. Von dieser habe der Junge nochmal richtig Ärger bekommen – und Sohnemann ein »Idiot« hinterhergeworfen.
Ich kann schwer beschreiben, was bei dieser Geschichte in mir vorging. Ich weiß, mein Sohnemann ist kein Rabauke und er würde nicht zurückschlagen. Doch als ich über diese Geschichte nachdachte, füllte sich meine Brust zunehmend mit Stolz. Mein Sohn hat dem Jungen gezeigt, dass er sich nicht herumschupsen lässt und er hat es ihm gezeigt, indem er den richtigen Weg gewählt hat. Er hat nicht etwa zurückgeschlagen, er war nicht außer sich oder in Tränen aufgelöst. Er war sicherlich wütend, doch er hat das getan, was bei Kindern, die unbedingt dazugehören wollen, verpönt ist: petzen. Und es ist gut so! Es ist gut, dass er sich nicht davon scheut, es Erwachsenen zu sagen! Es ist gut, dass er nicht den Kopf einzieht und sich herumschupsen lässt!
Ich bin mir nicht sicher, ob ich in der Schule damals so gehandelt habe, ob es mir eingefallen ist, den Lehrern bescheid zu geben, wenn ich geärgert wurde. Allerdings wurde ich als Mädchen nie geschlagen. Aber ich bin stolz darauf, dass mein Sohnemann von ganz alleine den meines Erachtens richtigen Weg gewählt hat um dem Jungen zu zeigen, dass er sich nicht herumschuppsen lässt!

Intuition vs. Verstand – oder: warum meine Kinder und ich ein Team sind

Selbstaufgabe für seine Kinder. Das Thema hat im Dezember allem Anschein nach viel Aufruhr verursacht. Ich finde auch, es ist ein Thema, über das es sich nachzudenken lohnt. Einerseits nutzt es keinem Kind etwas, Eltern zu haben, die völlig am Ende mit Nerven und Kräfte sind. Andererseits würde ich niemals mein Kind weinen lassen.
Frau Chamailion hat zu diesem Thema »Eltern in der (Auf)-Opferungsrolle – elterliche Grenzen vs. kindliche Bedürfnisbefriedigung« zu einer Blogparade aufgerufen, zu der ich nun meinen Senf geben möchte.

Muttergespräche

Zuerst gestehe ich: Meine Kinder würde ich als einfach bezeichnen – zumindest für uns sind es einfache Kinder. Klar, es gab immer schwierige Phasen, wie das Zahnen, die Blähungen und und und. Aber wir haben uns zusammengerauft und einen passablen Weg gefunden. Dass dieser Weg bis zum Kleinkindalter natürlich kindbestimmt war, halte ich für selbstverständlich. Ich liebe meine Kinder und ich möchte, dass es ihnen gut geht und sie glücklich sind. Denn dann bin ich auch zufrieden und glücklich.
Die schwierigste Zeit war die Babyzeit. Sowohl Sohnemann als auch Töchterchen hatten große Probleme mit Blähungen und Zähnen. Da hat im Grunde nichts geholfen, aber sie brauchen die Nähe von meinem Mann oder mir. War unser Sohnemann als Baby eher unkompliziert, so stellte Töchterchen danach schon mehr Ansprüche. Für sie essentiell ist Körperkontakt – auch mit ihren jetzigen vier Jahren noch. Und auch, wenn sie manchmal nervt, wenn sie ständig meine Hand streichelt, wenn sie ihre Knuddelzeit braucht, dann braucht sie sie.

Im Zuge der bisherigen Beiträge, die ich schon gelesen habe, habe ich auch mal wieder ein Gespräch mit meiner Mutter über diese Thematik geführt; mit einem ernüchternden Resultat. Als meine Mutter klein war, war alles anders. Und die Geschichten, die ich mir über meine Großmutter anhören darf, sind stellenweise grauenhaft. Wenn sie etwas nicht zu haben schien, dann Mutterinstinkt. Ich habe in meinem Beitrag »Die gefährliche Welt – oder: Wenn Selbstständigkeit im Keim erstickt wird« schon einmal von einer Begebenheit geschrieben, die meine Mutter mir aus ihrer Kindheit geschildert hatte (mittlerweile weiß ich übrigens auch, dass meine Großeltern sehr wohl das verlorene Kind gesucht und auch die Polizei informiert haben. Es war also nicht ganz so schlimm, wie ich es mir ausgemalt hatte). Analog dazu gibt es noch mehr Geschichten.
Und all das, weil meine Großmutter dem gängigen Erziehungskonzept folgte, ohne Kompromisse und vermutlich auch ohne einem Fünkchen Intuition. Damals war es halt so. Damals galt man als schlechte Mutter, wenn man seiner Intuition nachgab. Und wer wollte schon als schlechte Mutter dastehen? Meine Großmutter bestimmt nicht!

Von Intuition und Verstand

Ich gebe zu, ich habe mich niemals für einen sehr intuitiven Menschen gehalten. In meinem Berufsleben und für mich selbst lebe ich am besten mit Vernunft und gesundem Menschenverstand. Letzteren habe ich auch versucht, bei meinen Kindern anzuwenden – und bin mit der Nase darauf gestoßen, dass meine Intuition zumindest bei meinen Kindern doch sehr ausgeprägt ist.
Zum Beispiel wäre ich niemals auf die Idee gekommen meine Kinder schreien zu lassen – und mein Mann ist zum Glück derselben Meinung. Immer wieder hörte man natürlich die Ratschläge von anderer Eltern: »Lasst das Kind doch weinen, es muss lernen alleine zu schlafen«, hieß es bei Töchterchen. Oder: »Sie muss lernen zu essen, was man ihr vorsetzt!«
Aber all das haben wir nie gemacht. Weder mein Mann noch ich konnten es ertragen, unsere Kinder einfach weinen zu lassen, wenn es um echte Bedürfnisse ging. Klar, bei Trotzweinphasen, weil sie ihren Willen einfach nicht bekamen, war und ist es noch immer etwas anderes. Sie muss von meinem gekochten Abendessen etwas essen, sonst gibt es keinen Nachtisch. Aber ich zwinge Töchterchen zum Beispiel nicht, die ihr verhassten Karotten herunterzuwürgen. Was ihr nicht schmeckt, muss sie nicht essen und so lange ich weiß, dass sie Kartoffeln, Nudeln und im Zweifelsfalls einen ihrer geliebten Äpfel gerne isst, habe ich immer einen Ansatzpunkt.
Aber warum soll ich meine Tochter alleine und einsam in einem Zimmer liegen lassen, wenn sie nun mal nähebedürftig ist? Nein, das kam nicht in Frage; und es fühlte sich viel besser an, sie zufrieden bei uns im Familienbett zu haben, als mit schlechtem gewissen alleine in ihrem Bett. Zwar mussten wir das erst richtig hinbiegen, denn Töchterchen schlüpft am liebsten mit unter meine Decke und wenn ich nicht komplett eingemummelt bin, kann ich nicht schlafen. Aber es ging, wir fanden eine Lösung und haben damit sowohl Töchterchens als auch mein Schlafbedürfins gelöst.

Es sind nur zwei Beispiele von vielen und über unsere Schlafsituation habe ich auch schon einmal im Rahmen einer anderen Blogparade etwas geschrieben: Wie man sich bettet, so lügt man. Doch ist unser Grundrezept der Kompromiss. Solange man merkt, was den Kindern wirklich wichtig ist, lohnt es sich darauf einzugehen und eine gemeinsame Lösung zu finden. So lernen auch die Kinder etwas Einfühlungsvermögen. Natürlich ist es nicht möglich, so lange die Kinder noch ganz klein sind. Doch da müssen alle Eltern durch, denn die Bedürfnisse der Kinder gehen vor. In dem Moment, in dem sie einfach von uns abhängig sind kommt nichts anderes in Frage, als es einfach zu tun und bis an seine Grenzen zu gehen, ohne sich selbst auszulaugen. Und da fängt das mit dem Kompromiss schon an: Wenn das Kind nur auf dem Schoß einschläft, dann lasse ich es auf dem Schoß einschlafen und lege es erst danach weg – in sein Bett, neben mich auf die Couch, wohin auch immer. Hauptsache das Kind ist zufrieden und man selbst kann das tun, was man noch tun muss oder will, um nicht am Ende aus dem letzten Loch zu pfeifen.
Jetzt, mit vier Jahren, ist Töchterchen soweit, sich ein Stück weit abzukapseln. Sie schläft zwar nicht alleine in ihrem Zimmer, aber dafür liebend gerne im Gästebett unseres Sohnemanns. Und das, ohne ständig jemanden zum Kuscheln direkt neben sich zu haben. Ich werde sie nicht dazu zwingen, doch ich bin sicher, der Zeitpunkt wird kommen, an dem sie von sich aus sagt, sie möchte in ihrem eigenen Bett in ihrem eigenen Zimmer schlafen.

Lesenswerte Beiträge zu der Blogparade:

Frau Chamailion bloggt: Eltern in der (Auf)-Opferungsrolle – elterliche Grenzen vs. kindliche Bedürfnisbefriedigung {Blogparade}

Glucke und so: Wieso die Beduerfnisse meines Kindes oberste Prioritaet haben?

wheelymum: Die Bedürfnisse von Eltern und Kindern

Abenteuer Papa: Eltern vs. Kinder oder: Prioritäten setzen [Blogparade]

Liebster Award

icon_LiebsterBlogAwardVor einiger Zeit – im August, um genau zu sein – hat Nora Dora von Mutterkiste mich für den Liebster Award nominiert. Nun, ich fühle mich nach wie vor geehrte, auch wenn meine Reaktionszeiten denen eines Faultieres gleichen. Es heißt immerhin, dass ich zumindest eine brave Leserin habe 😉 Vielen Dank also für die Nominierung!

Es hat gedauert, bis ich dazu kam, mich den Fragen zu widmen, aber einige Antworten waren gar nicht so einfach – auch wenn das wohl dann doch meiner Unwissenheit in solchen Dingen geschuldet ist. Aber der Wille zählt!

Hier nun also die Fragen und Antworten:

1. Erde oder Luft?
Erde. Ich laufe gerne, am allerliebsten mit meinem Hund. Oder ich fahre Rad. Jedenfalls gefällt es mir mit beiden Beinen auf der Erde am besten. Obwohl die Luft sicherlich auch seine Vorzüge hätte, wenn ich meine Phantasie spielen lasse. Zum Beispiel auf dem Rücken eines Drachen …

2. An welchen Dingen erfreust du dich?
Ich schätze, ich kann mich an vielen Dingen erfreuen. In erster Linie natürlich an meinen Kindern, deren Lachen, deren Spielen, deren Umarmungen oder wenn sie mir irgendetwas erzählen, dass sie ganz toll fanden. Ich erfreue mich auch an (guten) Büchern und meiner Schreibzeit mit Tee morgens. Und ich kann mich auch an vielen Kleinigkeiten erfreuen und sei es nur ein schönes Strickmuster einer Jacke, die ich in der U-Bahn flüchtig sehe, einem Vogel der morgens vor unserem Fenster zwitschert oder dem Wind, der mir ins Gesicht bläst.
Es gibt eben vieles, woran ich mich erfreuen kann.

3. Ironie oder Ernsthaftigkeit?
Ich liebe Ironie. Ich fürchte nur, ich bin vor allem schreibereisch nicht gut darin, sie umzusetzen.

4. Welches ist deine Traumstadt?
Es gibt da drei Städt in dieser Welt, die ich in Gedanken unheimlich faszinierend, romantisch und sehenswert finde: London, New York und Paris. Leider gibt es da diese kleine Fünkchen Realität, das mir jedes Mal zuflüstert: »Es sind Großstädte!« Und ich mag keine Großstädte.

5. Traum oder Wirklichkeit?
Ich gebe es freimütig zu: Ich bin Escapist! Ich liebe es, mich in Fantasy-Traumwelten zu verlieren, seien es Bücher, Serien oder meine eigenen Geschichten. Ich liebe es mit meinen Kindern herumzuspinnen und Unsinn zu erzählen, denn das ist meine Zuflucht. Tief in meinem Inneren bin ich eine ausgemachte Realistin. Ich bin manchmal naiv, aber letztlich weiß ich genau, wie die Dinge stehen und mache mir nichts vor. Und es gibt Dinge in dieser Welt, von denen ich nichts wissen möchte. Es gibt Dinge, die mich kaputtmachen würden. Deswegen tauche ich lieber ab.

6. Wodurch zeichnet sich für dich ein perfekter Tag aus?
Gemütlich frühstücken, schreiben, spazieren gehen, Zeit mit meinen Kindern und am Abend vielleicht noch etwas Fernsehen und stricken, bevor man todmüde aber glücklich ins Bett fällt 🙂 Und ja, das bekomme ich manchmal wirklich hin!

7. Matratze oder Hängematte?
Ähm, ich gestehen, ich habe noch nie in einer Hängematte geschlafen. Die Frage kann ich also nicht guten Gewissens beantworten.

8. Was bedeutet dir das Bloggen?
Es ist die perfekte Möglichkeit meine Gedanken zu ordnen, zu allen Themen, die mich interessieren. In meinem Babytagebuch kann ich meine Meinung sagen und von sämtlichen Erfahrungen aus dem Familienleben schreiben, auf meinem Autorenblog kann ich all das niederschreiben, was mich beim Schreiben beschäftigt und in meinem Strickeckchen versuche ich meine wirren Strick- und Häkelmethoden einfach mal deutlich zu machen.
Kurzum: Das Bloggen ist einerseits die Ergänzung zu meinen Hobbys, andererseits eine Möglichkeit mich auch mit anderen auszutauschen. Insbesondere für mein Mutterdasein hat es seinen unschätzbaren Wert!

9. Für welche Wohnung würdest du dich entscheiden: Parterre oder Attika?
Dank Google weiß ich nun immerhin, dass »Parterre« eine Erdgeschosswohnung meint. Bei »Attika« bin ich mir immer noch nicht sicher.
Meine Traumvorstellung ist jedenfalls ein kleines Häuschen am Waldrand, von mir aus auch mit Obergeschoss und weit ab vom Stadttrubel – aber am besten mit Bushaltestelle um die Ecke 😉

10. Segeln oder Fliegen?
Ich war noch nie segeln. Und Fliegen kann ich in Flugzeugen nicht leiden (es müsste eben schon der Rücken eines Drachen sein, ihr erinnert euch?).

11. Wollt ihr von mir noch was wissen?
Ja. Wie kommst du nur auf solche Fragen? 😉

 

Was ich von euch wissen will

So, das war mein Senf soweit erstmal. Und nun kommt der schwierigste Teil für mich: Mir Fragen ausdenken und auch noch die richtigen Blogs finden, um sie zu nominieren. Da ich eigentlich nicht besonders neugierig bin, ist das mit den Fragen ein großes Problem. Aber die Fragen einfach weitergeben möchte ich auch nicht, denn weder Segeln noch, in welchem Stockwerk eure Wohnung zu liegen hat, interessiert mich wirklich. Dann jongliere ich doch einfach mal mit dem was mich selbst reizt.

1. Wie bist du zum bloggen gekommen?

2. Hast du noch weitere Blogs?

3. Hast du Haustiere?

4. Woher kommt deine Inspiration?

5. Hast du ein Lieblingsbuch? Und wenn ja, warum ist es dein Lieblingsbuch?

6. Gibt es einen Gegenstand, der dich seit deiner Kindheit begleitet?

7. Wie sieht dein Schreibtisch / Arbeitsplatz aus? Herrscht organisiertes Chaos oder ist alles penibel an seinem Platz?

8. Sitzt du gut?

9. Bist du immer und überall erreichbar?

10. Wann beginnt dein Tag und wann endet er?

11. Wenn du alleine auf einer einsamen Insel wärst, wie würdest du dort wieder wegkommen?

 

Und nominierte sind …

Man siehe und staune, ich habe wirklich fünf Blogs gefunden, die ich gerne lese und die – so hoffe ich – noch unter 300 Followern haben 🙂 Ich nominiere:

Kinder Unlimited
Glucke und so
Teilzeitmutter

Schreiben ist Tanzen mit Worten
Schreibkasten

 

Weiteres

Hier noch die Anleitung, die offensichtlich jedem Post noch anhängt:

  • Danke dem Blogger, der dich nominiert hat
  • Verlinke den Blogger, der dich nominiert hat.
  • Füge eines der Liebster-Blog-Award Buttons in deinem Post ein
  • Beantworte die Dir gestellten Fragen
  • Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die du nominierst.
  • Nominiere 5 oder mehr Blogs, die weniger als 300 Follower haben.

Und nun wünsche ich euch viel Spaß!

 

Das vierte Jahr

Es ist schon wieder ein Jahr um. Für dich ist nun das vierte Lebensjahr angebrochen. Und mit jedem Jahr entwickelst du dich deutlich weiter, entwickelst deine eigene Persönlichkeit und doch bleibt einiges beim Alten.

Innerhalb dieses Jahres bist du endlich trocken geworden. Du verstehst so viel mehr an Zusammenhägen und erzählst mir jeden Abend, was dich so bewegt. Manchmal bist du sogar nachdenklich. Dann sprichst du über Kinder, die dich in der KiTa geärgert haben, über Dinge, die du zusammen mit deinem Bruder im Fernsehen gesehen hast oder sogar den Verlust unseres alten Hundes vor mittlerweile fast einem Jahr. Doch meistens spielst du mit deinen Puppen Familie oder Abenteuer mit viel Zauber und Kampf, singst und tanzt fröhlich – und ich liebe es dir dabei zuzusehen!
Deine Lieblingsfarbe steht so fest, dass du am liebsten dein ganzes Zimmer nur in dunkellila hättest und du würdest immer nur Kleider und Röcke mit Leggins tragen, wären da nicht die kalten Morgende, an denen ich Einspruch dagegen erhebe. Aber egal was du anhast, mit deinen Freundinnen im Kindergarten bist du am liebsten auf dem Spielplatz und kletterst.

Doch trotz allem bist du immer noch sehr nähebedürftig. Du sitzt immer noch am liebsten auf meinen Schoß und schläfst am liebsten noch immer ganz nah an mich gekuschelt. Selbst mit unsrem neuen Hund und den beiden Katzen kuschelst du sehr gerne. Wenn dein Bruder dich ließe, würdest du wahrscheinlich auch mit ihm kuscheln, denn er ist noch immer dein Star.

Ich wünsche mir so sehr, dass du dich weiterhin so wunderbar entwickelst und dass auch dein Verhältnis zu deinem Bruder so wunderbar bleibt – denn es gibt nichts Wertvolleres und Wichtigeres in meinem Leben, als euch beide!

Vier Jahre rocken! - Mädchen mit e-Gitarre

Vier Jahre rocken!

Asylkritiker, Fremdenhass, Rassismuss.

Eigentlich wollte ich mich zu dem Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gar nicht äußern. Thematisch passt es nicht in diesen Blog, schließlich soll es hier ja um Kinder gehen. Jedoch muss ich feststellen, dass sich meine Meinung aus meinen sonstigen Beiträgen nicht wirklich ergibt. Meine Einstellung dazu ist mir aber wichtig. Also sage ich es ganz deutlich. Es gibt diverse Dinge, zu denen ich aus Mangel an Information einfach keine Meinung habe. Fremdenhass gehört eindeutig nicht dazu. Ich brauche keine Informtionen um mir dazu eine Meinung zu bilden, ich brauche nur gesunden Menschenverstand:

Fremdenhass, Rassismus – oder wie immer ihr es mittlerweile nennen wollte – ist dämlich!

Ich habe in den letzten Wochen so viele Begriffe dafür gelesen, dass ich langsam auch nicht mehr weiß, wie ich es nennen soll. Mittlerweile gibt es sogar schickere und modernere Bezeichnungen als nur „Rassismus“ der „Fremdenhass“; Bezeichnungen, die verschleiern sollen was dahinter steckt. Aber es bleibt der gleiche Hintergrund: Es ist die Angst vor den Fremden, die Angst selbst Abstriche machen zu müssen, wo es einem hier in Deutschland doch so gut geht. Es ist die Angst sich vielleicht selbst einmal damit auseinandersetzten zu müssen, warum man so denkt, in sein eigenes Selbst zu blicken und herauszufinden, dass man klein und selbstsüchtig ist. Es ist eine nicht rationale Angst, wie die vor dem Monster unter dem Bett.

Obgleich ich meinen Urlaub genossen habe, so ist mir nicht entgangen, dass sich die Lage langsam jedoch stetig zugespitzt hat. Es werden Menschen angefeindet, es brennen Unterkünfte. Und so hatte mein ganzer Urlaub einen faden Beigeschmack.
Es tauchten Erinnerungen aus meiner Kindheit auf. Ich war schon immer ein Nachrichtenmuffel, dennoch gab es Dinge, die nicht an mir vorbeigingen. Brennende Flüchtlingsunterkünfte zum Beispiel, Menschen, die dabei gestorben sind und Menschen, die deswegen jubelten – und die Frage, warum jemand so etwas macht. Warum zündet jemand ein Haus an, in dem sich Menschen befinden? Vielleicht sogar Kinder, wie ich damals eines war?

Die Frage stelle ich mir noch immer. Genauso, wie einige andere. Mensch ist Mensch, egal ob schwarz oder weiß, grün oder pink. Äußerlichkeiten und Herkunft interessieren mich nicht. Mich interessiert, wie sich ein Mensch verhält. Und jeder Flüchtling, mit dem man normal als Mensch umgehen kann, ist mir lieber, als jemand, der diesem stumpfsinnig irgendwelche kriminellen Motive unterstellt ohne ihn zu kennen. Und mal ehrlich? Wie müssen sich die Menschen fühlen, die nach Deutschland kommen, die ihre Heimat aus welchen Gründen auch immer verlassen haben und nun mit Nichts in einem Land stehen, dessen Kultur sie nicht kennen und dessen Sprache sie nicht können? Meint ihr nicht, die haben auch Angst vor den Fremden hier? Noch mehr, wenn sie derart „herzlich“ empfangen werden?

Ich für meinen Teil bin nicht stolz eine Deutsche zu sein. Ich bin stolz, dass einer meiner Großväter aus Ungarn kam. Auch wenn ich weder mit der Kultur noch der Sprache irgendetwas am Hut habe, auch wenn ich ihn sogar niemals kennenlernen konnte, mit dem Gedanken fühle ich mich wohler, als nur deutsch zu sein.
Ich bin stolz auf meine Tante, die vor ich weiß nicht wie vielen Jahren einen dunkelhäutigen Mann heiratete und mit diesem drei Kinder bekam. Sie erzählte mir einmal, sie sei hier in Deutschland öfter gefragt worden, ob sie die Kinder adoptert habe.
Ich bin stolz auf meine Cousine, die zwar eine deutsche Mutter hat und wieder in Deutschland lebt, aber eben nicht auf den ersten Blick als Deutsche zu erkennen ist. Dennoch hat sie sich entschieden, hier zu leben und nicht in Amerika zu bleiben.
Ich bin stolz auf meine beste Freundin, die aus Asien kommt und trotzdem ihre Heimat hier in Deutschland hat. Eine besser Freundin könnte ich mir gar nicht wünschen!
Ich bin stolz, dass auch in der Familie meines Mannes nicht zählt, woher jemand kommt und zwei Brasilianerinnen und ein Engländer dazuzählen.
Und ich bin stolz auf meine Kinder, denen Aussehen und Herkunft auch völlig egal ist. Es zählt, dass jemand nett ist. Ich bin stolz auf meine Tochter, die sich konsequent drei zurückhaltenden Mädchen aus ihrer Kindergartengruppe ausgesucht hat um mit ihnen zu spielen; drei Mädchen, die noch an der sprachlichen Barriere hängen. Sie hat die Initiative ergriffen, nun sind es vier dicke Freundinnen.
An unseren Kindern sieht man es immer wieder: man muss ihnen die Vorurteile erst beibringen. Von alleine haben sie keine.

Noch habe ich ein paar Tage Urlaub. Die werde ich nutzen, herauszufinden, wo wir Sachspenden abgeben können. Denn: auch in unserer Stadt wurden Flüchtlinge aufgenommen. Und ich möchte keiner von den Menschen sein, die zwar ihr Mitleid bekunden, die jedoch trotzdem auf dem Hintern sitzen bleiben. Es mag nicht allzu viel sein, was ich tun kann. Aber wir haben aussortierte Kleidung und Spielsachen. Immerhin ist es ein bisschen.

Interessante Beiträge zum Thema

Da mir das Thema wichtig ist, habe ich euch noch zusammengesucht, was ich im Urlaub so an interessanten Kommentaren gelesen habe.
Zusätzlich weise ich gesondert und ausdrücklich auf #Bloggerfuerfluechtlinge hin:

Logo #Bloggerfuerfluechtlinge

Es ist eine wunderbare Aktion und ich hoffe, es beteldigen sich noch sehr viele weitere daran!

Blog-Beiträge dazu:
Zoës Zuhause: Tolleranzgrenze

Zweifachmama: #Bloggerfuerfluechtlinge: „Mama, warum ist da ein Feuer?“

Grosse Köpfe: Ich sage MÖP zur Masse der Gesellschaft #Bloggerfuerfluechtlinge

Glucke und so: Wenn morgen nichts mehr da wäre …

Bunt und farbenfroh: Ich kann’s nicht mehr hören …

Super Mom Blog: #bloggerfuerfluechtlinge // Was wir tun können